Werders Gewinner und Verlierer der miesen Hinrunde

Wiedwald top, Junuzovic ein Flop

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Werder-Keeper Felix Wiedwald

Bremen - Von Björn Knips. Werder ist wieder unten, überwintert wie vor einem Jahr auf dem Relegationsplatz. Aber es war nicht alles schlecht in der Hinrunde, es gibt auch einige wenige Gewinner – und Hoffnungsträger. Wer das ist, wer enttäuscht hat und wer sonst noch im Blickpunkt stand, hier ein Überblick:

Die Gewinner

Felix Wiedwald: Die Torwartdiskussion ist Vergangenheit – dank des Rückkehrers. Der 25-jährige Neuzugang von Eintracht Frankfurt spielte eine gute Hinrunde. Aber auch mit ihm gab es 32 Gegentore – und in Darmstadt und gegen Dortmund sah auch Wiedwald dabei nicht gut aus.

Anthony Ujah: Ohne seine Tore wäre Werder schon Letzter und raus aus dem Pokal. Traf sieben Mal in der Liga und in allen drei Pokalspielen. Keine Monsterquote, aber schon okay. Die Fans lieben ihn, weil der 25-Jährige immer alles gibt. Einmal wollte er aber zu viel, trat als gefoulter Spieler ausgerechnet gegen seinen Ex-Club Köln zum Strafstoß an – und verpasste das 2:0. Das 1:1 gegen Köln tat deshalb noch mehr weh.

Jannik Vestergaard: Der unumstrittene Abwehrchef. Aber diesen Laden mit Dauer-Öffnungszeiten kann auch ein 1,99 Meter großer Däne nicht dicht halten. Seine beiden Tore brachten gegen Mönchengladbach einen Sieg und gegen Köln einen Punkt.

Santiago Garcia: Wieder der Alte mit ganz viel Dampf. Es hat sich gelohnt, dass er die Patellasehnenprobleme im Sommer auskuriert hat. Sein feiner linker Fuß ermöglichte Pizarros Premierentreffer. Allerdings: Garcia zeigt noch zu oft seine schlechte Seite mit den taktischen Defiziten.

Die Konstanten

Philipp Bargfrede: Werders Herzschrittmacher, der gleichmäßig den Takt vorgibt. Das ist positiv, aber manchmal auch negativ. Denn der Puls muss auch mal nach oben schnellen – für überraschende Aktionen, die den Gegner aus dem Konzept bringen.

Clemens Fritz: Er läuft und läuft und läuft – auch mit 35 Jahren. Respekt! Das ist gut. Weniger gut ist eine andere Konstante: Der Mittelfeldspieler schießt keine Tore (das letzte am 20. August 2011) und bereitet zu wenige vor (zwei in der Hinrunde).

Theodor Gebre Selassie: Mr. Zuverlässig! Was den defensiven Part des Rechtsverteidigers betrifft. Nach vorne macht der 28-Jährige weiterhin zu wenig.

Assani Lukimya: Alles wie immer: Er gewann sehr viele Zweikämpfe, enttäuschte im Spielaufbau und leistete sich einige Böcke, den dicksten zum ganz späten Elfmeter gegen Ingolstadt (0:1), der einen Punkt kostete.

Janek Sternberg: Im Pokal beim 4:3 gegen Gladbach top mit seinem ersten Tor für Werder, aber in der Bundesliga weiterhin ein Flop. Der 23-Jährige bemüht sich sehr, ist aber als Linksverteidiger überfordert.

Die Verlierer

Zlatko Junuzovic: Sechs Tore und 15 Assists – das ist die Vergangenheit. Zwei Tore (beide in Hoffenheim) und zwei Assists – das ist die Gegenwart. Der Topverdiener hat total enttäuscht, aus dem Freistoß-König wurde ein Standard-Flop. Vielleicht lag es an seinen gesundheitlichen Problemen. Laboriert aktuell an einer Schultereckgelenksprengung.

