Überzeugendes 5:0 im DFB-Pokal bei Union Berlin / Sanogo und Moreno mit Doppelpack

Werder klopft die „Eisernen“ weich

Dieser Saisonstart lädt zum Lachen ein: Naldo bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 bei Union Berlin – Per Mertesacker (li.) feiert mit.

Berlin -  Werder hat die erste Hürde auf dem Weg zur Titelverteidigung im DFB-Pokal mit Bravour gemeistert. Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf kam gestern bei Zweitligist Union Berlin zu einem hochverdienten 5:0 (3:0) und zerstörte damit alles Träume der „Eisernen“ auf eine Überraschung.

Kampf und Leidenschaft hatte Unions Trainer Uwe Neuhaus gefordert, doch am Ende musste er eingestehen, dass seine Mannschaft „ohne Mumm, ohne Mut und mit zu viel Ehrfurcht gespielt hatte“.

Bremens Trainer Thomas Schaaf hingegen war mit dem Auftritt seiner Mannschaft hochzufrieden.„Besonders in der ersten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt und kombiniert“,lobte der 48-Jährige. Vor allem aber hielten die Bremer von Beginn an kämpferisch voll dagegen und kauften den Gastgebern somit den Schneid ab. „Union hat sich vor dem Spiel sehr optimistisch gezeigt, dass sie uns schlagen werden. Das war eine zusätzliche Motivation für uns“, erklärte Werder-Sportchef Klaus Allofs, der sich besonders über die Angriffsleistung freute. „Alle haben sich hervorragend bewegt und sich dann mit Toren belohnt.“ Allen voran Boubacar Sanogo. Der Mann von der Elfenbeinküste erzielte in der ersten Halbzeit zwei Tore (11./26.). Naldo (20.) sorgte dafür, dass es nach 45 Minuten bereits 3:0 für die Bremer stand. „Ich bin sehr glücklich über meine Tore. Sie geben mir sehr viel Selbstvertrauen“, strahlte Sanogo später. „Bouba hat bereits eine sehr gute Vorbereitung absolviert, das hat sich heute fortgesetzt. Wir sind sehr zufrieden“,lobte Allofs den Stürmer.

Mit dem Beginn der zweiten Halbzeit konnte der Sportchef allerdings nicht zufrieden sein. „Wir haben einen Gang zurückgeschaltet“, kritisierte Allofs. Das sei einerseits mit einer 3:0-Führung im Rücken und heftigen 35 Grad Hitze auf dem Spielfeld verständlich, „trotzdem haben wir uns in Situationen gebracht, die gefährlich und unnötig waren.“

Dass nichts Schlimmes passierte, lag zum einen an der Berliner Harmlosigkeit im Abschluss, zum anderen aber am konsequenten Defensivverhalten der Bremer, allen voran von Naldo, der immer wieder die Brände löschte. „In der zweiten Halbzeit haben wir nachgelassen, das war nicht so clever“, fand Kapitän Torsten Frings.

Trainer Thomas Schaaf reagierte und wechselte die beiden nun müde wirkenden offensiven Mittelfeldspieler Mesut Özil und Marko Marin aus, brachte in Aaron Hunt und Philipp Bargfrede zwei frische Kräfte. Bargfrede führte sich auch gleich gut ein. In der halben Stunde, die er auf dem Platz stand, schoss er fünfmal aufs Tor. „Der Trainer hat gesagt, ich soll mutiger den Abschluss suchen, das habe ich getan. Leider hatte ich kein Zielwasser getrunken“, grinste der 20-Jährige.

Das hatte vermutlich Marcelo Moreno verabreicht bekommen. Werders neuer Stürmer wurde in der 79. Minute eingewechselt und legte in Windeseile noch einen blitzsauberen Doppelpack (87./89.) zum 5:0-Endstand hin. „Ich habe immer gesagt, dass Marcelo Tore schießen kann“, freute sich Trainer Schaaf, „wenn er körperlich noch besser drauf ist, werden wir noch viel Freude an ihm haben.“ Moreno selbst strahlte wie ein Honigkuchenpferd: „Ich bin einfach nur glücklich!“

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