Werder feiert den ersten Sieg - 2:1 gegen Wolfsburg

Goldköpfchen Gebre Selassie

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Matchwinner Gebre Selassie

Bremen - Von Malte Rehnert. Um 20.18 Uhr wackelte das Weserstadion in seinen Grundfesten. Theodor Gebre Selassie hatte gerade mit seinem Kopfballtor nach Ecke von Bundesliga-Debütant Niklas Schmidt für den erlösenden ersten Bundesliga-Sieg im fünften Spiel gesorgt. Und der war sowas von verdient!

Beim 2:1 (0:0) gegen den VfL Wolfsburg waren die Bremer durch ein Eigentor von Robert Bauer (69.) in Rückstand geraten. Doch sie schlugen ganz spät noch doppelt zurück. Erst besorgte Lennart Thy das 1:1 (86.) – und dann kam Gebre Selassie! Mit nun drei Punkten machte Werder in der Tabelle einen ordentlichen Sprung nach oben. Vom letzten Platz auf Rang 15.

Interimscoach Alexander Nouri wollte in seinem zweiten und wohl trotz des Sieges letzten Spiel (Werders Trainersuche läuft) eigentlich die gleiche Startelf wie am Mittwoch bei seiner Bundesliga-Premiere gegen Mainz (1:2) aufs Feld schicken. Doch Lamine Sane machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Der senegalesische Innenverteidiger musste mit Problemen am rechten Knie kurzfristig passen, so dass Milos Veljkovic (zuletzt bei der U23) nicht nur in den Kader, sondern direkt in die Anfangsformation rutschte. Ansonsten blieb alles beim Alten: Mittelfeldmann Izet Hajrovic durfte ebenso wieder ran wie Ousman Manneh als einzige Spitze. Sehr interessant war die Besetzung der Ersatzbank, auf der Keeper Felix Wiedwald, Lennart Thy, Ulisses Garcia, Janek Sternberg, Niklas Schmidt und Lukas Fröde saßen. Gar nicht im 18er-Aufgebot waren erneut Thanos Petsos und Fallou Diagne. Auch der wieder genesene Sambou Yatabare und Florian Kainz fehlten.

Werder begann vor 40.153 Zuschauern im erneut nicht ausverkauften Weserstadion schwungvoll. Die Fans waren deshalb gleich voll da und hätten beinahe das frühe 1:0 zu sehen bekommen. Doch nach einer Ecke von Zlatko Junuzovic köpfte Niklas Moisander völlig freistehend drüber (7.). Auf der anderen Seite verzog Vieirinha (12.). Doch die eindeutig besseren Gelegenheiten besaßen die engagierten Gastgeber. Bei Junuzovics Freistoß-Schlenzer aus 18 Metern hatten die Fans schon den Torschrei auf den Lippen, doch der Ex-Bremer Koen Casteels im Wolfsburger Kasten parierte glänzend (28.). Und der agile Serge Gnabry schoss wenig später knapp vorbei (34.). Vom erschreckend harmlosen VfL und Torjäger Mario Gomez (wirkte wie ein Fremdkörper) war in der Offensive fast gar nichts zu sehen. Von Werder dagegen schon: Vorlage Manneh, Schuss Theodor Gebre Selassie – links daneben (39.). Insgesamt war es ein starker, griffiger Werder-Auftritt in der ersten Halbzeit. Die herausragenden Werte lieferten die beiden Mittelfeldmänner Clemens Fritz (Zweikampfquote 100 Prozent) und Zlatko Junuzovic (Passquote 100 Prozent). Das einzige, aber große Manko aus Sicht der Bremer: Das ersehnte Tor fehlte!

„Joker“ Lennart Thy knallte den Ball ins kurze Eck

Auch im zweiten Durchgang ging Werder gleich früh drauf und versuchte, einen geordneten Wolfsburger Spielaufbau zu unterbinden. Mehrfach mit Erfolg. Den etwas verbesserten Gästen fehlten weiterhin die Ideen, um die sichere Bremer Defensive zu knacken. Und Werder blieb (anders als im Heimspiel zuvor gegen Mainz) extrem giftig, was von den Rängen mit immer lauter werdender Unterstützung honoriert wurde. Das längst überfällige 1:0 fiel aber immer noch nicht, Gnabry (58.) und Hajrovic (67.) zielten bei ihren Distanzschüssen zu hoch.

Wie aus dem Nichts ging dann Wolfsburg in Front – mit großer Hilfe der Bremer. Nach einer scharfen Linksflanke von Jannes Horn drosch Linksverteidiger Robert Bauer den Ball aus kurzer Distanz unglücklich ins eigene Tor (69.) – bedrängt vom eingewechselten Bruno Henrique. Bauer reklamierte Foul, doch Schiedsrichter Deniz Aytekin (Oberasbach) gab den Treffer. Zu Recht. Der überraschende Rückstand war (verständlicherweise) ein heftiger Schock für die Bremer. Doch sie gaben sich noch nicht geschlagen, kämpften weiter – und wirkten diesmal auch körperlich nicht so platt wie noch am Mittwoch. Und am Ende belohnten sie sich noch für einen sehr überzeugenden Auftritt. „Joker“ Lennart Thy knallte den Ball mit links halbhoch ins kurze Eck (86.). Riesenjubel im Weserstadion! Und der wurde sogar noch größer, als Schmidt mit seiner Ecke in der Nachspielzeit den Kopf von Gebre Selassie fand (90. + 2). Kurz darauf war Schluss – und die extreme Erleichterung überall greifbar.

Werder Bremen - VfL Wolfsburg 2:1 (0:0)
0:1 Bauer (69. Eigentor)
1:1 Thy (86.)
2:1 Gebre Selassie (90.+1)
Bremen: Drobny - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Bauer - Grillitsch - Hajrovic (90. Fröde), Fritz (76. Schmidt), Junuzovic, Gnabry - Manneh (73. Thy). - Trainer: Nouri
Wolfsburg: Casteels - Vieirinha, Bruma, Wollscheid, Horn (72. Ricardo Rodriguez) - Arnold - Blaszczykowski (62. Henrique), Seguin (46. Caligiuri), Gerhardt, Draxler - Gomez. - Trainer: Hecking
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach) 
Zuschauer: 40.153
Gelbe Karten: Junuzovic - Bruma (2), Seguin, Horn
Erweiterte Statistik (Quelle: deltatre)
Torschüsse: 16:11
Ecken: 6:2
Ballbesitz: 43:57 Prozent
Zweikämpfe: 65:93

Quelle: DeichStube

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