Werder-Profi Galvez verspricht den Klassenerhalt, aber auch seinen Verbleib bei einem Abstieg

„Macht euch keine Sorgen!“

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Alejandro Galvez gibt die Kommandos auf Deutsch – obwohl ihm die Aussprache noch schwer fällt.

Bremen - Na klar, alle Werder-Profis rechnen mit dem Klassenerhalt. Doch ihre Worte enthalten auch immer die Warnung, dass es ganz schwierig und bis zum Schluss sehr eng wird. Balsam auf die geschundene Fanseele ist das natürlich nicht. Also zittert Bremen. Muss es aber nicht! Denn es gibt ja auch noch Alejandro Galvez.

Ebenfalls Werder-Profi, aber mit einem anderen Selbstverständnis ausgestattet. Der Spanier ist fest davon überzeugt, dass Werder Erstligist bleibt und richtet sich mit klaren Worten direkt an die Fans: „Macht euch keine Sorgen! Es sind noch viele Punkte zu vergeben, und davon werden wir ganz viele holen.“

Wieviele? Eine genaue Zahl nennt Galvez nicht – dafür eine mögliche Platzierung: „Wir können noch unter die ersten Elf kommen.“ Das sagt ein Innenverteidiger, dessen Mannschaft 39 Gegentore in der Hinrunde kassiert hat und als 16. auf dem Relegationsplatz steht. „Diese Zahl klingt nicht gut“, sagt Galvez zu den Gegentreffern, betont aber zugleich: „Seit dem Trainerwechsel sind es weniger geworden.“ Richtig: Unter der Regie von Robin Dutt klingelte es in neun Spielen der Hinrunde 23 Mal im Werder-Kasten (Schnitt: 2,6), unter Viktor Skripnik in acht Partien nur noch 16 Mal (Schnitt: 2,0).

Mitverantwortlich dafür war auch ein gewisser Alejandro Galvez: Der Neuzugang von Rayo Vallecano wurde von Dutt als Sechser eingesetzt und enttäuschte vor der Abwehr. Skripnik ließ den Spanier wieder auf seiner erlernten Position in der Abwehr ran – und prompt spielte Galvez viel besser. Nach der Verletzung von Sebastian Prödl wurde Galvez sogar zum Abwehrchef. Doch davon möchte der 25-Jährige nichts hören: „Alle Abwehrspieler sind Chefs – auch der Torwart.“ Die Kommandos gibt aber Galvez – und zwar auf Deutsch, trotz aller Probleme mit der neuen Sprache. „Ich bin wirklich fleißig, aber die Aussprache fällt mir sehr schwer“, gesteht der Spanier. Doch Anweisungen wie „Zusammen“, „Nach vorne“, „Rechts“ und „Links“ sitzen natürlich.

Die Abstimmung der Viererkette werde immer besser, behauptet Galvez und bezeichnet die drei Gegentore im letzten Test in Duisburg als „Ausnahmeerscheinung“. Der 2:1-Sieg gegen Dortmund hätte doch bewiesen, dass Werder inzwischen viel besser hinten steht.

Und das sei im Abstiegskampf entscheidend. „Du musst jedes Spiel wie ein Endspiel angehen, möglichst keine Gegentore bekommen und dir Chancen erarbeiten“, sagt Galvez und grinst. Er weiß: Es klingt so einfach. Und es ist trotzdem so schwer. Warum, das hat der Spanier vergangene Saison am eigenen Leib verspürt. Mit Rayo Vallecano steckte er auch ganz tief unten drin im Schlamassel. „Es ist ein unangenehmes Gefühl, mit diesem großen Druck zu spielen.“ Bei Werder sei das sogar noch eine Spur heftiger: „Werder ist ein viel größerer Club, der normalerweise oben steht. Es wäre schrecklich, wenn Werder absteigen würde.“

Eigentlich hat er das ja ausgeschlossen, aber auch auf das Horrorszenario ist Galvez vorbereitet: „Mein Vertrag gilt auch für die Zweite Liga. Natürlich würde ich dann bleiben.“ So klare Worte finden nur wenige Profis. Aber der Spanier ist eben anders als viele seiner Kollegen.

kni

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