Werder zeigt beim Sieg gegen Enschede viel von Kohfeldts neuer Spielidee

Wenn ein Plan funktioniert

San Pedro del Pinatar - Das Vorhaben war durchaus riskant: Quasi in einem Crashkurs wollte der neue Werder-Coach Florian Kohfeldt dem Team seine Spielidee endgültig einimpfen.

So viel wurde in so kurzer Zeit bei Werder wohl noch nie taktisch gearbeitet. Eine echte Herausforderung für die Profis. Da sind schnelle Erfolgserlebnisse wichtig, damit alle von dem Weg überzeugt bleiben. Der 4:0 (3:0)-Testspielsieg gegen Twente Enschede kam also wie gerufen – und die Erleichterung bei den Beteiligten war nicht zu übersehen.

„Es war ein gelungener Test. Wir konnten viel umsetzen, von dem, was das Trainerteam von uns verlangt hat und woran wir die Woche intensiv gearbeitet haben“, urteilte Mittelfeldspieler Jerome Gondorf: „Und ein 4:0 ist auch in einem Trainingsspiel nicht gang und gäbe.“

Werder hatte einen perfekten Start erwischt. Schon nach drei Minuten erzielte Florian Kainz mit einem beherzten Rechtsschuss das 1:0. Der Österreicher war nicht nur wegen dieser Szene einer der auffälligsten Spieler auf dem Platz. Dazu zählte auch Max Kruse, der schon in der 15. Minute nach feiner Vorarbeit von Robert Bauer auf 2:0 erhöhte. Der Angreifer besorgte auch das 3:0 (40.) – diesmal per Elfmeter. Kainz war von den Beinen geholt worden.

Gegner keine Torchance gestattet

Die Führung war hochverdient, die Bremer hatten die Partie nicht nur im Griff, sie bestimmten auch ihren Rhythmus und brachten den Tabellen-16. der ersten Liga der Niederlande immer wieder mit schnellen Kombinationen in Bedrängnis. Das freute Maximilian Eggestein noch mehr als das Ergebnis. „Letztendlich war es nur wichtig, die Dinge umzusetzen, die wir im Training einstudiert haben“, meinte der Mittelfeldspieler und zählte dann auf: „Wir versuchen, ein gutes Gegenpressing zu zeigen, gut nachzurücken, von hinten rauszuspielen und uns immer wieder in Positionen zu bringen, in denen wir herausspielen können.“

Kohfeldt gefiel zudem, dass dem Gegner keine einzige Torchance gestattet wurde: „Das spricht für eine gute Balance“,meinte er. Und erleichtert nahm der 35-Jährige zur Kenntnis, „dass wir den Zug zum Tor wiedergefunden haben“. Der war wegen der vielen Unterbrechungen im Training irgendwie auf der Strecke geblieben.

Trotz Rot Elf gegen Elf

Nach dem Wechsel gab es allerdings nur noch einen Treffer. Der eingewechselte Johannes Eggestein hatte sich ein Herz genommen und aus 23 Metern eingenetzt (79.). Für die Besonderheit der zweiten Hälfte sorgte allerdings ein anderer: Milos Veljkovic. Nach wiederholtem Foulspiel sah er vom spanischen Schiedsrichter Jose Joaquin die Ampelkarte. Sehr zum Ärger beider Trainer, denn sie wollten ja einen Test Elf gegen Elf. Also gab Twente-Coach Gertjan Verbeek, der auch schon Bochum und Nürnberg trainiert hat, seinem Kollegen ein Zeichen. Auch der Schiri konnte überzeugt werden, dass Veljkovic nach seinem Platzverweis durch Lamine Sane ersetzt werden durfte. „Eine nette Geste von Verbeek“, meinte Kohfeldt.

Bei aller Zufriedenheit mahnte der Werder-Coach aber zur vernünftigen Einordnung: „Wir sind nicht über alle Maßen gefordert worden.“ Und in der zweiten Hälfte sei auch nicht so strukturiert gespielt worden. Das lag aber auch an der Herausnahme der starken Philipp Bargfrede, Niklas Moisander und Kruse.

Heute geht es zurück nach Bremen. „Wir haben noch eine Woche Zeit, und die Tage wollen wir nutzen, um die ein, zwei Kleinigkeiten, die nicht geklappt haben, noch umzusetzen“, meinte Maximilian Eggestein und fügte mit einem breiten Grinsen an: „Um dann gegen Hoffenheim gewinnen zu können.“ Das ist das Ziel. Die Zuversicht, dass dies gelingt, ist durch das Trainingslager in jedem Fall gestiegen.

Fotostrecke: Werder Bremen vs. Twente Enschede

Werder Bremen: Pavlenka - Bauer (46. Gebre Selassie), Veljkovic (65. Gelb-Rot, für ihn spielte Sane weiter), Moisander (70. Caldirola), Augustinsson (80. Jacobsen) - Bargfrede (46. Gondorf), M. Eggestein, Junuzovic - Hajrovic (70. Vollert), Kruse (70. J. Eggestein), Kainz.

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Quelle: DeichStube

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