Kohfeldt sieht eine gute Entwicklung bei Werder, hat aber auch Probleme ausgemacht

Fehlerhafte Feinheiten

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Die fußballerische Basis passt beim SV Werder, dennoch müssen die Bremer an Details arbeiten, um in der Rückrunde noch mehr zu punkten.

Leipzig - Die Mannschaft saß bereits im Bus, fertig für die Abfahrt zum Flughafen – es fehlte am frühen Samstagabend nur noch einer: Florian Kohfeldt. Und Werders Trainer ließ seine Spieler warten. Noch lange nach der 2:3-Niederlage bei RB Leipzig stand er mit den Journalisten aus Bremen im Medienraum des Leipziger Stadions.

Kohfeldt wollte seinen letzten Arbeitstag des Jahres 2018 nicht beenden, ohne sich zuvor noch einmal ausführlich erklärt zu haben. „Für die Art und Weise, wie wir Fußball spielen, haben wir zu wenig Punkte“, lautete das Hinrunden-Fazit des 36-Jährigen, der bei diesem Satz analytisch-nüchtern und nicht etwa enttäuscht klang.

Denn Kohfeldt ist grundsätzlich zufrieden, mit dem, was er über weite Strecken der Hinserie zu sehen bekommen hatte. So zufrieden, dass er sich direkt nach Abpfiff bei den Spielern für ihr Vertrauen in den eingeschlagenen Weg bedankt hatte. Er hatte sie aber auch auf ein Problem hingewiesen, „denn wir produzieren noch zu viele Fehler vor unserem und vor dem gegnerischen Tor.“ 

Südafrika als Startpunkt für die nötige Detailarbeit

Während des Spiels in Leipzig hatte sich Werder praktisch selbst um den Lohn für eine starke Leistung gebracht, weil die Mannschaft etliche gute Möglichkeiten nicht nutzte und dem Gegner das Toreschießen leicht machte. Bereits beim 1:1 gegen Hoffenheim und auch schon in einigen Spielen davor war dieses Muster zu erkennen gewesen. 

A m Samstag standen den Leipziger Toren durch Lukas Klostermann (22.), Timo Werner (44.) und Bruma (87.) am Ende nur die Bremer Treffer von Max Kruse (67.) und Josh Sargent (77.) gegenüber. „Wenn wir dahin wollen, wo wir hinwollen, dann müssen wir uns verbessern“, forderte Kohfeldt, „es gibt dafür ja Gründe, und die müssen wir bei uns suchen. Es nur auf Glück oder Pech zu reduzieren, ist mir zu billig.“ Im Trainingslager in Südafrika will der Coach mit dieser Suche anfangen, es ist Detailarbeit, das Feilen an Nuancen. 

Johannes Eggestein und der SV Werder müssen in der Rückrunde effizienter werden, wenn sie das Ziel Europa noch erreichen wollen.

Denn mit der fußballerischen Basis seiner Mannschaft ist Kohfeldt nach der ersten Saisonhälfte mehr als einverstanden. „Wir haben vor der Saison drei Ziele vereinbart“, sagte der Trainer und gab einen aktuellen Zwischenstand ab. „Wir haben gesagt, dass wir nach Europa wollen und werden dieses Ziel auch nicht revidieren.“ Das Überwintern in der zweiten Tabellenhälfte freut Werder zwar nicht, es wird von den Verantwortlichen aber auch nicht als dramatisch angesehen. „In der Rückrunde sind wir jetzt der Herausforderer und wollen den Rückstand aufholen“, sagte Sportchef Frank Baumann nüchtern. 

Werders Ziel Nummer zwei war, „dass wir für eine gewisse Art von Fußball stehen wollten“, erklärte Kohfeldt. Offensiv sollte der sein und immer wieder über Tempo in Torchancen münden. „Mit einigen, wenigen Spielen als Ausnahme attestiere ich der Mannschaft, das geschafft zu haben“, lobte der Trainer, der auch Ziel Nummer drei als erreicht ansieht: das Entwickeln von jungen Spielern. „Wir geben ihnen das Vertrauen, sie zahlen es zurück“, sagte Kohfeldt und verwies auf Namen wie Maximilian und Johannes Eggestein, Josh Sargent und Milot Rashica. 

Mehr Punkte in der Rückrunde anvisiert

Werders Plan: In der Rückrunde sollen sich all diese positiven Entwicklungen deutlicher auf dem Punktekonto niederschlagen als nach den ersten 17 Spielen. Das will der Trainer, das wollen auch die Spieler. Davy Klaassen brachte es in Leipzig stellvertretend für seine Kollegen gut auf den Punkt: „Ich habe wenig Spiele gesehen, in denen wir schlechter waren als der Gegner. Wir können stolz auf unseren Fußball sein, müssen aber noch effizienter werden.“

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Quelle: DeichStube

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