Werder-Bremen - Foto-Shooting.

Foto-Shooting.

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Mediengruppe Kreiszeitung

Von Björn Knips. Der Kollege braucht Geld. Denn nur mit Plastikgeld geht es in China nicht – zumindest nicht in Tianjin und vor allem nicht in diesem etwas speziellen Restaurant mit den vielen Aquarien und Terrarien. Allerdings ohne bunte Fische, wie man es vom deutschen Chinesen kennt. Stattdessen strecken einem Schildkröten ihre Köpfe entgegen – und das verdächtig nah an der Küche.

Aus Solidarität zu Franklin der Schildkröte (Lieblingsserie meiner Tochter) wird das Spezialangebot sofort abgelehnt. Auch ohne Köstlichkeiten aus

der integrierten Zoohandlung schmeckt es prima. Und das für kleines Geld.

Der Kollege will unbedingt zahlen und zückt seine Karte. Plötzlich Aufregung – die Kellnerin will die Karte nicht mehr. „Sie hat Angst, dass da kein chinesischen Geld rauskommt“, berichtet unsere Dolmetscherin. Endlich sagt es mal jemand: Wer weiß schon wirklich, was in diesen Karten steckt…

Nach nur „Bares ist Wahres“ geht es wieder in die Altstadt – und für den Kollegen zum Geldautomaten. Eine Odyssee. Der erste spricht seine Sprache nicht, der zweite will eine sechsstellige Pin – und das ist ziemlich doof, wenn die eigene Bank an den Zahlen spart und nur vier rausgerückt hat. Erst um die Ecke an Automat Nummer drei heißt es: Zahltag. Und die Karte kann es doch: also chinesisches Geld drucken. Wir könnten ja jetzt noch mal ins Restaurant gehen und der netten Dame alles erklären…

Doch wir sind einfach zu beschäftigt. Und zwar als Models. Obwohl der Begriff Außerirdische es besser treffen würde. Erst bitten uns zwei junge Erwachsene um ein Foto. Also sie mit uns – und für sie als Erinnerung. So wie man das eigentlich mit berühmten Menschen macht. Den Werder-Profis zum Beispiel. Nils Petersen bekam von der Mannschaft den Titel „Beliebtester Bremer in China“ verliehen.

Aber wir sind ihm dicht auf den Fersen. Denn schon steht ein kleines Mädchen vor uns – etwas hingeschubst von ihren Eltern. Aber dann fragt sie ganz mutig auf Englisch: „Wie heißt du?“ Die Eltern sind stolz wie Bolle. Als ich meinen Namen sage, gibt es sogar Szenenapplaus – gefolgt von der Bitte um ein Foto. Der Sohnemann muss natürlich noch mit drauf.

Unsere Dolmetscherin lächelt: „Die finden euch interessant.“ „Und warum?“, fragen wir offenbar ziemlich naiv, denn die Antwort kommt sofort: „Ihr seid Langnasen.“ Schönen Dank, meine muss dann wohl richtig lang sein. Oder warum werde ich viel häufiger angesprochen als der Kollege?

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