Trainer will sich nicht mehr zu Schiedsrichtern äußern

Kohfeldt lernt – und schweigt nun

Werder-Trainer Florian Kohfeldt sah das Ende des Spiels gegen Eintracht Frankfurt von der Tribüne.
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Werder-Trainer Florian Kohfeldt sah das Ende des Spiels gegen Eintracht Frankfurt von der Tribüne.

Bremen – Als Florian Kohfeldt am Spielfeldrand nach einer strittigen Entscheidung auf dem Platz die Flucht ergreift, um Schlimmeres, also die Auseinandersetzung mit dem Schiedsrichter, zu verhindern, erreicht der Werder-Coach im Heimspiel gegen Frankfurt genau das Gegenteil.

Für dieses Weglaufen schickt ihn Schiedsrichter Markus Schmidt auf die Tribüne, er fühlt sich offenbar provoziert. Kohfeldt versteht die Welt nicht mehr. Daran hat sich auch Tage später nichts geändert. Er fühlt sich zu Unrecht bestraft, hat sich mit dem Thema und vor allem dessen öffentlicher Aufarbeitung intensiv beschäftigt – und zieht nun seine Lehren daraus.

„Ich werde nach solchen Spielen keine Fragen mehr zur Schiedsrichterleistung beantworten“, sagte Kohfeldt, „ich kann dabei ja nur verlieren. Egal, wie differenziert man versucht, es darzustellen, am Ende heißt es, dass man ein schlechter Verlierer ist, und das bin ich überhaupt nicht.“

Nach dem Frankfurt-Vorfall ermittelt der DFB gegen den Werder-Coach, dem eine Geldstrafe in vierstelliger Höhe droht und der seine Sicht der Dinge inzwischen per schriftlicher Stellungnahme vorgelegt hat. Kohfeldt machte zwei Tage vor dem Spiel in Nürnberg (Samstag, 15.30 Uhr) kein Geheimnis daraus, dass ihn der erste Platzverweis seiner Laufbahn sehr beschäftigt hat.

Kohfeldt will seine Art an der Linie beibehalten

„Ich habe lange darüber nachgedacht“, sagte er – und erklärte: „Meine Handlungsweise steht immer unter dem Motto: Helfe ich der Mannschaft, oder helfe ich der Mannschaft nicht? Und wenn ich auf die Tribüne muss, helfe ich ihr nicht. Punkt.“ Auf der anderen Seite gehörten Emotionen aber zum Geschäft dazu. Seine Art an der Außenlinie komplett verändern, das wird Kohfeldt nicht. „Es sind echte Emotionen. Die kann man versuchen, zu kontrollieren, aber gewiss nicht zurückhalten. Ich wäre doch nicht ich, wenn ich am Wochenende nur noch mit verschränkten Armen dastehe.“

Die Grenze dieser Emotionen sieht Kohfeldt bei Beleidigungen erreicht („Das habe ich noch nie getan“). Mit seiner Weglauf-Aktion gegen Frankfurt habe er sich und den Schiedsrichter eigentlich schützen wollen. Abgesehen davon müsse die Anspannung ab und zu, wenn man sich etwa unfair behandelt fühlt, einfach raus: „Für einen Trainer ist es manchmal schwierig, weil man sich in dem Moment ein Stück weit hilflos fühlt.“

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Quelle: DeichStube

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