4:1 - Pizarro knackt Elbers Rekord

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Freude über die Führung: Marko Marin brachte Werder Bremen bereits in der fünften Minute in Front.

Mönchengladbach - Von Björn Knips - Jahrelang war es im Borussia-Park für Werder wie verhext – und jetzt feierten die Bremer dort gleich mehrere Erfolgsgeschichten auf einmal. Die wichtigste betraf gestern natürlich das Ergebnis: Die Norddeutschen gewannen bei Borussia Mönchengladbach deutlich mit 4:1 (2:0).

Es war der erste Dreier der Bremer überhaupt in der neuen Heimspielstätte der Gladbacher (seit 2005). Ein ganz wichtiger dazu, denn Werder meldete sich im Kampf um die Spitzenplätze in der Fußball-Bundesliga endlich zurück. Und das dank eines überragenden Sebastian Mielitz: Die eigentliche Nummer drei im Werder-Tor verscheuchte mit tollen Paraden den Gladbach-Fluch fast im Alleingang. Da musste sich sogar der große Claudio Pizarro trotz seines Torrekords mit einer Nebenrolle begnügen.

Bilder vom Spiel

Bremen gewinnt in Gladbach

Aber das passte einfach zu dieser verrückten Partie vor 53 511 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Borussia-Park. „Das Spiel hätte auch 10:6 ausgehen können“, wunderte sich Werder-Kapitän Torsten Frings über die Konfusion in beiden Abwehrreihen und forderte: „Wir müssen hinten viel besser stehen und viel besser nach hinten arbeiten. Zum Glück hat Sebastian ein überragendes Spiel gemacht. Er kann sehr stolz auf seine Leistung sein.“

Wer war der beste Spieler? Unten könnt ihr abstimmen!

Zu Beginn hatten die Bremer den Ersatz des verletzten Stammkeepers Tim Wiese gar nicht gebraucht. Denn vorne lief es wie am Schnürchen. Erst ließen die schwachen Gladbacher einen harmlosen Freistoß ihres Ex-Kollegen Marko Marin passieren – 1:0 (5.), dann durfte Wesley aus der eigenen Hälfte bis zum Strafraum laufen und fast ungehindert schießen – 2:0 (12.). Bei beiden Gegentoren sah auch Borussen-Keeper Logan Bailly nicht gut aus, wenngleich der Wesley-Schuss von Anderson Bamba noch abgefälscht worden war. Die Fans sahen es anders und bedachten ihren Torwart fortan bei jeder gelungenen Aktion mit höhnischem Beifall. Aber auch der Rest des Teams bekam mit Sprechgesängen wie „Wir wollen euch kämpfen sehen“ sein Fett weg.

Das wirkte. Gladbach erwachte. Doch Mielitz reagierte gegen Mohamadou Idrissou glänzend (23.), nachdem Mikael Silvestre übel gepatzt hatte. Die anschließende Ecke köpfte Igor de Camargo an den Pfosten. Glück für Werder, das Marin hätte vollkommen machen müssen. Doch sein Alleingang endete mit einem kläglichen Lupfer neben dem Tor (30.). Auf der anderen Seite verloren de Camargo (31.) und Idrissou (39.) die nächsten Duelle mit Teufelskerl Mielitz.

So ging’s auch nach der Pause weiter: Mielitz rettet vor Idrissou (50.), Mielitz entschärft einen Idrissou-Kopfball mit dem Fuß (51.). Und diese Rettungstat des 21-Jährigen tat den Gästen richtig weh, denn im Gegenzug markierte Aaron Hunt nach Vorarbeit von Marin das 3:0 (51.). Besonders bitter für Gladbach: Jens Wissing und Filip Daems hatten Hunts Schuss im Doppelpack unhaltbar abgefälscht.

Das musste es doch gewesen sein, oder? Natürlich nicht. Werder fehlte immer noch die nötige Sicherheit, um diesen Vorsprung souverän ins Ziel zu bringen. Sebastian Prödl ließ Marco Reuss laufen, der – natürlich – an Mielitz scheiterte, doch den Abpraller beförderte Per Mertesacker unglücklich ins eigene Netz (67.). „Die Gladbacher hatten mir schon leid getan. Die hatten so viele Chancen, wir durften hier heute nicht zu null gewinnen“, merkte der Unglücksrabe etwas süffisant an. Denn in Wirklichkeit war er stocksauer über das Defensivverhalten seiner Mannschaft.

Das blieb letztlich ohne Folgen, weil’s vorne zu gut lief. Der starke Wesley bediente Pizarro mit einer Maßflanke – 4:1 (75.). Endlich hatte der Peruaner sein 134. Bundesliga-Tor erzielt und damit Giovane Elber als besten ausländischen Torschützen in der Bundesliga abgelöst. „Das bedeutet mir sehr viel“, freute sich Pizarro über den Rekord – und seinen ersten Bundesliga-Treffers in dieser Saison.

Mann des Tages war aber eindeutig Sebastian Mielitz. „Solche Tage als Torwart wünscht man sich öfter“, freute sich der 21-Jährige nach seinem dritten Bundesliga-Einsatz. Die große Party fiel aber aus. „Ich glaube, ich habe zu Hause gar kein Bier“, schmunzelte Mielitz und versicherte, dass es auch keinen Abstecher zum Freimarkt geben wird. Schließlich steht schon am Dienstag der PokalHit bei den Bayern an, und da will er wieder auftrumpfen: „Wir fahren mit breiter Brust nach München und können auch da gewinnen.“

Die Statistik

Tore: 0:1 Marin (5.), 0:2 Wesley (12.), 0:3 Hunt (51.), 1:3 Mertesacker (67., Eigentor), 1:4 Pizarro (75.)

Zuschauer: 53.511

Torschüsse: 16:14

Ecken: 2:3

Ballbesitz: 44:56 

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