Die Tücken der Trainingslager

Fritz genießt die Quälerei

+
Clemens Fritz hat mit 34 Jahren die schönen Seiten der harten Trainingsarbeit entdeckt.

Zell Am Ziller - Kein Werder-Profi hat so viele Trainingslager hinter sich wie Clemens Fritz. Mit 34 Jahren ist der Kapitän schließlich der Älteste. Doch von Verschleiß und Verdruss keine Spur. Im Gegenteil: Fritz wirkt so motiviert wie kaum ein anderer. Und das aus gutem Grund, wie er im Zillertal verrät.

„Ich genieße es mehr. Früher war es nur eine Quälerei. Jetzt schätze ich es, immer noch diese körperliche Fitness zu haben, hier mitmachen zu können und fit genug für die Bundesliga zu sein“, erklärt Fritz. Und wenn dann ein 18-jähriger Jungspund beim Krafttraining neben ihm ist, „dann zeige ich ihm, wie die Übung gemacht wird“, sagt der Team-Oldie und lacht. Es ist ihm deutlich anzumerken, dass die Arbeit immer noch viel Spaß macht.

Natürlich geistere ihm dabei auch mal durch den Kopf, dass es seine letzte Sommer-Vorbereitung sein könnte. „Wenn du weißt, dass es das irgendwann nicht mehr für dich gibt, dann denkst du schon: So verkehrt ist das gar nicht, das immer noch zu machen.“

Dabei ist gerade diese Vorbereitung eine ganz besonders harte. Der neue Athletikcoach Jörn Heineke lässt die Profis nach den normalen Einheiten noch einmal richtig ackern – und zwar im Parcour mit Rudern, Gewichtheben, Sit-ups, über Kisten steigen und Burpees (Strecksprünge aus dem Liegestütz). „Das ist wirklich für keinen schön“, gesteht Fritz und mag einen gewissen Zorn auf den Coach in solchen Momenten auch gar nicht verhehlen: „Da muss er sich dann schon ein paar Sprüche von uns anhören. Aber die steckt er ganz gut weg.“ Genauso wie die Mannschaft die Belastung. „Wir wissen doch alle, dass wir das brauchen“, sagt Fritz.

Wenn er sich etwas wünschen dürfte, dann würde er die Trainingslager noch kürzer machen, dafür häufiger: „Fünf, sechs Nächte sind eigentlich genug.“ Immerhin sind es aktuell nur sieben Nächte. Das ist kein Vergleich zu den elf, zwölf Tagen, die Fritz unter Thomas Schaaf durchaus mal erlebt hat. Dann sei die Gefahr schon größer, dass es mal innerhalb des Teams knistert. „Klar, der Körper tut weh, es zwickt, man schläft mal schlecht, dann kommt es schon mal vor, dass man gereizt ist.“

Deshalb sei auch das Teambuilding wie am Sonntag beim Schluchteln so wichtig, findet der Mittelfeldspieler: „Normalerweise ist der Ablauf immer der gleiche: Wir trainieren, essen, schlafen, trainieren, essen, schlafen – zwischendurch hast du Behandlungen. Da brauchst du einfach mal andere Sachen, um den Kopf frei zu kriegen.“ Und es sei eine gute Gelegenheit, sich mit den Kollegen auszutauschen. Denn nach den Trainingseinheiten sei man dafür meistens zu müde.

kni

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Jamaika-Sondierungen in entscheidender Phase

Jamaika-Sondierungen in entscheidender Phase

Simbabwe: Partei stellt Mugabe Rücktrittsultimatum

Simbabwe: Partei stellt Mugabe Rücktrittsultimatum

Russland, Türkei und Iran bereiten Syrien-Gipfel vor

Russland, Türkei und Iran bereiten Syrien-Gipfel vor

A-Capella-Quartett mit humorvoll-musikalischem Programm in Weyhe

A-Capella-Quartett mit humorvoll-musikalischem Programm in Weyhe

Meistgelesene Artikel

Das passiert am Montag

Das passiert am Montag

Das passiert am Mittwoch

Das passiert am Mittwoch

Training am Montag: Quartett fehlt krankheitsbedingt

Training am Montag: Quartett fehlt krankheitsbedingt

Veljkovic mit zweitem Länderspiel-Einsatz

Veljkovic mit zweitem Länderspiel-Einsatz

Kommentare