In der Liga auf Kurs, im Pokal jetzt gegen Schalke

Werder auf zwei Autobahnen Richtung Europa

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Sollte Werder am Mittwoch im Pokal gegen den FC Schalke gewinnen, ist ein Ausflug zum Endspiel nach Berlin zumindest in Sichtweite.

Bremen – Montagmorgen am Weserstadion. Auf dem Trainingsareal ist nicht viel los, fast alle Werder-Profis haben frei. Nur drei Mann müssen schuften: Philipp Bargfrede, Claudio Pizarro und Yuya Osako.

Florian Kohfeldt, der sich eigentlich auch eine Verschnaufpause gönnen könnte, steht mit auf dem Platz, beäugt das Training des Trios ganz genau. Denn er will möglichst alle drei Spieler dabeihaben, wenn der SV Werder am Mittwoch (20.45 Uhr) im DFB-Pokal bei Schalke 04 antritt. Es ist das Spiel, auf das der Trainer sein Team seit der ersten Sekunde nach dem 3:1 gegen Mainz 05 am Samstagnachmittag einschwört.

Es könnte eine großartige Werder-Woche werden

Alle drei würden einen guten Eindruck machen, teilt Kohfeldt nach der Sonderschicht mit, er kann also bis auf den nach wie vor verletzten Fin Bartels auf den kompletten Kader zurückgreifen. Das sind die guten Nachrichten in einer Woche, die eine großartige Werder-Woche werden könnte. Nach dem Sprung auf Bundesliga-Platz sechs am Samstag könnte am Mittwoch der Einzug ins Pokal-Halbfinale geschafft sowie am Sonntag bei Borussia Mönchengladbach der Angriff auf Rang fünf gestartet werden. Aber Stopp, sagen da die Bremer: Bitte eins nach dem anderen! Der 3:1-Sieg über Mainz war am Samstag „für uns schnell abgehakt“, sagte Kohfeldt: „Jetzt zählt nur noch Schalke.“

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Selbst die allgemeine Freude über den Sprung in der Tabelle konnte er nicht so auskosten, wie er es vielleicht gerne gewollt hätte. „Im Stadion war es so, wie wir es aus anderen Jahren kennen“, sagte er zwar. Aber drinnen war es irgendwie anders. „In der Kabine war die Stimmung: Jetzt schnell regenerieren! Denn am Mittwoch haben wir wieder etwas vor“, beschrieb der Coach die Atmosphäre.,

Bei einem Sieg käme Endspiel in Berlin in Sichtweite

Es ist eine Atmosphäre aus Konzentration, Anspannung, Vorfreude und Erwartung. Denn Pokalabende sind Highlights – das ist in der Werder-DNA fest verankert. Und diesmal geht es schon um die Vorschlussrunde, das Endspiel in Berlin käme bei einem Sieg bereits in Sichtweite. Seit dem bis dato letzten Bremer Pokaltriumph vor zehn Jahren haben die Bremer es nur einmal bis in die Runde der letzten Vier geschafft – vor drei Jahren war das. Damals noch mit Kohfeldt als Co-Trainer. Nun ist die Chance wieder da.

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Gegen die in der Liga kriselnden und vor drei Wochen noch mit 4:2 besiegten Schalker ist Werder sogar der Favorit. Aber Sportchef Frank Baumann gibt nichts auf diese Rollenverteilung. Denn wenn ein Wettbewerb Überraschungen produziert, dann der DFB-Pokal. Deshalb sagt der Pokalsieger von 2004 und 2009 mahnend: „Es ist ein K.o.-Spiel, etwas komplett anderes als ein Bundesliga-Spiel. Du kannst alles erreichen, aber auch alles verspielen. Ein Fehler kann den ganzen Wettbewerb entscheiden.“ Und ein guter Tag eine bislang völlig enttäuschende Saison retten. Vor eben dieser Möglichkeit stehen die Schalker. „Für Mittwoch ist der Auftrag klar“, erklärte der neue Sportvorstand Jochen Schneider folglich nach dem 1:0-Sieg im Kellerduell bei Hannover 96 am Sonntag: „Wir wollen ins Halbfinale.“

Wollen und Können – auf diesen Unterschied kommt es an. „Wir müssen noch fokussierter an die Aufgabe herangehen“, forderte Baumann. Und damit fing es schon am Samstag in der Kabine an. Trubel auf den Tribünen, Konzentration drinnen. „Wir wissen, dass wir in den vergangenen Spielen wirklich einen guten Job gemacht haben. Aber jetzt wartet das nächste geile Spiel auf uns“, meinte Stürmer Martin Harnik.

Zwei Wettbewerbe, zwei heiße Eisen

Insgesamt ist die Lage Anfang April diese: Auf zwei Autobahnen rast Werder parallel Richtung Europa. In der Liga mit zuletzt drei Siegen in Folge, im Pokal mit der nächsten großen Herausforderung nach dem Achtelfinal-Coup bei Borussia Dortmund (7:5 nach Elfmeterschießen). Zwei Wettbewerbe, zwei heiße Eisen. „Aber wir müssen jetzt nicht denken, dass wir Europa schon erreicht hätten. Wir haben noch viele wichtige Spiele vor uns – angefangen am Mittwoch“, hebt auch Mittelfeldmann Davy Klaassen warnend den Finger. Er bestätigt auch, dass die Euphorie am Samstag vor der Bremer Kabinentür haltgemacht hat: „Natürlich spüren wir die Stimmung der Fans. Wir selber sind auch froh, müssen diese Freude natürlich auch haben. Aber noch halten wir nichts in der Hand.“ Das spätestens am 25. Mai geändert zu haben, ist das große Ziel. Dann ist Endspieltag in Berlin.

Quelle: DeichStube

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