Vor Rückrunden-Start gegen Düsseldorf

Werder-Startelf-Kandidaten im Form-Check: Josh Sargent startklar, Yuya Osako nicht

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Der eine (Yuya Osako) sucht händeringend nach seiner Form, der andere (Josh Sargent) ist vor dem Rückrunden-Start des SV Werder Bremen schon voll auf Betriebstemperatur.

Bremen – Am Samstag gilt‘s! Rückrundenstart, Kellerduell, Wende? Es steckt für den sportlich abgestürzten SV Werder Bremen unheimlich viel drin in der ersten Partie des neuen Jahres. Entweder setzt das Team von Trainer Florian Kohfeldt mit einem Auswärtssieg bei Fortuna Düsseldorf direkt ein Zeichen, oder es fällt zurück in die Krisenstimmung der Hinrunde.

Als Kollektiv hätten die Spieler von Werder Bremen in der Vorbereitung Fortschritte gemacht, urteilt Florian Kohfeldt: „Wir haben die Entwicklung in die richtige Richtung gelenkt. Aber im Zusammenspiel gibt es natürlich noch Luft nach oben.“ 

Doch wie sieht es bei jedem Einzelnen aus? Wer hat in den Tests und den Trainingseinheiten schon Rückrundenform bewiesen? Ein Blick auf die Startelf-Kandidaten zeigt es: Von einem Stern für „Kann noch mehr Winterpause gebrauchen“ bis fünf Sternen für „Kann sofort losgehen“ ist alles dabei.

Jiri Pavlenka

Gegen Monza löste er noch leidvolles Stöhnen bei den Zuschauern aus. Wenn Pavlenka den Ball am Fuß hatte, bedeute das immer Gefahr für Werder – oder im besten Fall Einwurf für den Gegner. Gegen Hannover 96 bewies der Keeper in seiner Kernkompetenz „Bälle halten“ wenigstens Sicherheit.

☆☆☆

Niklas Moisander

Neue Nebenleute, neues Glück für den Finnen? Moisander arbeitete zehn Tage mit Ömer Toprak an der Abstimmung in einer Dreierkette, nun kommt noch Kevin Vogt neu dazu. Speziell gegen Hannover leistete sich Moisander Schwächen – wie bei der 1:0-Führung der 96er, als er im Strafraum nicht konsequent klärte. Insgesamt wirkt der Kapitän noch nicht stabil.

☆☆

Ömer Toprak

Neuanlauf nach einer von Verletzungen geprägten Hinrunde. Toprak spielte gegen Monza 50 und gegen Hannover 60 Minuten – körperlich hat er die Belastung gut weggesteckt. Seine Leistungen waren okay, es ist klar zu erkennen, dass der 30-Jährige Qualität mitbringt. In der Spieleröffnung hapert es aber noch an der Bindung zu den Vorderleuten.

☆☆☆

Kevin Vogt

Der große Unbekannte. Die Vorbereitung hat der Verteidiger noch mit 1899 Hoffenheim absolviert, erst ab Mittwoch trainiert der Neuzugang mit Werder. Wo er leistungsmäßig steht? Er selbst sagt es so: „Ich stehe voll im Saft, bin topfit und bereit.“ Statt Sternen gibt‘s für ihn trotzdem:

???

Marco Friedl 

Vertrat Ludwig Augustinsson in allen Trainings und Tests als Linksverteidiger. „Er hat seine Sache im Trainingslager wirklich gut gemacht“, lobte Kohfeldt den Österreicher. Gegen Hannover waren dann aber wieder zwei Szenen dabei, die in der Liga verhängnisvoll sein können. Zudem im 3-5-2 als linker Flügelspieler zu offensivschwach. Sollte es Augustinsson rechtzeitig bis Düsseldorf schaffen, droht Friedl ohnehin wieder die Bank – oder der Wechsel nach rechts. Dort besteht nach den Ausfällen von Theodor Gebre Selassie und Michael Lang Bedarf – besonders wenn Kohfeldt die Viererkette als Abwehrvariante wählt. Mehrere Optionen also für Friedl.

☆☆

Ludwig Augustinsson

Wie schon erwähnt: Für ihn ist es ein Wettkampf gegen die Zeit. Die Vorbereitung ging für ihn wegen des kurz vor Weihnachten erlittenen Muskelfaserrisses mit Aufbautraining rum, nun will er es mit Einheiten am Mittwoch, Donnerstag und Freitag noch ins Team schaffen. „Nur wenn er in der Lage ist, Vollgas zu geben“, will Kohfeldt über die Aufstellung des Schweden nachdenken.

☆☆☆

Maximilian Eggestein

Für ihn verliefen die Tage der Vorbereitung ziemlich störungsfrei und mit Erfolgserlebnissen. Sehr sehenwertes Tor gegen Monza, ein Assist gegen Hannover, dazu die Verschiebung von der Halbposition ins defensive Mittelfeld, wo Eggestein gegen 96 nach anfänglichen Schwierigkeiten eine gute Partie bot. Es besteht Hoffnung, dass er sein Hinrundentief überwunden hat.

