Der Co-Trainer ahnt, wieso der Stürmer nicht mehr so trifft wie gewohnt

Frings kämpft um Di Santo: „Ich sage ihm: Bleib hier!“

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Mit dem Ball kann Torsten Frings immer noch umgehen, mit den Spielern offenbar auch. Jedenfalls zeigt er Verständnis, dass Franco Di Santo über die eigene Zukunft grübelt.

Bremen - Torsten Frings hat seine Rechnungen schon mal aufgestellt. Um Franco Di Santo bei Werder Bremen zu halten, wäre die Qualifikation für die Europa League sehr wahrscheinlich sehr hilfreich. „Damit würde die Chance, einen Spieler wie ihn zu halten, deutlich größer“, sagt der Co-Trainer. Um das „Unmögliche möglich zu machen“ (Frings) muss Werder in den letzten beiden Saisonspielen gegen Mönchengladbach und Dortmund aber ranklotzen. „Vier Punkte brauchen wir schon noch, denke ich“, sagt die Bremer Club-Legende. Und um die vier Punkte einzufahren, wären wiederum Di-Santo-Tore sehr wahrscheinlich sehr hilfreich. Aber genau an dieser Stelle wird es kompliziert.

Denn Franco Di Santo trifft kaum noch. Während er vom 18. bis 24. Spieltag sechs Mal erfolgreich war, folgte danach nur noch ein Treffer – es war der Elfmeter zum 1:0-Sieg über den Hamburger SV. Aus dem Spiel heraus wartet der Argentinier seit sieben Partien auf ein Erfolgserlebnis. Alles eine Folge seiner ungeklärten Zukunft? Di Santo muss sich in diesem Sommer entscheiden, ob er seinen bis 2016 laufenden Vertrag in Bremen verlängert. Sagt er nein, müsste Werder ihn verkaufen. Andernfalls würde der 26-Jährige nach der kommenden Saison ablösefrei wechseln können.

Gehen oder bleiben – dass Di Santo von dieser Frage abgelenkt wird, ist laut Frings nicht ganz von der Hand zu weisen. „Ich glaube schon, dass er sich mit seiner Situation beschäftigt. Das hemmt ihn sicher ein bisschen“, sagt der 38-Jährige. Als Kritik will Frings das allerdings nicht verstanden wissen. „Franco hat unser Vertrauen, wir setzen voll auf ihn. Solange er sein Bestes gibt, bekommt er keine Probleme mit uns.“

Das Beste an Di Santo sind aber seine Tore. Dass er damit seit geraumer Zeit geizt, ist nicht gut für Werder. „Wir haben in den letzten Spielen aber auch nicht gerade viele Chancen herausgespielt – wie soll er da treffen?“, fragt sich Verteidiger Jannik Vestergaard. Frings bleibt dennoch dabei: „Als ehemaliger Spieler weiß ich, wie schwer es ist, so eine Entscheidung für die Zukunft zu treffen. Man macht sich viele Gedanken – und es ist eine Typfrage, ob dich das blockiert oder nicht. Ich konnte das immer ausblenden, Franco vielleicht nicht. Er muss sich im Klaren sein, was er haben will.“ Werder oder vielleicht Gladbach. Oder Wolfsburg? Zurück nach England? Di Santo stehen angeblich viele Türen offen. Und Torsten Frings kämpft um ihn: „Als Trainer sage ich ihm natürlich: Bleib hier! Bei Werder ist er gesetzt, hier ist er Stürmer Nummer eins, spielt immer. Er muss wissen, ob er es noch mal irgendwo anders probieren will.“

Der Argentinier beteuert stets, dass er sich bis zum Saisonende nicht mit seiner persönlichen Situation auseinandersetzen und von seinem Berater nicht mit Infos über interessierte Vereine versorgt werden will. Doch dass das in der Praxis tatsächlich funktioniert, hält nicht mal Frings für möglich. „Wenn er sich mit irgendwas beschäftigt, muss ja auch irgendwas vorliegen. Wenn es nichts geben würde, wäre Franco vielleicht ein bisschen entspannter. Ich glaube, dass er Anfragen vorliegen hat – auch völlig zu Recht. Er ist ein Top-Stürmer der Bundesliga.“ Der aber seit geraumer Zeit in einer kleinen Schaffenskrise steckt. Frings: „Er kämpft mit sich, was er in Zukunft machen möchte. Hoffen wir, dass er sich für uns entscheidet.“

Möglicherweise überzeugt sich Di Santo am Ende aber doch selbst von einem Verbleib bei Werder, indem er den Club tatsächlich zu vier Punkten in den letzten zwei Partien und damit laut Frings-Hochrechnung noch in die Europa League schießt. Der Orientierungspunkt in dem Wettrennen sei dabei nicht Borussia Dortmund als letzter Gegner der Saison und aktueller Siebter, sondern der Tabellensechste Schalke 04 – so sieht es jedenfalls der 79-fache Nationalspieler Frings: „Schalke ist nicht gut drauf, die werden Probleme bekommen.“

csa

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