Rückendeckung für Florian Kohfeldt in der Krise

Vertrauen für Werder-Coach Florian Kohfeldt - „Trainer ist unantastbar“

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Der Job von Florian Kohfeldt ist trotz der Krise bei Werder Bremen sicher. Sportchef Frank Baumann hält an dem Trainer fest – komme, was wolle.

Bremen – Während an anderen Bundesliga-Standorten in dieser Saison schon so mancher Trainer gefeuert wurde oder gerade auf einem sehr wackeligen Stuhl sitzt, darf sich Florian Kohfeldt beim SV Werder Bremen trotz einer Ergebniskrise und einer gefährlichen Nähe zum Relegationsplatz absolut sicher fühlen.

Sportchef Frank Baumann sprach Coach Florian Kohfeldt bei der Mitgliederversammlung am Montagabend in der Werder-Halle an der Hemelinger Straße ganz deutlich das Vertrauen aus und nahm vor allem die Mannschaft in die Pflicht, ohne sie dabei jedoch an den Pranger zu stellen. Schließlich will Werder Bremen gemeinsam aus der schwierigen Situation herauskommen.

„Es ist Teil meines Jobs, unseren Cheftrainer durch solche Phasen konstruktiv zu begleiten. Einen Cheftrainer, von dem ich absolut überzeugt bin, einen Cheftrainer, der in einer nahezu aussichtslosen Lage seine Chance genutzt hat, der in wenigen Monaten viel bewegt und viel erreicht hat“, erinnerte Baumann auch an Florian Kohfeldts Start vor zwei Jahren, als Werder noch viel schlechter dastand als jetzt. Die Bremer schafften den Klassenerhalt und verpassten in der vergangenen Saison nur knapp die Qualifikation für das internationale Geschäft. Und so betonte der Sportchef: „Ich bin froh, dass wir im Sommer Florians Vertrag verlängern konnten, damit wir diesen Weg weiter bestreiten können.“

Eines der 260 Mitglieder reichte dieser Vertrauensbeweis offenbar noch nicht aus. „Der Trainer ist unantastbar“, rief der ältere Herr ins Mikrofon und erntete dafür nicht wenig Beifall. Und wer die Sparsamkeit der Werderaner an solchen Abenden beim Thema Applaus kennt, konnte dies nur als große Zustimmung werten.

Werder Bremen in der Krise: Frank Baumann schützt Florian Kohfeldt

Das klang nach Friede, Freude, Eierkuchen, doch diesen Eindruck wollte Frank Baumann mitnichten verbreiten. „Wir sind uns der Situation bewusst. Man muss von einer ernsten Lage sprechen, wenn man punktgleich mit dem Relegationsplatz ist“, gestand der Ex-Profi, vermied dabei aber auch weiterhin konsequent das Wort Abstiegskampf. „Wir müssen den steinigen Weg gehen und schnell liefern – am besten schon in Wolfsburg“, forderte Baumann und hatte auch einen Lösungsansatz parat: „Für die kommenden Wochen wird entscheidend sein, ob wir wirklich ein Team sind, das wird erst in schwierigen Zeiten deutlich.“ Eigeninteressen müssten nun weit in den Hintergrund treten, eine Galligkeit auf dem Platz jederzeit erkennbar sein.

Dabei wandte er sich auch direkt an den anwesenden Mannschaftsrat. Dessen Aufgabe sei es, diese Einstellung immer wieder zu überprüfen und zu leben. „Im Umkehrschluss kann sich die Mannschaft und jeder einzelne Spieler darauf verlassen, dass wir uns immer öffentlich vor unsere Spieler und die Mannschaft stellen werden“, versprach der Sportchef und ließ noch mahnende Worte folgen: „Gegenseitige Schuldzuweisungen, Egoismen, Stammtischparolen, vielleicht sogar einzelne Spieler an den Pranger zu stellen oder am besten noch den Spielern die Qualität abzusprechen, aber auch Angst sind schlechte Ratgeber, um eine Krise zu bewältigen.“

Werder Bremen: „Wir vertrauen diesem Kader“, sagt Frank Baumann

Bei allem Erfolgshunger, den Werder Bremen habe, wünschte sich Baumann auch eine gehörige Portion Realismus. Dabei ging es ihm nicht nur darum, auf das unglaubliche Verletzungspech zu verweisen. Er warf auch eine Grafik an die Leinwand mit den Personalkosten der Bundesligisten. In dieser Tabelle belegt Werder mit 58 Millionen Euro Rang elf. Nur Mainz, Freiburg, Augsburg, Union Berlin, Düsseldorf und Paderborn zahlen ihren Profis weniger Gehalt.

Dieses sehr mittelmäßige Gehaltsgefüge sollte „jedem vor Augen führen, wie ambitioniert unser Ziel, war, ist und auch weiterhin sein wird“, meinte Baumann mit Blick auf das Thema Europa. Davon abrücken will Baumann aber keineswegs, denn was für den Trainer gilt, hat auch bei den Spielern Bestand: „Wir vertrauen diesem Kader.“ (kni)

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Wirtschaftlich gesund: Werder Bremen erzielt einen Umsatzrekord, gefeiert wird das aber wegen der Krise nicht. Der SV Werder Bremen hofft in der Krise auf die Wende gegen den VfL Wolfsburg, Florian Kohfeldts Personalwechsel-Drohung verpufft aber.

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