Werder Bremen 1:1 gegen VfB Stuttgart

Knaller von Klaassen - mehr ging nicht

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Davy Klaassen und Werder Bremen spielten gegen den VfB Stuttgart 1:1.

Bremen – 61 Sekunden – längerte dauerte es nicht, bis am Freitagabend aus einer großen Bremer Erwartung ein großes Bremer Problem wurde. Nach nur einer Minute und einer Sekunde lag der SV Werder im eigenen Stadion gegen den VfB Stuttgart mit 0:1 zurück – und diesem Fehlstart folgte ein zähes Spiel.

Davy Klaassen gelang per Distanzschuss der Ausgleich (45.), doch ansonsten arbeiteten sich die Bremer an der Stuttgarter Abwehr ab. Es blieb beim 1:1, das für Werder auf dem Weg ins internationale Geschäft zu wenig war, das Stuttgarts in der Kritik stehenden Trainer Markus Weinzierl aber die Möglichkeit zum Durchpusten gibt.

Vor das erste Problem war Werder-Coach Florian Kohfeldt schon vor dem Anpfiff gestellt. Denn Philipp Bargfrede fiel mit muskulären Problemen aus. Für ihn stellte Kohfeldt Nuri Sahin in die Startelf, was sich zunächst allerdings nicht als gute Wahl erwies. Sahin war am 0:1 maßgeblich beteiligt, zeigte in der Anfangsphase gleich mehrere Unsicherheiten.

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Werder tat sich schwer gegen schlechteste Abwehr der Liga

Die zweite Neuerung in der Startelf trug den Namen Josh Sargent. Erstmals kam der gerade 19 Jahre alt gewordene US-Stürmer in der Bundesliga von Anfang an zum Einsatz und verdrängte Johannes Eggestein auf die Bank. Doch an diese bemerkenswerte Personalwahl dachte schon kurz nach dem Anpfiff niemand mehr im mit 41.000 Zuschauern besetzten Weserstadion. Denn Werder startete im Tiefschlafmodus in die Partie. Ein langer Ball von Andreas Beck erreichte via Mario Gomez den im Zentrum durchstartenden Zuber, der Sahin locker weglief und sich auch von Theodor Gebre Selassie nicht bedrängen ließ. Ein Schuss ins kurze Ecke – schon lag Werder gegen die schlechteste Rückrundenmannschaft der Liga zurück.

Reaktion? Zunächst weitere Unsicherheiten. Gomez hatte sogar das 0:2 auf dem Fuß (9.). Erst danach kam auch Werder langsam in Gang. Aber eben nur langsam. Das Tempo, das Coach Kohfeldt im Vorfeld gefordert hatte, brachten die Bremer nicht auf den Platz. Bezeichnend, dass eine Einzel- und eine Zufallsaktion zu den beiden besten Bremer Chancen führten. Milot Rashica kam jeweils zum Abschluss, blieb aber glücklos (15./30.). Ansonsten blieben die einfallslos wirkenden Platzherren immer wieder in der dichtgestaffelten Stuttgarter Defensive hängen. Kombinationen führten nicht Richtung Tor, Flanken kamen nicht an. Es war schon ernüchternd, wie schwer sich Werder gegen die mit 50 Gegentreffern schlechteste Abwehr der Liga tat. Der Datendienst Opta listete zur Halbzeit nur drei Bremer Aktionen im Stuttgarter Strafraum auf.

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Davy Klaassen bejubelt gemeinsam mit Max Kruse sein Tor zum 1:1 für Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart.

Es brauchte schon einen besonderen Moment, um den Fehlstart auszubügeln. Geliefert wurde dieser Moment von Klaassen, der sich 24 Meter vor dem Tor um Gonzalo Castro drehte und wuchtig abzog – drin (45.). Doppeltes Glück für Werder: Unmittelbar vor dem Ausgleich hatte Gomez frei vor Pavlenka erneut die Riesenchance zum Stuttgarter 2:0 ausgelassen. Weshalb gegen die Halbzeit-Zusammenfassung von Eurosport-Experte (sowie Ex-VfB-Profi und Ex-VfB-Trainer) Matthias Sammer nur wenig einzuwenden war: „Spielanteile für Werder, Chancen für Stuttgart. Das Unentschieden ist schmeichelhaft für Werder.“ Wobei: Übermäßiges Lob hatten die Gäste für ihre reine Kontertaktik auch nicht verdient.

Nach der Pause stellte sich der Tabellen-16. bei Bremer Ballbesitz in einem 4-5-1 vor dem eigenen Tor auf, hielt Werder so vom eigenen Tor fern. Sargent, den Kohfeldt wegen dessen starker körperlicher Präsenz aufgestellt hatte, fand kaum statt. Das Stadion wartete auf die Einwechslung von Claudio Pizarro – und nach einer Stunde war es dann soweit. Der 40-Jährige kam, die Fans sangen seinen Namen und alle hofften auf den Pizarro-Effekt, auf den besonderen Kick, auf die Mystik einer Legende. Wieder einmal.

Fotostrecke: Zubers Blitz-Start - Klaassens Hammer

Werder Bremen gegen VfB Stuttgart
Werder Bremen gegen VfB Stuttgart © gumzmedia
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Werder-Führung lag in der Luft

Fun-Fact am Rande: Mit Pizarro und Sahin standen erstmals der älteste und der jüngste Torschütze der Bundesliga-Geschichte gemeinsam auf dem Platz. Und beinahe hätten sie sogar das 2:1 produziert. Eine Rashica-Hereingabe ließ Pizarro durchrutschen, aus dem Hintergrund scheiterte Sahin an VfB-Keeper Ron-Robert Zieler (72.). Danach war Schluss für den ehemaligen türkischen Nationalspieler, Johannes Eggestein kam. Das Signal: Noch mehr Offensivpower.

Der Druck der Bremer wurde auch größer und größer. Nach einem Eckball fischte Zieler einen Gebre-Selassie-Kopfball von der Linie, Sebastian Langkamp bekam den Nachschuss nicht kontrolliert auf das Tor (78.). Die Bremer Führung lag in manchen Momenten in der Luft, aber dort blieb sie auch.

Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Langkamp, Moisander, Augustinsson - Sahin (72. J. Eggestein) - M. Eggestein, Klaassen (84. Möhwald) - Kruse - Sargent (60. Pizarro), Rashica

Quelle: DeichStube

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