☆☆☆☆

Nuri Sahin

Zwei Testspiele, zweimal zweite Wahl – für Sahin stehen die Zeichen nicht gut. Dabei waren seine Auftritte gegen Monza und Hannover in Ordnung. Allerdings mit der Einschränkung, dass er gegen unterklassige Gegner nicht sonderlich unter Druck geraten ist.

☆☆

Davy Klaassen

Wenn man so will, war die Vorbereitung für ihn ein Spiegelbild der Hinrunde: Immer dabei, aber nicht so auffällig wie gewünscht. Dennoch ist er aus der Bremer Mannschaft nicht wegzudenken.

☆☆☆

Leo Bittencourt

Am dritten Trainingslagertag knickte er um, drei Tage vor dem Rückrundenstart wird er im Teamtraining zurückerwartet. Dass ihm dazwischen neun Tage mit der Mannschaft fehlen, ist ein Makel. Auch in Kohfeldts Augen: „Wir hatten den Gedanken, ihn viel mit Maxi Eggestein spielen zu lassen. Das hat nicht funktioniert.“ Bittencourt ist entweder als Achter oder als rechter Außenspieler in Kohfeldts Pläne einbezogen. Wenn er sich als fit genug erweist, wird er gegen Düsseldorf – ähnlich wie Augustinsson – ziemlich sicher auch spielen. Seine Form bleibt bis dahin jedoch ein Rätsel.

???

Benjamin Goller

Starke Offensivszenen gegen Monza, aber auch ein verschuldetes Gegentor. Gegen Hannover dann wieder belebend auf der rechten Seite – inklusive der Vorbereitung des zweiten Treffers. Endlich hatte eine seiner Aktionen mal etwas Zählbares hervorgebracht. Der 21-Jährige ist mutig und brennt auf seine Chance. Mittlerweile ist Goller auch gar nicht mehr so sehr Außenseiter, wie er es noch vor der Winterpause war.

☆☆☆☆

Yuya Osako

Ein Infekt zu Jahresbeginn, wohl auch deshalb konditionell noch mit Nachholbedarf – Yuya Osako hat weite Teile der Vorbereitung auf die Rückrunde verpasst. Gegen den AC Monza spielte der Japaner nur 25 Minuten, gegen Hannover dann immerhin schon 45. Bis auf einen supergefährlichen Rückpass gegen die 96er ist allerdings nichts von seinen beiden Auftritten in Erinnerung geblieben. Da ist noch deutlich Luft nach oben.

Milot Rashica

So richtig auf Betriebstemperatur ist der Mann mit dem Spitznamen „Rocket“ noch nicht. Allerdings liegt bei ihm die Messlatte ziemlich hoch. Kohfeldt zieht Rashica auch schon mal eine Linie weiter zurück ins offensive Mittelfeld. Dort braucht der Kosovare aber noch die Kommandos des Trainers, um sich richtig zurechtzufinden. Die Dynamik kommt jedoch langsam zurück. Das Tor gegen Hannover, wenn auch glücklich gefallen, gibt ihm Auftrieb.

☆☆☆

Josh Sargent

Kurze Pause auf Mallorca wegen muskulärer Probleme, aber dann: Tor-Doppelpack gegen Hannover 96. Sargent dürfte deshalb gegen Düsseldorf gesetzt sein. Kohfeldt hat in der Winterpause in jedem System mit dem 19-jährigen US-Amerikaner geprobt, sieht ihn als vorderste Spitze oder im Duett mit Rashica. Mental sei Sargent absolut bereit, meint der Coach: „Selbstvertrauen ist nie sein Problem.“

☆☆☆☆☆

Johannes Eggestein

Die Hinrunde war für ihn eine einzige Enttäuschung – wird es jetzt in der zweiten Saisonhälfte besser? Der Eindruck, den Eggestein im Trainingslager machte, war gut. Gegen Hannover stand er dann auch in der A-Elf, agierte an der Seite seines Bruders im Mittelfeld. Aber: „Jojo“ unterliefen leichte Fehler, die Chance, sich für das Düsseldorf-Team zu empfehlen, nutzte er nur bedingt. Die Mallorca-Woche und das 96-Match addiert, ergibt sich aber immer noch eine Wertung von:

☆☆☆

Mehr News zu Werder Bremen

Jetzt hat sich auch noch Florian Kohfeldt verletzt! Der Coach des SV Werder Bremen ist aber in Düsseldorf dabei. Update: Der SV Werder Bremen muss gegen Fortuna Düsseldorf auf Ludwig Augustinsson verzichten. Ohne Fin Bartels, aber mit einem Problemfuß: So sieht die voraussichtliche Aufstellung von Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf aus.

Quelle: DeichStube

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