Termine über Termine: Werder-Coach kennt keinen Stress

Kohfeldt spricht sogar beim Schützenfest

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Florian Kohfeldt ist ein gefragter Mann im Zillertal – und gibt stets freundlich seine Antworten.

Zell - Das „Schulhaus“ hat mit einer Schule wirklich überhaupt nichts zu tun. Hier kann getafelt werden, Tafeln fehlen dagegen. Werder Bremen hat in das Restaurant hoch am Berg in Zell am Ziller eingeladen. Das Bilanzgespräch des Trainingslagers in Zell am Ziller steht an.

Es gibt Schnitzel und Radler, in der Hauptsache wird Trainer Florian Kohfeldt reden. Über den Erfolg der zehn Tage im Zillertal. Er musste das schon vor dem abschließenden Testspiel gegen den 1. FC Köln am Freitag (18.00 Uhr) machen, der Zeitplan lässt es nicht anders zu.

Kohfeldt schickt Videobotschaft ans Schützenfest

Schon am Samstagvormittag geht es weiter nach Essen, wo Werder am Nachmittag ein Blitzturnier bestreitet. Terminstress für alle. Auch für Florian Kohfeldt. Doch das war für den Coach in den Tagen in den Bergen nie anders. Sein Kalender war proppevoll – und das nicht nur wegen des umfangreichen Trainingsprogramms, das vor- und nachbereitet werden muss. Kohfeldt war gewissermaßen omnipräsent, fand auch für außergewöhnliche Wünsche Zeit.

So schickte er eine Videobotschaft ans Schützenfest nach Twistringen. Wer macht das schon, wenn er eigentlich bis über beide Ohren in Arbeit steckt? Er traf sich zu einem Gedankenaustausch mit dem Aufsichtsrat, er stand den mitgereisten Fans in einer Talkrunde Rede und Antwort, er besuchte die Sponsoren, er drehte up‘n Berg eine Folge „Up‘n Swutsch“ und er erfüllte Interviewwünsche der Medien sowie Autogrammwünsche der Fans. Immer mit einem Lächeln, nie abweisend, stets freundlich. Wie macht er das nur?

Florian Kohfeldt: Seine Karriere in Bildern

Florian Kohfeldt spielte von 2001 bis 2009 in Werders dritter Mannschaft, wechselte dann ins Trainerfach. Als Co-Trainer von Viktor Skripnik war er vier Jahre lang bei der U17 tätig, in der Saison 2013/14 dann auch bei Werders U23.
Florian Kohfeldt spielte von 2001 bis 2009 in Werders dritter Mannschaft, wechselte dann ins Trainerfach. Als Co-Trainer von Viktor Skripnik war er vier Jahre lang bei der U17 tätig, in der Saison 2013/14 dann auch bei Werders U23. © gumzmedia
Viktor Skripnik, Florian Kohfeldt und Torsten Frings
Im Oktober 2014 wurde Skripnik nach der Entlassung Robin Dutts Cheftrainer bei den Profis. Seine Co-Trainer bei der U23, Kohfeldt und Torsten Frings, folgten ihm in die Bundesliga. © Gumz
In 70 Pflichtspielen der Profis saß Kohfeldt auf der Werder-Bank.
In 70 Pflichtspielen der Profis saß Kohfeldt auf der Werder-Bank. © gumzmedia
Nachdem Skripnik im September 2016 gehen musste und U23-Trainer Alexander Nouri seinen Posten übernahm, kehrte Kohfeldt zu Werders U23 zurück. 
Nachdem Skripnik im September 2016 gehen musste und U23-Trainer Alexander Nouri seinen Posten übernahm, kehrte Kohfeldt zu Werders U23 zurück.  © gumzmedia
Florian Kohfeldt
Seit Oktober 2016 ist er dort als Trainer tätig und schaffte in der Saison 2016/17 den Klassenerhalt. © Gumz
Nach der Entlassung von Alexander Nouri am 30. Oktober 2017 übernahm Fußballlehrer Kohfeldt die Bundesliga-Mannschaft interimsweise als Cheftrainer.
Nach der Entlassung von Alexander Nouri am 30. Oktober 2017 übernahm Fußballlehrer Kohfeldt die Bundesliga-Mannschaft interimsweise als Cheftrainer. © gumzmedia
Florian Kohfeldt
Kohfeldt genießt bei Werder eine sehr hohe Wertschätzung. „Er kann Spieler weiterentwickeln. Er hat eine klare Ansprache. Er ist ein intelligenter, junger, innovativer Trainer“, lobte Sportchef Frank Baumann nach Kohfeldts Beförderung. © Gumz
Florian Kohfeldt
Zwar setzte Kohfeldt in seinem ersten Erstliga-Spiel als Cheftrainer mit Werder neue Impulse, das Spiel gegen Eintracht Frankfurt ging durch ein spätes Gegentor trotzdem mit 1:2 verloren. © Gumz
Doch unter Kohfeldt ging es aufwärts. Am 10. November meldete Werder Vollzug: Kohfeldt bleibt Cheftrainer - zunächst bis zur Winterpause.
Doch unter Kohfeldt ging es aufwärts. Am 10. November meldete Werder Vollzug: Kohfeldt bleibt Cheftrainer - zunächst bis zur Winterpause. © gumzmedia
Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt hatte Erfolg, wurde fest als Cheftrainer installiert und führte Werder aus der Abstiegszone in der Bundesliga. © Gumz
Florian Kohfeldt
Anfang April 2018 unterschrieb Kohfeldt einen Vertrag bei Werder bis 2021. © Gumz
Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt blieb in der Saison 2017/2018 in allen zwölf Heimspielen als Cheftrainer ungeschlagen. © Gumz
Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt hat Werder eine neue Handschrift und Mentalität verpasst. Mit ihm soll es nun wieder dauerhaft aufwärts gehen. © Gumz

Ganz einfach: Was andere für Stress halten, ist für ihn „ein Traumjob“, hat er nach wenigen Tagen im Zillertal erklärt: „Ich habe nicht das Gefühl, dass ich hier viel arbeite. Ich bin viel unterwegs, aber als Arbeit im eigentlichen Sinn interpretiere ich das nicht.“ Der Glückliche. Dabei hetzt er durch die meisten Tage. Die Priorität dabei ist aber klar: Erst die Mannschaft, erst die Trainingsarbeit, dann der Rest. „Da darf es keine Abstriche geben. Danach gucke ich, was wichtig für den Verein ist, und das mache ich.“

Im „Schulhaus“, von wo aus man einen herrlichen Blick in das Zillertal genießen kann, war eine Stunde Medienarbeit veranschlagt – inklusive Schnitzelessen. Es war aber auch die Gelegenheit, kurz das Panorama zu genießen. Und auch ein bisschen die Gesprächsrunde. Man nimmt es Kohfeldt einfach ab, wenn er zu solchen Terminen mit den Journalisten sagt: „Es ist doch nett, mit euch zu plaudern.“

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Quelle: DeichStube

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