Der nächste Anlauf

Die wichtigsten Fragen und Antworten vor dem Bayern-Spiel

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Florian Kohfeldt (rechts, mit Co-Trainer Thomas Horsch) scheint beim Abschlusstraining zu grübeln: Wie stelle ich es an, bei den Bayern am Sonntag mal nicht unterzugehen?

Bremen - Es war am Samstagnachmittag, kurz nach 15.00 Uhr, als Florian Kohfeldt zumindest den aktiven Part des Arbeitstages für seine Spieler beendete.

„Feierabend!“, rief der Werder-Trainer quer über den Trainingsplatz, woraufhin sich 22 Männer auf den Weg in die Kabine machten - in dem Wissen, dass die Vorbereitung auf das schwerste Spiel der Saison endgültig abgeschlossen ist.

Kurz danach ging es mit dem Flieger Richtung München, wo Werder Bremen am Sonntag (15.30 Uhr) beim FC Bayern antritt, einem Verein, gegen den der letzte Bremer Sieg knapp zehn Jahre zurückliegt. Werders Ziel ist es, die schwarze Serie von 14 Bundesliga-Niederlagen am Stück endlich zu beenden. Aber wie kann das klappen? Ändert Kohfeldt sein System? Hier kommen Antworten auf diese und andere Fragen kurz vor dem Anstoß.

Was spricht für Werder?

Zugegeben: Beim Blick auf die nackten Zahlen nicht viel. Die letzten sechs Gastspiele in München hat Werder allesamt verloren - und zwar deftig. 0:6, 0:5, 0:6, 2:5, 1:6 und 1:4 lauten die Ergebnisse seit 2011. Macht insgesamt null Punkte und ein Torverhältnis von 4:31. Es sind Statistiken, die Kohfeldt zwar kennt, auf die er aber nicht viel gibt. Werders Trainer konzentriert sich lieber auf den nächsten Anlauf, seinen ersten als Bremer Chefcoach.

In seinen bisher acht Bundesliga-Spielen hat der 35-Jährige bewiesen, dass er in der Lage ist, den Gegner zu überraschen und vor Probleme zu stellen. Warum nicht auch in München? Natürlich sind die Bayern individuell mindestens eine Klasse besser besetzt, aber genau diese Underdog-Rolle will Werder nutzen. „Wir haben nichts zu verlieren und viel zu gewinnen“, sagt Thomas Delaney.

Droht ein erneutes Debakel?

Da Werder unter Kohfeldt einen sehr gefestigten Eindruck macht, spricht wenig dafür, dass die Mannschaft in München wieder unter die Räder kommt. Die Gäste wissen, was sie erwartet und werden wohl kaum ins offene Messer laufen. „Es wäre aber gut, wenn wir kein frühes Gegentor kassieren“, sagt Maximilian Eggestein. Kommen die Bayern einmal ins Rollen, sind sie fast nicht mehr zu stoppen - nicht von Werder, aber auch von sonst keiner Mannschaft in der Liga.

In welchem System tritt Werder an?

Nur mauern werden die Bremer in München nicht, das hat Kohfeldt bereits durchblicken lassen, und es wäre auch nicht der Stil des Trainers. Es ist aber gut vorstellbar, dass er in der Defensive von Vierer- auf Dreierkette umstellt. Vor den Auswärtsspielen in Leipzig (0:2), Dortmund (2:1) und Leverkusen (0:1) hatte sich Kohfeldt für die Variante mit drei Innenverteidigern entschieden, und die jetzigen Voraussetzungen sind durchaus vergleichbar: Wieder geht es auswärts gegen einen Gegner, der spielerisch deutlich stärker ist.

Bekommt Gondorf seine Chance?

Stark im Pokal gegen Freiburg, stark in der Liga gegen Hoffenheim - Mittelfeldspieler Jerome Gondorf drängt auf einen Platz in der Startelf. In München wird er sich aber vermutlich erneut mit der Rolle des Ersatzspielers begnügen müssen. Philipp Bargfrede und Maximilian Eggestein sind fit und gesetzt.

Gleiches gilt auch für Thomas Delaney, der nach seinen muskulären Beschwerden in der Wade längst grünes Licht für einen Einsatz gegeben hat. Auch Kapitän Zlatko Junuzovic ist natürlich immer ein Kandidat fürs Zentrum, wenn Kohfeldt ihn nicht für eine andere Rolle einplant. Die Krux für Gondorf: Er hat bewiesen, dass er als Joker frischen Schwung bringen kann - gut möglich, dass Kohfeldt sich dieser Option nicht berauben möchte.

Quelle: DeichStube

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