Fischer wird Werders erster Ehrenpräsident

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Klaus-Dieter Fischer wird „seinem“ SV Werder Bremen erhalten bleiben – zwar nicht in einem offiziellen Amt, dafür aber als erster Ehrenpräsident der Vereinsgeschichte.

Bremen - Der SV Werder will im Moment nur eines: Ruhe! Die Protagonisten des Clubs haben sich nach einer der turbulentesten Wochen in der Vereinsgeschichte einSchweigegelübde auferlegt. Sprechen darf lediglich Geschäftsführer Thomas Eichin – und zwar nur über seinen Bereich, den Sport. Der Ball soll beim Tabellenletzten der Fußball-Bundesliga wieder im Mittelpunkt stehen und damit das schwierige Auswärtsspiel am Samstag beim FC Bayern München. Trotzdem gibt es interessante Neuigkeiten aus der Führungsetage des Clubs.

Klaus-Dieter Fischer soll auf der Mitgliederversammlung am 24. November zum Ehrenpräsidenten ernannt werden. So hat es das Präsidium vorgeschlagen, und die Mitglieder werden dieser Bitte sicher nachkommen. Es wäre eine Premiere bei Werder. Denn Dr. Franz Böhmert, dem diese Ehre ganz gewiss zuteil geworden wäre, ist in seiner Amtszeit als Präsident verstorben und deshalb nicht Ehrenpräsident geworden.

Einfluss auf das operative Geschäft hätte Fischer in seiner neuen Funktion allerdings nicht. Und das ist ihm auch ganz recht so. Denn der Noch-Präsident, Noch-Gesellschafter und Noch-Geschäftsführer will sich wie angekündigt am Jahresende komplett zurückziehen und nach 45 Jahren kein offizielles Amt mehr bei Werder bekleiden. In einem viel beachteten Interview mit dieser Zeitung hatte der 73-Jährige vor einer Woche einen Rücktritt vom Rücktritt ausgeschlossen und klargestellt: „Ich habe bereits vor anderthalb Jahren angekündigt, dass ich Ende 2014 aufhöre. Darauf konnte man sich einstellen, darauf ist man auch eingestellt.“

Fischers Posten soll demnach Hubertus Hess-Grunewald übernehmen. Der 54-Jährige ist bereits Vizepräsident des Vereins. Der Rechtsanwalt wird seinen Job aufgeben und sich vom Präsidium satzungsgemäß in die ausgegliederte Profi-Abteilung (GmbH & Co KGaA) entsenden lassen. Er wird dann ab Jahresbeginn als Geschäftsführer Leistungszentrum, Frauenfußball, andere Sportarten und CSR-Management tätig sein und mit Klaus Filbry und Thomas Eichin Werders neues Führungstrio bilden.

Dafür muss Hess-Grunewald allerdings sein Amt als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender abgeben. Schließlich kann er sich nicht selbst kontrollieren. Auch dort ist bereits ein Nachfolger in Sicht: Marco Bode. Der Ex-Profi sitzt seit zwei Jahren im Aufsichtsrat und gilt als heißer Kandidat auf die Nachfolge von Willi Lemke. Der Aufsichtsratsvorsitzende hatte am Montag seinen Rückzug am Ende seiner Amtszeit in zwei Jahren angekündigt. Bode könnte also Anfang des Jahres zum Stellvertreter aufrücken und später dann Lemke beerben. Ob der 45-Jährige das wirklich will, ist offen. Er selbst äußert sich dazu nicht. Andere machen es dagegen schon. Nach Günter Netzer, Executive Director von Werder-Vermarkter Infront, hat sich nun auch Jürgen L. Born bei Radio Bremen für einen Aufstieg von Bode an die Spitze des Kontrollgremiums ausgesprochen.

Dem Aufsichtsrat stehen 2016 große Veränderungen bevor – nicht nur durch den angekündigten Rücktritt von Lemke. Zwei weitere Mitglieder könnten sich verabschieden: Dr. Werner Brinker und Hans Schulz. Der 64-jährige Brinker dankt in einem Jahr als Vorstandsvorsitzender des Oldenburger Energieversorgers EWE ab. Gut möglich, dass Brinkers Nachfolger Matthias Brückmann dann einen der größten Werder-Sponsoren im Aufsichtsrat des Bundesligisten vertritt. Einen Anspruch darauf hat EWE nicht. Der wird nur Investoren eingeräumt, die 20 Prozent an der Kapitalgesellschaft besitzen.

Hans Schulz wollte schon vor zwei Jahren altersbedingt für Bode Platz machen, blieb dann aber doch. Es ist zumindest fraglich, ob der 71-Jährige bei der nächsten Wahl 2016 noch einmal kandidiert.

kni

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