3:1 – Fritz und Pizarro treiben Werder zum Auswärtscoup

Golden Oldies – „Fritzarro“ lassen Schalke alt aussehen

+
Claudio Pizarro (l.) und Clemens Fritz

Gelsenkirchen - Einige Fans haben schon an ein „Fritzarro“-Abschiedsspiel gedacht – doch noch sind die beiden Oldies Gold wert für Werder Bremen. Ein überragender Clemens Fritz (35 Jahre/ein Tor und zwei Assists) und ein bärenstarker Claudio Pizarro (37/ein Tor) bescherten den Grün-Weißen gestern Abend einen unerwarteten 3:1 (1:1)-Sieg beim FC Schalke. Das reichte zwar noch nicht, um nach dem Rückrundenstart den Relegationsplatz zu verlassen, doch das macht im Abstiegskampf ganz viel Mut.

„Wir haben jetzt natürlich ein positives Gefühl. Wir können stolz auf uns sein, wir haben gezeigt, was in uns steckt“, schwärmte Fritz nach seinem 300. Bundesligaspiel. Der Kapitän stellte wie gewohnt das Team in den Vordergrund und gönnte sich nur einen kurzen Satz zu seiner exzellenten Leistung: „Das war sicher eines meiner besseren Spiele.“ Starke Untertreibung: Es war wahrscheinlich sein bestes. Schließlich liegt sein letzter Bundesliga-Treffer über vier Jahre zurück. 115 Partien war er torlos geblieben.

Trainer Viktor Skripnik haben ihn deshalb zuletzt ganz schön gestichelt, verriet Fritz: „Ich habe Viktor dann gesagt: Ein Mal treffe ich noch, das verspreche ich. Hoffentlich kommen noch ein paar dazu.“ Denn am Saisonende ist Schluss, daran kann auch so eine Gala nichts ändern. „Ich komme nicht ins Wanken“, stellte Fritz klar. Doch Pizarro war das egal. Er kündigte schon mal an: „Wir werden versuchen, ihn zu überreden. Er kann doch noch so lange spielen.“

Nach Jubel, Trubel, Heiterkeit hatte es zu Beginn der Partie allerdings überhaupt nicht ausgesehen. Werder wirkte gegen beherzt auftretende Schalker überfordert. Die gingen auch prompt in Führung: Ecke Johannes Geis, Kopfball Joel Matip – 1:0 (4.). Jannik Vestergaard konnte den Innenverteidiger nicht stoppen.

„Wir haben die ersten 20 Minuten verschlafen“ urteilte Fritz. Zum Glück der Bremer war aber auch ein Schalker nicht hellwach: Klaas-Jan Huntelaar verpasste gleich drei Mal das sichere 2:0, traf dabei ein Mal die Latte (28.). Als Werder dann auch noch Philipp Bargfrede wegen einer Knieverletzung verlor (40.), sah es nach einem ganz bitteren Bremer Abend aus. „In der ersten Halbzeit hatten wir das Glück des Tüchtigen, obwohl das tüchtig erst nach der Pause kam“, meinte Fritz und grinste. Er war es gewesen, der Werder zurück ins Spiel gebracht hatte. Vor dem Strafraum ließ er den 13 Jahre jüngeren Geis mit einer 180-Grad-Drehung ziemlich alt aussehen und schoss die Kugel mit rechts ins Tor (43.).

Besser spät als nie: Ujah erst am Ende gefährlich

„Wir mussten uns in der Pause kneifen, dass es 1:1 steht, es hatte doch eigentlich alles hervorragend geklappt“, meinte ein sichtlich mitgenommener Schalke-Coach Andre Breitenreiter. Sein Team sollte sich von dem Ausgleichsschock nicht mehr erholen. Die Gäste übernahmen nun das Kommando. Pizarro hätte schon die Führung besorgen müssen, sein Schuss landete aber leicht abgefälscht neben dem Tor (46.). Quasi im Gegenzug drosch Leroy Sane die Kugel überhastet über das Gehäuse. Das passte zum Schalker Spiel. Da machte es Pizarro besser: Eine perfekt getimte Flanke von Fritz drückte der Peruaner per Aufsetzer über die Linie (54.).

„Wir haben unsere Torchancen eben konsequent genutzt“, strahlte Fritz. Gemeinsam mit seinen Kollegen verteidigte er den knappen Vorsprung geschickt. Kurz vor Schluss machte dann Anthony Ujah mit einer artistischen Einlage alles klar – selbstverständlich nach energiegeladener Vorarbeit von Fritz. Der Kapitän fand es natürlich klasse, aber trat zugleich auf die Euphoriebremse. Gerne könnte es nach diesem Start wieder so eine tolle Rückrunde wie im Vorjahr werden, „aber dafür müssen wir noch hart arbeiten“. Und zwar schon am Samstag im Heimspiel gegen Hertha BSC.

kni/csa

Fritz, Pizarro und Ujah lassen Werder jubeln

Mehr zum Thema:

Gefährliche Sternenjagd für Marc und Jens  - Tag 9 im Camp

Gefährliche Sternenjagd für Marc und Jens  - Tag 9 im Camp

Einzelkritik: Delaney lässt sein Potential aufblitzen

Einzelkritik: Delaney lässt sein Potential aufblitzen

Fieberhafte Suche nach Vermissten an verschüttetem Hotel

Fieberhafte Suche nach Vermissten an verschüttetem Hotel

Schürrle und Piszczek stechen Bartels aus

Schürrle und Piszczek stechen Bartels aus

Meistgelesene Artikel

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

Werder verliert gegen Dortmund: Viel Moral, null Ertrag

Werder verliert gegen Dortmund: Viel Moral, null Ertrag

Bundesliga Rückrunde: Das vierte Gif-Quiz zu Werder gegen Dortmund

Bundesliga Rückrunde: Das vierte Gif-Quiz zu Werder gegen Dortmund

Rot für Drobny und andere Dummheiten

Rot für Drobny und andere Dummheiten

Kommentare