Werder-Profis extrem gefordert

Kohfeldt lässt die Köpfe rauchen

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Werder-Coach Florian Kohfeldt am ersten Trainingstag im spanischen Algorfa.

Algorfa - Irgendwann hat Florian Kohfeldt ein Einsehen. „Männer“, sagt der neue Werder-Coach: „Ich weiß, es ist sehr viel.“ Er beendet dann die Trainingseinheit, die vollgepackt war mit taktischen Übungen.

Kohfeldt hat seine Spieler dabei extrem gefordert – und zwar nicht allein die Beine, sondern vor allem auch die Köpfe. Denn vor der Praxis kommt bei Kohfeldt die Theorie. Der 35-Jährige erklärt viel, lässt bei den Profis ordentlich die Köpfe rauchen.

So viel geballtes Taktik-Training wie in den ersten Einheiten in Algorfa gab es noch nie bei Werder. Kohfeldt will seine Idee vom Fußball vermitteln. Viel Zeit bleibt ihm dafür nicht – eigentlich nur diese eine Woche im Trainingslager in Spanien. Dort sollen die taktischen Grundlagen für eine bessere Zukunft des SV Werder – natürlich beginnend mit dem Klassenerhalt – gelegt werden.

Der 35-Jährige beweist dabei nicht nur fußballerisches, sondern auch sprachliches Geschick. Von einem auf den anderen Moment wechselt er vom Deutschen ins Englische, damit auch die vielen ausländischen Spieler im Team wirklich alles verstehen.

Bemerkenswert dabei: Es ist überhaupt kein Bruch zu erkennen. Kohfeldt wirbelt auch in fremder Sprache durch die Reihen. Er ist immer mittendrin. Verschiebt seine Spieler, wenn es nötig ist. Oder hält das Spiel an mit einem deutlichen „Stopp“ an. Manchmal ist dabei ein kurzer Ausdruck von Enttäuschung zu erkennen, dass schon wieder nicht der vorgegebene Plan umgesetzt worden ist. 

Doch Kohfeldt schaltet sofort in den nächsten Modus, klärt detailliert die Fehler auf, macht Lösungsvorschläge. Und er ummantelt das gerne mit einem Lob für die Spieler. „Milos“, sagt er zum Beispiel zu Abwehrspieler Veljkovic: „Du bist wahrscheinlich der beste Spieler, der diesen Pass spielen kann. Aber du musst es zum richtigen Zeitpunkt machen.“

„Ist das klar für euch?“

Lobende Kritik – damit versucht Kohfeldt, seine Profis mitzunehmen. Es ist ein schwieriger Weg. Die Spieler sind anders gefordert als sonst in der Vorbereitung. Dabei ging es meistens um körperliche Dinge. Die werden nun nebenbei behandelt, gelten als selbstverständliche Vorbereitung. „Du musst immer mit 100 Prozent mit dem Kopf bei der Sache sein“, erklärt Zlatko Junuzovic. Es sei sehr anspruchsvoll, was Kohfeldt und sein Team fordere. Aber Junuzovic sieht das auch als große Herausforderung: „Wir müssen Verantwortung übernehmen, müssen sagen, wenn wir etwas nicht verstanden haben. Wir müssen ganz viel miteinander kommunizieren.“

Vorneweg geht dabei natürlich der Trainer. Schon eine halbe Stunde vor jeder Einheit gibt es eine Besprechung. Dann erklärt Kohfeldt, was er gleich sehen will. Auf dem Platz geht es so kommunikativ weiter. „Ist das klar für euch?“, fragt der Coach immer wieder.

Junuzovic weiß, was nun zählt. „Wir wollen Fußball spielen“, sagt der Teamkapitän: „Wir wollen noch mehr Dominanz, das Umschaltspiel beherrschen wir ja schon ganz gut.“

Kohfeldts favorisiertes System schein das 4-3-3 zu sein. So lässt er jedenfalls ausgiebig trainieren. Erst als Trockenübung ohne Gegner, dann auch im Spiel. Immer wieder zeigt er seinen Spielern, welche Räume besetzt werden müssen. Und ein Wort fällt immer wieder : „gegenläufig“. So sollen sich die Profis bewegen, wenn es nach vorne geht. Das hört sich viel einfacher an, als es ist. Immer wieder unterbricht der Coach. Nicht jedem Spieler fällt es dabei leicht, die Konzentration hochzuhalten und nicht mal ein Späßchen mit den Kollegen zu machen. Dann gibt es auch mal eine kleine Ansage vom Coach. Der weiß aber offenbar sehr wohl, dass Kopfarbeit anstrengend und nicht sofort erfolgversprechend ist. Am Ende der über zweistündigen Einheit sagt er noch: „Wir können nicht erwarten, dass alles sofort klappt. Aber wir müssen dran bleiben.“

Werder-Coach Kohfeldt im Trainingslager

Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa.
Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa. © Gumz
Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa.
Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa. © Gumz
Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa.
Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa. © Gumz
Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa.
Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa. © Gumz
Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa.
Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa. © Gumz
Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa.
Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa. © Gumz
Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa.
Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa. © Gumz
Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa.
Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa. © Gumz
Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa.
Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa. © Gumz
Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa.
Florian Kohfeldt im Trainingslager Algorfa. © Gumz

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Quelle: DeichStube

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