Fin Bartels: Die Überraschung der Vorsaison überrascht nicht mehr. Viel unterwegs, aber wenig effektiv. Zwei Tore und eine Vorlage sind viel zu wenig für einen Offensivmann.

Felix Kroos: Erst wenn im defensiven Mittelfeld keine Alternativen mehr da sind, darf der 24-Jährige ran. Liebäugelt mit einem Wechsel, darf aber nur weg, wenn eine Ablöse fließt und Werder Ersatz findet.

Alejandro Galvez: Der Spanier kann selbst nicht verstehen, wo sein Selbstvertrauen geblieben ist. Schien eigentlich als Innenverteidiger neben Vestergaard gesetzt, doch Lukimya konnte ihn immer mal wieder verdrängen. Das sagt eigentlich alles.

Die Hoffnungsträger

Claudio Pizarro: Erst die große Willkommensparty, dann der ebenso große Kater, weil Pizarro irgendwie nicht mehr Pizarro war. So schien es. Okay, so schnell wie früher wird er nicht mehr. Aber spielerisch sieht das beim 37-Jährigen immer besser aus, und der Torriecher funktioniert auch wieder: zwei Mal in der Bundesliga, ein Mal im Pokal. Jetzt noch eine gute Vorbereitung, dann kann Pizarro Werder retten.

Aron Johannsson: Zwei Tore in sechs Spielen – der Last-Minute-Transfer und Di-Santo-Ersatz ist überraschend gut gestartet und dann überraschend lange ausgefallen. Seit Ende September fehlt der Isländer mit US-Pass schon wegen einer Nervenirritation im Hüftbereich. Wird der 25-Jährige rechtzeitig fit, ist er ein vielversprechender Winter-Zugang.

Die Zeugnisse der Werder-Profis

Florian Grillitsch: Der 20-Jährige gilt als der Newcomer der Hinrunde. Seine Durchschnittsnote von 4,19 sagt allerdings etwas anderes aus. Dafür ist auch seine Blackout-Partie zum Schluss in Frankfurt mitverantwortlich. Der Österreicher hat aber auch viel Gutes gezeigt, von ihm kann noch einiges kommen.

Levin Öztunali: Agierte wochenlang wie ein gedrosseltes Motorrad, dann fand er endlich den Gaszug. Es waren zwar bislang nur kurze Spritztouren, aber bei einem 19-Jährigen mit diesem Talent kann daraus schnell mehr werden.

Ulisses Garcia: Das Schnäppchen aus der Schweiz. Kam ablösefrei von Grashopper Zürich und wurde sofort zur festen Größe auf der linken Seite: erst in der Abwehr, dann im Mittelfeld. Verletzungen stoppten den 19-Jährigen, jetzt ist er aber wieder fit.

Und sonst noch…

Maximilian Eggestein: Der Spielmacher für einen Sommer. Durfte in der kompletten Vorbereitung als Zehner auflaufen, doch nach zwei durchwachsenen Leistungen im Pokal und der Liga war der 19-Jährige raus. Es folgten nur noch 31 Bundesliga-Minuten.

Melvyn Lorenzen: Eigentlich das aktuell größte Werder-Talent. Doch der 21-Jährige findet in der Bundesliga wegen Verletzungen (Knieprobleme), schlechter Ernährung (Baguette-Affäre) und Formkrise in der U 23 (nur ein Tor in neun Spielen) kaum statt.

Luca Zander: Die tragische Figur der Hinrunde. Beide Debüts gingen in die Hose. Gegen Leverkusen (0:3) kam der 20-Jährige, als sich die Kollegen schon aufgegeben hatten. In Wolfsburg (0:6) stand er erstmals in der Startelf und gegen groß aufspielende VW-Kicker auf verlorenem Posten.

Raphael Wolf: Die Hüfte, immer wieder die Hüfte. Operation im Juni, Operation im November – im Januar soll der Keeper wieder einsteigen, aber sicher ist das nicht.

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