Ex-Werder-Keeper mit Chance nach Verletzung von Trapp

Felix Wiedwald will’s wissen: Keeper feiert Kader-Rückkehr gegen Ex-Club Werder

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Stammplatz bei Eintracht Frankfurt in weiter Ferne: Felix Wiedwald, Ex- Keeper des SV Werder Bremen hat seine sportlichen Ziele aber noch lange nicht aufgegeben.

Frankfurt – Ausgerechnet vor dem Spiel gegen seinen ehemaligen Verein SV Werder Bremen rückt Eintracht Frankfurts Keeper Felix Wiedwald wieder in den Kader der Hessen. Der 29-Jährige will es nochmal wissen.

Ein paar schnelle Befehle auf dem Handy, kurz warten, bis die Verbindung steht – und schon ist Felix Wiedwald wieder in Bremen. Zumindest fast. Mehr digital als direkt. Aber das ist ja auch schon ‘was. Regelmäßig tauscht sich der Ex-Torhüter des SV Werder Bremen mit seinen alten Mitspielern und heutigen Freunden Philipp Bargfrede und Fin Bartels per Video-Telefongespräch aus. Über sportliche Themen, über das Leben an sich, über Privates. Und oftmals rücken die kompletten Familien sogar mit ins kleine, quadratische Bild. „Der Kontakt ist sehr eng“, sagt Wiedwald, der Bartels und Bargfrede am Sonntag nach längerer Zeit nun mal wieder persönlich treffen könnte.

Werder gastiert am siebten Spieltag bei Wiedwalds Club Eintracht Frankfurt – und seit Dienstag sieht es überraschend danach aus, dass der 29-Jährige zum Aufgebot der Hessen zählt. Wie die Frankfurter zu Wochenbeginn vermeldeten, hat sich Stammkeeper Kevin Trapp schwer an der Schulter verletzt und wird bis zum Winter ausfallen. Für den Nationalspieler rückt Ersatzmann Frederik Rönnow ins Tor – und für Rönnow wiederum könnte der zwischenzeitlich aufs Abstellgleis geratene Wiedwald auf der Bank sitzen. „Ich gehe davon aus, dass ich dabei bin“, sagt der ehemalige Torwart von Werder Bremen.

SV Werder Bremen: Felix Wiedwald wechselte zu Leeds United

Für Felix Wiedwald wäre es ohne Frage ein besonderes Duell gegen seinen Heimat- und Herzensverein, für den er von 1999 bis 2011 und von 2015 bis 2017 aktiv war. Und es wäre noch etwas: Die nächste Chance auf sportlich bessere Zeiten, denn aufgegeben hat sich Wiedwald trotz turbulenter Jahre seit er Werder Bremen im Sommer 2017 verlassen hat, noch lange nicht.

Weil der damalige Trainer Alexander Nouri eine Veränderung auf der Torhüterposition wollte und Felix Wiedwald nicht mehr den Status als Nummer eins bei Werder Bremen garantierte, wechselte der Schlussmann auf die Insel, Englands zweite Liga, Leeds United. „Sportlich hätte es besser laufen können, aber persönlich war es eine tolle Erfahrung, ich habe viel mitgenommen“, sagt Wiedwald, der in Leeds als Stammkeeper einen guten Start erwischt, an den ersten sieben Spieltagen sechs Mal ohne Gegentor bleibt, später nach zwei Niederlagen in Folge aber seinen Stammplatz verliert.

Felix Wiedwald war von 1999 bis 2011 und dann wieder von 2015 bis 2017 bei Werder Bremen aktiv.

Ex-Werder-Bremen-Keeper Felix Wiedwald kehrte 2018 in die Bundesliga zur Eintracht zurück

„In England werden die Torhüter schnell mal gewechselt. Erst drin, dann draußen, später wieder drin – daran muss man sich erstmal gewöhnen“, sagt Felix Wiedwald, der nach insgesamt 30 Spielen für Leeds im Sommer 2018 nach Deutschland zurückkehrt, zurück zur Frankfurter Eintracht, für die er bereits von 2013 bis 2015 gespielt hatte.

„Ich war als Herausforderer für Frederik Rönnow eingeplant“, erinnert sich Wiedwald, für den es dann, am letzten Tag des Transferfensters, ziemlich schlechte Nachrichten gab: Frankfurt holte Nationalkeeper Kevin Trapp per Leihe aus Paris zurück. „Klar war ich da enttäuscht. Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich vielleicht woanders hingegangen“, erinnert sich der ehemalige Keeper von Werder Bremen. Er betont aber auch: „Den Verein konnte ich schon verstehen. Er musste diese Chance nutzen.“

Felix Wiedwald stieg mit dem MSV Duisburg ab

Nach einem halben Jahr ohne Einsätze lässt sich Wiedwald zu Jahresbeginn 2019 an den MSV Duisburg ausleihen, spielt dort auch endlich wieder, steigt mit dem Club aber aus der Zweiten Liga ab und kehrt im Sommer nach Frankfurt zurück. In den Quali-Runden der Europa League kommt er gegen Flora und Vaduz sogar zum Einsatz. Trapps feste Verpflichtung aus Paris ist noch nicht durch, Rönnow verletzt, also spielt Felix Wiedwald. Ein guter Start, dem später aber wieder das zweite bis dritte Glied folgt. Nun rückt der gebürtige Thedinghäuser, der in Achim aufgewachsen ist, immerhin wieder zum Ersatzmann auf.

„Ich will es hier schaffen, deswegen habe ich mich im Sommer auch gegen eine erneute Ausleihe entschieden“, betont Wiedwald, der inzwischen weiß, dass es im Fußball manchmal schnell gehen kann – und zwar in beide Richtungen. Der Keeper nimmt es gelassen. „Wir fühlen uns als Familie sehr wohl in Frankfurt, auch der Club entwickelt sich“, sagt Felix Wiedwald, dessen kleine Tochter demnächst ihren zweiten Geburtstag feiert. „Als Vater wird man deutlich reifer und gelassener“, hebt er hervor. Was zweifellos stimmt. Und ganz sicher auch in schweren sportlichen Zeiten hilft. (dco)

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Ein klares Signal für eine Vertragsverlängerung bei Werder Bremen gibt es bei Theodor Gebre Selassie. Außerdem gibt es durch ein Zwischen-Update neue Marktwerte für Werder Bremen: Josh Sargent und Marco Friedl legen zu. Die Belohnung für die starken Leistungen der letzten Wochen: Christian Groß steht unmittelbar vor einer Vertragsverlängerung bei Werder Bremen.

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