Werder mit Arnautovic und Hunt

Fit für das "heilige Derby"

In Hamburg mit dabei: Aaron Hunt und Marko Arnautovic

Bremen - Von Carsten Sander. Nach dem Training kam Marko Arnautovic noch mal aus der Kabine. In Badelatschen wetzte er über die Straße zu seinem Auto, fischte seine Medikamente vom Beifahrersitz. Ganz ohne scheint es für ihn nach seinem Magen-Darm-Infekt noch nicht zu gehen. Aber Arnautovic’ Wohlbefinden ist wenigstens so weit wieder hergestellt, dass der Außenstürmer des SV Werder Bremen gestern das Abschlusstraining absolvierte.

Nach dem Training kam Marko Arnautovic noch mal aus der Kabine. In Badelatschen wetzte er über die Straße zu seinem Auto, fischte seine Medikamente vom Beifahrersitz. Ganz ohne scheint es für ihn nach seinem Magen-Darm-Infekt noch nicht zu gehen. Aber Arnautovic’ Wohlbefinden ist wenigstens so weit wieder hergestellt, dass der Außenstürmer des SV Werder Bremen gestern das Abschlusstraining absolvierte. Was bedeutet: Er kann heute (ab 15.30 Uhr in unserem Liveticker ) im Nordderby beim Hamburger SV mitwirken. Und da sich auch Aaron Hunt zurückmeldete, machte Werder-Coach Thomas Schaaf auf seiner gewiss nicht kurzen Problemliste gleich zwei Haken: „Beide stehen im Kader.“

Fingerzeige, dass sich das Duo nach jeweils zweitägiger Auszeit auch in der Startelf wiederfinden wird, lieferte der Coach indes nicht. Das Trainingsspiel absolvierten beide im B-Team. Hunt gab dabei eine bessere Figur ab als Ar-nautovic. Der Österreicher wirkte nicht topfit, wenngleich er vorgab, es zu sein: „Ich war doch nur zwei Tage weg, da verliert man nicht viel. Ich fühle mich gut, bin bereit zu spielen.“ Hunt hatte wegen einer Erkältung mit dem Training ausgesetzt. „Ich war ein bisschen schlapp. Aber jetzt bin ich wieder auf dem alten Stand“, vermeldete er gestern.

Also: Werder geht heute in Bestbesetzung in das 98. Nordderby. Allerdings nicht in der „Bestbesetzung“, die zuletzt gegen Borussia Dortmund eine blamable Leistung abgeliefert und 0:5 verloren hatte. Thomas Schaaf lässt Innenverteidiger Sebastian Prödl und Torlos-Stürmer Eljero Elia wohl auf der Bank, zudem hat Aleksandar Ignjovski Chancen, Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie zu verdrängen. Prödls Part im Abwehrzentrum übernimmt Assani Lukimya, Elia weicht dem Versuch, mit Kevin de Bruyne auf der linken Außenbahn zu spielen.

„Die Null muss stehen“

Über rechts soll der gegen Dortmund noch gesperrte Arnautovic Druck machen. Und er hat sich für das Duell mit dem Bremer Erzrivalen aus Hamburg viel vorgenommen. „Das ist nicht nur ein Bundesliga-Spiel, das ist ein Nordderby. Und ein Nordderby ist heilig“, sagt der 24-Jährige. Er gehörte zwar nicht zu jenen, die sich vom BVB demütigen ließen, dennoch lastet das 0:5 auch auf ihm, gibt Arnautovic zu. Das könne Die Mannschaft nicht auf sich sitzen lassen, meint er und empfiehlt zur Imagepflege einen Sieg in Hamburg: „Dann sieht alles schon wieder anders aus.“

Stimmt. Aber erstmal muss auch tatsächlich gewonnen werden. Die jüngste Bilanz gegen den HSV ist mit drei Siegen in Folge zwar hervorragend, mit einer ähnlichen Vorstellung wie gegen den BVB würden die Bremer aber mit absoluter Sicherheit zum Totengräber der eigenen Serie werden. Das zu verhindern, ist der Wille aller, die das „W“ auf dem Trikot tragen. „Noch so eine Leistung darf uns nicht passieren“, sagt Kapitän Clemens Fritz und hofft inständig, dass die Mannschaft aus den Fehlern gelernt hat. „Hinten muss die Null stehen“, fordert der 32-Jährige: „Und wenn dann doch ein Tor gegen uns fällt, dürfen wir uns davon nicht so aus der Bahn werfen lassen wie gegen Dortmund. Haken dran und weiter – so muss es sein.“

Das kopflose Vorgehen auf dem Platz, die Passivität in den Zweikämpfen, der taktische Fehlgriff des Trainers – das waren die Komponenten, die zum Mega-Fehlstart in die Rückrunde geführt hatten. Heute kehrt Werder zumindest mit der Taktik zum in der Hinrunde praktizierten System zurück. „Das haben wir ja das ganze Jahr trainiert, das kann uns schon helfen“, glaubt Aaron Hunt. Doch am wichtigsten wird sein, dass sich Werder selber hilft. Wie? Indem die Hamburger Imtech-Arena mit Bremer Leidenschaft gefüllt wird. Egal wie es ausgeht, meint Mittelstürmer Nils Petersen, „auf keinen Fall sollten wir uns hinterher vorwerfen lassen müssen, dass unsere Trikots noch sauber sind und wir nicht alles gegeben haben“.

Marko Arnautovic sinniert sogar darüber „mehr als alles geben“ zu wollen. Ist ja schließlich ein Derby, ein „heiliges“ noch dazu.

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