Pizarro-Tor nur eine Randnotiz

Werder fällt vollkommen auseinander - 2:6 gegen Leverkusen

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Große Enttäuschung bei Maximilian Eggestein und Co.: Werder Bremen geht gegen Bayer Leverkusen unter.

Bremen - 16 Heimspiele am Stück hatte Werder in der Bundesliga nicht mehr verloren, im 17. setzte es dafür eine umso deftigere Niederlage.

Gegen Bayer 04 Leverkusen ging die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt am Sonntagabend mit 2:6 (0:3) unter und bot dabei ohne Abwehrchef Niklas Moisander in der Defensive eine desolate Leistung. Einzige positive Erkenntnis: Tabellarisch hielt sich der Schaden in Grenzen, nach dem neunten Spieltag belegen die Bremer Platz vier.

Kohfeldt hatte mit seiner Aufstellung vor dem Spiel durchaus überrascht, indem er seine Mannschaft in einem 3-5-2-System beginnen ließ. Die Dreierkette bildeten Milos Veljkovic, Sebastian Langkamp und Marco Friedl, Moisander hatte mit muskulären Problemen kurzfristig passen müssen. Im defensiven Mittelfeld ersetzte Nuri Sahin - wie schon zuletzt beim 2:0 auf Schalke - den verletzten Philipp Bargfrede. Für Florian Kainz war dieses Mal kein Platz in der Startelf. Im Bremer Angriff lief Yuya Osako an der Seite von Kapitän Max Kruse auf.

Volland trifft zum frühen 1:0

Im ausverkauften Weserstadion waren es allerdings die Gäste, die die erste gefährliche Szene in der Offensive hatten - und daraus sofort die Führung machten. Nach einer scharfen Hereingabe von Karim Bellarabi (spielte in der Jugend von 1998 bis 2004 bei Werder) traf Kevin Volland zum 1:0 (8.). Friedl hatte Bellarabi flanken, Veljkovic Volland in seinem Rücken entwischen lassen. Ärgerlich für die Bremer: Dem Treffer war ein Leverkusener Einwurf vorausgegangen, der eigentlich Werder hätte zugesprochen werden müssen. Entsprechend groß waren die Proteste von Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann an der Außenlinie.

Werder präsentierte sich in der Folge erst einmal unbeeindruckt vom Gegentreffer, suchte weiter den Weg nach vorne und probierte, Leverkusen spielerisch in Verlegenheit zu bringen. Das Problem: Torgefahr entstand dabei erstmal nicht. Das änderte sich in der 23. Minute, als sich Ludwig Augustinsson und Kruse eine dicke Doppelchance bot. Augustinsson scheiterte mit seinem Schuss an Leverkusens Torhüter Lukas Hradecky, Kruses Versuch wurde danach von Wendell auf der Linie geblockt.

Werders Marco Friedl zeigte gegen Bayer Leverkusen eine ganz schwache Vorstellung.

Auf der Gegenseite hatten die Bremer großes Glück, dass zwei grobe Fehler des indisponierten Friedl folgenlos blieben. Zunächst verlor der Österreicher den Ball im Spielaufbau an Volland, woraufhin Bellarabi freie Bahn hatte und knapp am langen Pfosten vorbeischoss (28.). Wenig später landete ein Querpass von Friedl bei Kai Havertz, dessen Abschluss Werder-Keeper Jiri Pavlenka nur noch mit einer Glanzparade entschärfen konnte (29.).

Es war nun ein Spiel, dass Mitte der ersten Hälfte so wirkte, als habe die heiße Schlussphase bereits begonnen. Beide Mannschaften setzten auf den schnellen Weg in die Spitze und kamen zu zahlreichen Abschlüssen - mit besserem Ausgang für Leverkusen. Während Kruse mit einem Distanzschuss sein Ziel knapp verfehlte (31.), machte es der gebürtige Bremer Julian Brandt besser. Eine Bellarabi-Flanke hatte Pavlenka noch abwehren können, allerdings schwach, weil genau vor die Füße von Brandt, der auf 2:0 für die Gäste erhöhte (38.). Das war im ersten Durchgang aber noch lange nicht alles - es kam noch schlimmer für die Hausherren, deren neu formierter Abwehrreihe vollkommen der Durchblick fehlte. Nach Volland-Zuspiel chippte der bärenstarke Bellarabi den Ball an Pavlenka vorbei zum 3:0 ins Tor (45.).

Kohfeldt reagierte in der Pause, brachte Claudio Pizarro für Friedl und stellte sein System auf ein 4-4-2 mit Raute um. Besser wurde es dadurch zunächst aber nicht, denn wieder war es Leverkusen, das den stärkeren Start erwischte: Bellarabi verpasste seinen zweiten Treffer des Abends nur knapp und scheiterte am Pfosten (51.). Kurz darauf war das Spiel für den 28-Jährigen beendet. Für ihn kam Leon Bailey in die Partie (52.).

Keine Frage: Werder hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt, aber die Mannschaft bäumte sich Mitte der zweiten Hälfte noch einmal auf. Nach feiner Vorarbeit von Davy Klaassen besorgte Pizarro mit seinem ersten Saisontor das 1:3 (60.), und kurz darauf explodierte das Weserstadion erneut - wenn auch mit etwas Verzögerung. Über die Gültigkeit des 2:3 von Osako musste erst der Video-Schiedsrichter in Köln entscheiden, Resultat: Der Treffer zählte (62.). Da der Ball vom Gegner zu Osako gelangt war, stand der Japaner nicht im Abseits, als er die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie stocherte.

Langkamp sorgt mit einem Eigentor für den Endstand

Leverkusen wankte nun kurzzeitig, Werder wollte mehr - und bekam: die nächsten eiskalten Duschen! Nach einem Konter überwand Havertz Pavlenka per Lupfer ins kurze Eck - 4:2 (67.). Außer dem Bremer Torhüter hatte auch Langkamp in dieser Szene nicht gut ausgesehen, weil ihm ein Stellungsfehler unterlaufen war. Kurz darauf leistete sich Pavlenka den nächsten Fehler: Bei einer Ecke segelte er unter dem Ball durch, sodass Aleksander Dragovic mit dem Oberschenkel endgültig alles klar machte - 5:2 (72.).

Fotostrecke: Bellarabi, Havertz und Co. spielen Werder schwindelig

Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen
Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen © gumzmedia
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Werder Bremen gegen Bayer Leverkusen © dpa
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Werder fiel vollkommen auseinander, und irgendwie passte es perfekt ins Bild eines vollkommen verkorksten Abends, dass die Bremer selbst für den traurigen Schlusspunkt sorgten: Per Eigentor erzielte Langkamp den 2:6-Endstand (77.). Ein Ergebnis, mit dem die Mannschaft angesichts von zahlreichen weiteren Leverkusener Großchancen noch gut bedient war.

Werder: Pavlenka - Veljkovic, Langkamp, Friedl (46. Pizarro) - Gebre Selassie, Sahin (70. Rashica), Augustinsson, M. Eggestein, Klaassen - Osako (79. Möhwald), Kruse

Quelle: DeichStube

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