Werders 3:0-Sieg beim FCI

Die Rückkehr des guten Gefühls: SV Werder Bremen schlägt den FC Ingolstadt und blickt voller Vorfreude aufs Nordderby

Der SV Werder Bremen bejubelt den klaren Sieg gegen den FC Ingolstadt und geht mit breiter Brust ins Nordderby gegen den HSV.
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Der SV Werder Bremen bejubelt den klaren Sieg gegen den FC Ingolstadt und geht mit breiter Brust ins Nordderby gegen den HSV.

Ingolstadt – Der Wunsch war unmissverständlich, weil klar formuliert, und gehört haben dürften ihn die Profis des SV Werder Bremen auch – schließlich wurde er ihnen am Samstagnachmittag aus Hunderten Kehlen entgegengeschrien.

Im Audi Sportpark des FC Ingolstadt hatte die Mannschaft soeben einen souveränen 3:0 (2:0)-Erfolg eingefahren, ließ sich dafür vor dem Gästeblock ausgiebig feiern – und eben diesen Wunsch mit auf den Weg geben, der streng genommen eigentlich mehr eine Forderung war: „Wir wollen den Derbysieg, wir wollen den Derbysieg!“, sangen die ausgelassenen Anhänger, die mit ihrem SV Werder Bremen nach dem zweiten deutlichen Sieg in Serie derzeit wieder ziemlich zufrieden sind. Was wiederum die Vorfreude auf das kommende Duell mit dem Hamburger SV noch einmal auf ein ganz neues Level hebt.

Werder Bremen gegen FC Ingolstadt: Markus Anfang freut sich über „richtig gutes Fußballspiel von uns“

„Dass es ein besonderes Spiel wird, braucht man ja niemandem zu sagen“, erklärte Werder-Trainer Markus Anfang, dessen Team in Ingolstadt phasenweise eindrucksvoll gezeigt hatte, dass es rechtzeitig vor dem ersten Nordderby seit Februar 2018 endgültig in der 2. Bundesliga angekommen ist. „Es war von der ersten Sekunde an ein richtig gutes Fußballspiel von uns. Wir haben da angeknüpft, wo wir gegen Rostock aufgehört haben“, freute sich Anfang. Und tatsächlich hatte schon früh an diesem schwül-warmen Septembertag mitten in Oberbayern kein Zweifel mehr daran bestanden, welche Mannschaft hier den Ton angeben würde: Werder Bremen.

Bis sich das allerdings auch auf der Anzeigetafel widerspiegelte, dauerte es einige Zeit. „Wir haben die Zweikämpfe angenommen und hatten auch in Ballbesitz gute Lösungsmöglichkeiten im Spiel nach vorne, nur leider ist der letzte Schnittstellenball nicht angekommen“, sagte Anfang, dessen Mannschaft in der 24. Minute dafür aber ein echtes Kunststück vollbrachte – nämlich in Führung ging, ohne überhaupt eine Torchance gehabt zu haben.

Werder Bremen hätte gegen den FC Ingolstadt eigentlich noch höher gewinnen müssen

Eine Hereingabe von Niklas Schmidt landete auf dem Kopf von Ingolstadts Innenverteidiger Nico Antonitsch, der den Ball unhaltbar für seinen Torhüter ins lange Eck verlängerte. „Danach war zu merken, dass wir den Drang hatten, unbedingt nachzulegen“, hielt Anfang fest. Die Folge: Kurz vor der Pause erhöhte Neuzugang Mitchell Weiser nach Doppelpass mit Romano Schmid und technisch feinem Übersteiger auf 2:0 (42.). Auch das frühe, verletzungsbedingte Ausscheiden von Kapitän Ömer Toprak (26.) hatte Werder Bremen zuvor nicht aus der Fassung gebracht. Lars Lukas Mai kam für den 32-Jährigen in die Partie und fügte sich nahtlos in eine gut organisierte Abwehr ein. Chancen für die Hausherren gab es in Hälfte eins nicht wirklich.

Der zweite Durchgang war dann gerade einmal vier Minuten alt, da musste Ingolstadts Trainer Roberto Pätzold endgültig einsehen, „dass unser Plan für heute zunichte gemacht war“, wie er nach dem Spiel konsterniert zu Protokoll gab. Marvin Ducksch hatte den Abpraller nach einem Schuss des starken Schmidt per Kopf zum 3:0 versenkt (49.). Im weiteren Verlauf hätte Werder das Ergebnis noch in die Höhe schrauben können, ließ aber offensiv wie defensiv etwas den Schlendrian einkehren. Vorne vergaben die Bremer beste Chancen – allein Ducksch hätte noch zweimal treffen müssen –, und hinten kamen plötzlich die Ingolstädter zu gefährlichen Abschlüssen, bei denen sich Torhüter Michael Zetterer, der den Vorzug vor Jiri Pavlenka erhalten und zu Beginn der Partie noch etwas nervös gewirkt hatte, mehrfach auszeichnen konnte. „Wir sind zu kompliziert geworden und waren am Ende nicht mehr konsequent genug. Das muss ich meiner Mannschaft leider vorwerfen“, sagte Anfang, der es mit der Kritik aber nicht übertreiben wollte, „denn insgesamt bin ich heute sehr zufrieden“.

Werder Bremen-Sieg gegen FC Ingolstadt: „Guter Weg“ führt jetzt zum Nordderby gegen HSV

Und das konnte der Trainer auch sein. Werder Bremen hat jetzt drei Mal in Folge zu Null gespielt, hat aus diesen Partien sieben Punkte geholt und sich zumindest bis Sonntagnachmittag auf den dritten Tabellenplatz vorgeschoben. „Auf die Tabelle schauen wir jetzt noch gar nicht“, behauptete Anfang und verwies lieber auf „den guten Weg“, auf dem sich seine Mannschaft jetzt befinde: „Es war heute ein gutes Spiel, und das gibt uns natürlich ein gutes Gefühl. Gerade nach diesen schweren Zeiten ist das sehr positiv.“ Die große personelle Ungewissheit während des Transfersommers? Endlich vorbei.

Auch die vielen Misstöne rund um die Mitgliederversammlung, die innerhalb des Vereins für große Unruhe gesorgt hatten, sind inzwischen abgeklungen. Jetzt geht Werders Blick wieder deutlich zuversichtlicher nach vorne. Da kommt so ein Nordderby im eigenen Stadion gerade recht. „Auch in der 2. Liga freut sich ganz Fußball-Deutschland darauf, dieses Spiel endlich wieder zu sehen“, sagte Anfang, für den es das erste Nordderby seiner Karriere werden wird. Die von den Werder-Fans in Ingolstadt vorgetragene gesangliche Forderung würde er dabei natürlich liebend gerne erfüllen. (dco)

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