Werder Bremen fühlt sich stark

Selbstbewusste Verlierer

Thomas Schaaf sah in Dortmund eine Menge guter Dinge von seiner Mannschaft. Und am Samstag gegen den HSV will Werder dann auch endlich das erste Pflichtspiel dieser Saison gewinnen.

Berndorf - Von Björn Knips - Zwischen Borussia Dortmund und dem TSV Berndorf liegen Welten, genauer gesagt sieben Spielklassen. Doch beide Clubs eint: Sie gingen gegen Werder Bremen jeweils in der elften Minute in Führung. Die Borussia am Freitag, der TSV gestern.

Doch diese runderneuerten Bremer steckten beide Rückstände gut weg. Okay, das Bundesliga-Spiel verlor die Truppe von Trainer Thomas Schaaf mit 1:2, heimste für die Leistung aber jede Menge Lob ein. Und gestern in Nordhessen, beim Sponsorenspiel, stimmte dann mit dem 13:1 auch das Ergebnis.

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Trotz der so unterschiedlichen Gegner sah Schaaf durchaus Parallelen: „Wir packen die Dinge richtig an.“ Die Mannschaft setze das um, was in der siebenwöchigen Vorbereitung hart erarbeitet worden sei: „Sie geht ihren Weg, hat eine klare Linie und eine hohe Identifaktion. Das Gesamtbild ist unheimlich positiv.“ Spricht so ein Trainer, der am Tag zuvor den Bundesliga-Auftakt verloren hat? Eigentlich nicht. Doch die Bremer traten als selbstbewusste Verlierer auf. Zurecht! Die Leistung beim Meister, beim Double-Sieger, beim Titelfavoriten war bemerkenswert. Nicht-Bremer zeigten sich schwer beeindruckt. „Dass Werder so stark ist, damit habe ich nicht gerechnet“, hieß es immer wieder auf der Pressetribüne von Journalisten, die sich nicht ständig mit den Norddeutschen beschäftigen.

Werder ist wieder wer, weil die Mannschaft viel schneller als in den Vorjahren spielt. Weil die Spieler viel hungriger, viel aggressiver wirken. Weil da eine Einheit auf dem Platz steht, die sich auch durch Rückstände nicht beeindrucken lässt.

Bilder vom Spiel beim Meister

Borussia Dortmund gegen SV Werder Bremen

Das frühe 1:0 durch Marco Reus nach nur elf Minuten war eigentlich Gift für diese junge Bremer Truppe in diesem Saisoneröffnungsspiel vor 80 450 Zuschauern und Millionen an den Bildschirmen. Da drohte der Abschuss, den viele BVB-Fans erwartet hatten. Doch die Bremer wehrten sich, boten den hochgelobten Hochgeschwindigkeitskickern Paroli. Nur die Chancenverwertung war schlecht. Bis Theodor Gebre Selassie (75.) den verdienten Ausgleich markierte. Der Meister wankte, fiel aber nicht. Weil der eingewechselte Mario Götze eiskalt zuschlug (81.).

„Wir hätten einen Punkt verdient gehabt“, haderte Kevin de Bruyne, der den angeschlagenen Nils Petersen überraschend in der Sturmspitze vertreten hatte. Besagter Petersen kam dann trotz Rückenproblemen doch noch ins Spiel und verpasste den Ausgleich nur knapp (85.). Aber diese Chance zeigte: Werder gab nie auf, brachte den BVB ganz schön ins Schwimmen.

„Wir haben super gespielt“, schwärmte Eljero Elia: „Das gibt uns Mut für die nächsten Wochen. Wenn wir so weiterkämpfen, dann können wir viel erreichen.“

Wer hätte das nur vier Tage nach der Pokal-Blamage in Münster gedacht? „Die Mannschaft hat die richtige Reaktion auf das Ausscheiden gezeigt“, lobte Clubchef Klaus Allofs: „Das gibt uns eine Riesenmotivation, noch härter zu arbeiten.“

Den Anfang machte gestern das Spiel in Berndorf. Dort durften vornehmlich die Reservisten ran. Niclas Füllkrug nutzte die Gelegenheit zu einem Dreierpack. Genauso wie Edelreservist Mehmet Ekici. Lukas Schmitz und der gerade erst genesene Predrag Stevanovic langten zwei Mal zu. Und da war ja auch noch Petersen: Der schoss sich seinen Rückenfrust vom Vorabend mit einem Hattrick zumindest ein bisschen von der Seele. Doch sein Blick ging schon Richtung Hamburg-Heimspiel am Samstag: „Da will ich von Anfang an dabei sein, da wollen wir punkten.“

Das Testspiel beim hessischen Kreisoberligisten TSV Berndorf gewann Werder mit 13:1 (6:1). Vor 4000 Zuschauern erzielten am Samstag Nils Petersen (3), Niclas Füllkrug (3), Mehmet Ekici (3), Predrag Stevanovic (2) und Lukas Schmitz (2) die Bremer Tore.

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