DFB-Pokalspiel Bayer Leverkusen gegen Werder Bremen

Leon Bailey - einer von der ganz schnellen Sorte

Bremen - Haben Sie’s neulich gesehen? Dieses Tor mit der Hacke von Leon Bailey? Es war ein kleines Zauberstück des Fußballs, das dem hochtalentierten Angreifer von Bayer Leverkusen da beim 4:1-Sieg über 1899 Hoffenheim gelungen war.

Mit dem Rücken zum Tor stehend schubste er den Ball ins Eck – es war eine Aktion, die den jungen Jamaikaner endgültig in den Rang außergewöhnlicher Fußballer hob. Vermutungen, dass er in eben diese Kategorie gehört, hatte es davor schon einige gegeben. Der Treffer gegen Hoffenheim war schließlich bereits der siebte Bailey-Streich in der laufenden Saison. Mittlerweile steht das Konto bei acht Treffern und sechs Assists in der Liga sowie zwei Toren im DFB-Pokal.

Im DFB-Pokal geht es für Bailey am Dienstagabend auch weiter. Gegner: Werder Bremen. Und dessen Trainer Florian Kohfeldt weiß, dass es für sein Team ein Schlüssel zum Erfolg sein wird, diesen Leon Bailey, den der „kicker“ als „die Attraktion der Liga“ adelt, irgendwie in den Griff zu kriegen.

„Das richtige Problem mit Bailey beginnt, wenn er ins Laufen kommt. Das sollten wir unterbinden“, sagt Kohfeldt über den Leverkusener Außenstürmer, der sich wegen seiner enormen Geschwindigkeit und seiner jamaikanischen Herkunft den Beinamen „Bundesliga-Bolt“ eingehandelt hat. So schnell wie Landsmann, Super-Sprinter und Kumpel Usain Bolt ist Bailey zwar nicht, neulich soll er aber im Training mit 36 km/h „geblitzt“ worden sein – das wäre dann Bundesliga-Bestwert. So fix ist sonst niemand.

Vertrag bis 2022, aber keine Ausstiegsklausel

Langsam kann Leon Bailey irgendwie auch nicht. Auf dem Platz nicht, und auch in den Marktwert-Rankings ist der 20-Jährige rasant unterwegs. Allein in dieser Saison trieb Bailey, der vor 13 Monaten für zwölf Millionen Euro vom KRC Genk zum Werksclub gewechselt war, die Schätzungen, welcher Preis mittlerweile für ihn bezahlt werden müsste, wenn ein Club ihn verpflichten möchte, enorm in die Höhe. Der Marktwert wird aktuell auf 28 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de) fixiert, doch irgendwie erscheint selbst das noch untertrieben. Denn wenn ein englischer Club oder ein Scheich tatsächlich kaufwillig sein sollte, dann würde der Preis explodieren. Dreistellig? Wieso nicht! Bailey hat einen Vertrag bis 2022, aber keine Ausstiegsklausel. 

13. Dezember 2017 - Leverkusen vs. Werder: Leon Bailey im Duell mit Max Kruse.

Selbst Bayer-Sportchef Rudi Völler, der grundsätzlich gar nicht verkaufen, sondern mit Bailey in die Champions League will, kommen da komische Gedanken. Im „kicker“ sagte er: „Sollten irgendwann Summen aufgerufen werden, die eigentlich nicht mehr zu verstehen sind, wird man sich zusammensetzen.“ Und Bayer-Manager Jonas Boldt sieht in Bailey das Potenzial „irgendwann in eine Kategorie wie Dembele“ wachsen zu können. Besagten Ousman Dembele hatte Borussia Dortmund im vergangenen Sommer für 105 Millionen Euro an den FC Barcelona verkauft und damit innerhalb nur eines Jahres ein Transferplus von 93 Millionen Euro erwirtschaftet.

„Kann ein ganz Großer werden“

Wenn sich Leon Bailey weiter in dem Tempo entwickelt wie in den letzten Monaten, dann können sich Völler und Boldt schon auf sehr erfreuliche Verhandlungen mit den Superreichen der Branche freuen. Denn Leon Bailey hat laut Bayer-Trainer Heiko Herrlich „alles“, was ein Top-Fußballer braucht. Technisch stark, taktisch clever, torgefährlich, fleißig, nicht abgehoben, mit gutem Teamgeist ausgestattet – was will man mehr? „Hoffentlich bleibt er so“, sagt Bayer-Keeper Bernd Leno im „kicker“, „dann kann er ein ganz Großer werden.“

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Quelle: DeichStube

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