Neues Interesse für alte Vorwürfe / „Hier soll Unruhe geschürt werden“

Fischer beklagt Rufschädigung

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Klaus-Dieter Fischer sieht sich mit alten Vorwürfen konfrontriert.

Bremen - Wenige Wochen vor dem Wechsel in den Ruhestand holt die Vergangenheit Werder-Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer (73) nochmal ein. Der NDR veröffentlichte gestern, was die ARD-Recherche-Redaktion über Fischer zusammengetragen hat. Von Betrug, Korruption und Schwarzgeld ist die Rede. Die Vorwürfe reichen teils Jahrzehnte zurück und waren schon vorher weitgehend bekannt gewesen.

„Die Art und Weise wie hier längst abgeschlossene und geklärte Sachverhalte ohne aktuelle Entwicklung als Aufreger verkauft werden, halte ich für rufschädigend“, sagte Klaus-Dieter Fischer in einer vom SV Werder verbreiteten Mitteilung. Fischer weiter: „Hier soll kurz vor der Mitgliederversammlung (24. November, d. Red.) auf billige Weise Unruhe geschürt werden.“

Fischer nimmt am Jahresende nach mehr als 40 Jahren in Führungsfunktionen bei Werder seinen Hut. Auf der Mitgliederversammlung soll er zum Ehrenpräsidenten des Clubs ernannt werden.

Laut ARD/NDR ist Fischers Arbeit in den vier Jahrzehnten aber nicht immer ehrenvoll gewesen. Die Vorwürfe: Fischer soll sich beim Kauf zweier Eigentumswohnungen 22000 Euro Fördergelder erschlichen haben. Laut ARD sei das Verfahren gegen Rückgabe der Summe und Zahlung einer Geldstrafe von 10000 Euro eingestellt worden. Außerdem sei gegen Fischer, damals noch Leiter der Verwaltungsschule Bremen, ein Disziplinarverfahren eröffnet worden. Deshalb soll er aus dem Ehrenamt heraus hauptberuflich in die Geschäftsführung des SV Werder gewechselt sein, wo er angeblich 430000 Euro pro Jahr verdient. Fischer bestätigt zwar die Zahlung einer Geldstrafe und die Einstellung des Verfahrens, sein beruflicher Wechsel in die Geschäftsführung habe jedoch „nun wirklich gar nichts mit den Vorgängen zu tun. Da werden Zusammenhänge konstruiert, die unhaltbar sind.“

Aufgewärmt wurde auch der Verdacht, Fischer habe sich im Zuge der Vergabe des Bauauftrags für die Ostkurve an Zechbau von dem Bremer Bauunternehmer sein Privathaus in Riede renovieren lassen. Das Verfahren, darauf wies Fischer nun erneut hin, wurde „wegen fehlenden Tatverdachts“ eingestellt. Laut ARD sei vorher aber der Hauptbelastungszeuge Eberhard Brühl, ein Vereinsmitglied und Skatbruder von Fischer, eingeschüchtert worden.

Der nächste Vorwurf: Fischer soll – wie auch der damalige Werder-Manager Willi Lemke und der mittlerweile verstorbene Präsident Dr. Franz Böhmert – beim Transfer des Brasilianers Ailton 50000 Mark aus einer Schwarzgeldkasse abgezweigt haben. Wegen der Kasse hatte Werder später Selbstanzeige gestellt. Bereichert habe sich aber niemand, erklären Fischer und auch Lemke: „An dieser Behauptung ist überhaupt nichts dran.“

csa

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