Der Werder-Kapitän kennt HSV-Coach Labbadia aus alten Karlsruher Zeiten

Fritz ist sicher: „Bruno brennt“

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2014: Im Dezember trafen sich Fritz und Labbadia bei der Verabschiedung von Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer.

Bremen - So schnell sieht man sich wieder. Am 18. Dezember 2014 wurde Werders Präsident und Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer im Bremer Rathaus verabschiedet. Unter den Gästen waren auch der aktuelle Kapitän Clemens Fritz und der frühere Stürmer Bruno Labbadia. „Da haben wir zum letzten Mal ein bisschen länger miteinander gesprochen“, sagt Fritz. Am Sonntag können die beiden wieder einen kleinen Plausch halten. Labbadia ist seit gestern neuer Trainer des Hamburger SV, der am Sonntag (15.30 Uhr) zum 102. Bundesliga-Nordderby im Weserstadion antritt.

2001: Clemens Fritz (links) und Bruno Labbadia jubeln gemeinsam im Trikot des Zweitligisten Karlsruher SC.

Die Geschichte, die den Bremer und den Hamburger vereint, hat aber weder mit Werder noch mit dem HSV zu tun. Fritz und Labbadia kennen sich schon viel länger. „Aus unserer Karlsruher Zeit. Damals haben wir zusammen gespielt“, erinnert sich Fritz. Damals heißt in diesem Fall vor 14 Jahren. Im Sommer 2001 wechselte der 20-jährige Fritz von Rot-Weiß Erfurt zu Zweitliga-Aufsteiger Karlsruher SC. Es war der Schritt in den Profibereich, er stand erst ganz am Anfang seiner Karriere. Labbadias Laufbahn dagegen neigte sich dem Ende entgegen. Gemeinsam liefen sie zwei Jahre im KSC-Trikot auf, dann wechselte Fritz zu Bayer Leverkusen – und Labbadia trat bei Darmstadt 98 seine erste Station als Trainer an.

Nun ist er in Hamburg, zum zweiten Mal nach 2009. Und Fritz traut seinem früheren Mitspieler absolut zu, das Ruder beim Tabellenletzten noch herumzureißen. „Er ist ein sehr akribischer Arbeiter, total detailversessen. Er hinterfragt alles. Und Bruno brennt, keine Frage. Ich habe mit ihm zusammen gespielt, da war er 36. Wenn mal eine Flanke nicht richtig kam, gab es Hinweise“, lacht der Bremer und ergänzt: „So, wie er als Spieler war, wird er auch als Trainer sein. Er hat seine Erfahrungen gesammelt und wird wissen, was jetzt zu tun ist.“

Die Meldung über die Rückkehr des 49-jährigen Labbadia zum HSV kam gestern Vormittag und breitete sich auch in der Kabine der Werder-Profis schnell aus. Als Fritz davon erfuhr, reagierte er erst mal verwundert. „Ich war etwas überrascht. Ich habe auch die Interviews nach dem Hamburger Spiel gegen Wolfsburg gesehen.“ Da hatte HSV-Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer noch ausgeschlossen, dass der Bundesliga-„Dino“ den dritten Trainerwechsel der Saison vollzieht.

Es kam anders. „Die Hamburger werden sich ihre Gedanken gemacht haben“, meinte Fritz, der es durchaus für möglich hält, dass die Labbadia-Verpflichtung beim Nordrivalen wichtige Kräfte für den Abstiegskampf freisetzt. „Ein Trainerwechsel kann immer einen positiven Impuls geben. Man hat es doch bei uns gesehen, da hat es sehr gut funktioniert“, sagte Fritz mit Blick auf den Oktober 2014. Da hatte Werder die Zusammenarbeit mit Robin Dutt beendet und Viktor Skripnik aus der U23 zum Chefcoach befördert. Der 45-jährige Ukrainer übernahm die Bremer als verunsichertes Schlusslicht und führte sie aus dem Keller – aktuell ist Werder Neunter.

Fritz hofft, dass es beim HSV nach dem Trainerwechsel „nicht so gut klappt“ – zumindest am Wochenende noch nicht. Dass Werder den HSV mit einem Sieg noch näher an den Abgrund drängen würde, macht ihm nichts aus: „Mir ist wichtig, dass wir Punkte holen und drinbleiben. Auf andere Mannschaften schaue ich gar nicht, das interessiert mich nicht.“

Auf lange Sicht aber, das gibt der Bremer Kapitän dann doch zu, würden ihm der HSV in der Bundesliga und die stets hitzigen Nordderbys fehlen: „Das ist eben etwas Besonderes, ein Erlebnis. Diese Spiele spielt jeder gerne. “

mr

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