Werder-Fans feiern vor Weserstadion trotz Coronavirus

Entwarnung für Werder Bremen: Innensenator Mäurer kritisiert Fan-Fest, Relegation gegen Heidenheim aber ungefährdet

Hunderte Fans des SV Werder Bremen feierten am Samstag rund ums Weserstadion das Erreichen der Relegation - Innensenator Ulrich Mäurer hat das nicht gefallen.
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Hunderte Fans des SV Werder Bremen feierten am Samstag rund ums Weserstadion das Erreichen der Relegation - Innensenator Ulrich Mäurer hat das nicht gefallen.

Bremen - Hunderte Fans des SV Werder Bremen feierten am Samstag den 6:1-Kantersieg gegen den 1. FC Köln und das Erreichen der Relegation. Die Polizei musste einschreiten. Hat das nun Konsequenzen? Jetzt reagiert Innensenator Ulrich Mäurer.

Die Sorge stand durchaus im Raum, hat sich aber wieder verflüchtigt: Werder Bremens Heimspiel in der Relegation ist nicht gefährdet. Obwohl mehrere Hundert Menschen am frühen Samstagabend nach dem 6:1-Erfolg gegen den 1. FC Köln vor dem Weserstadion gegen die geltenden Corona-Auflagen verstoßen hatten, denkt Innensenator Ulrich Mäurer nicht über eine Absage der Partie nach.

Werder Bremen-Fans feiern trotz Coronavirus-Pandemie am Weserstadion - Das sagt Ulrich Mäurer

„Zum Glück haben sich Tausende Werder-Fans beherrscht und den Sieg gegen Köln zu Hause gefeiert. Das ist absolut anerkennenswert“, sagte der SPD-Politiker auf Nachfrage der DeichStube. „Umso ärgerlicher, dass einige Hundert Fans so getan haben, als gäbe es kein Corona mehr.“ Ihretwegen nun aber das Relegationshinspiel des SV Werder Bremen am kommenden Donnerstag abzusagen, sei unverhältnismäßig. Mäurer appellierte stattdessen erneut an die Fans. „Für Donnerstag gilt: Mitfiebern, anfeuern, aber bitte von zu Hause aus.“

Zur ursprünglichen Meldung vom 27. Juni 2020:

Hunderte Werder Bremen-Fans feiern am Weserstadion - hat das Konsequenzen?

Der Schwimmer, der am frühen Samstagabend aus dem angrenzenden Bremer Stadionbad kommt – die Tasche unter dem Arm, das Handtuch noch über den Schultern – ist im ersten Moment sichtlich irritiert. Vor dem Weserstadion gibt es kein Durchkommen mehr! Etwa 500 Fans, so wird es die Polizei später schätzen, es dürften aber deutlich mehr gewesen sein, haben sich spontan vor der Ostkurve zusammengefunden, um dort Werder Bremens nicht mehr für möglich gehaltenen Sprung auf den Relegationsplatz zu feiern. 

Wehende Fahnen, lautstarke Gesänge und hupende Autos: Es sind stimmungsvolle Bilder, keine Frage. Im Corona-Kontext wirken sie allerdings ebenso befremdlich, denn Abstand hält hier kaum jemand. Die Polizei rückt an, am Ende bleibt alles friedlich. Ein Abend vor dem Weserstadion.

Werder Bremen-Fans feiern das Erreichen der Relegation wie eine Deutsche Meisterschaft

Etwa 50 Menschen haben sich schon während des Spiels vor dem Fanshop des Stadions eingerichtet. Handys, Radios, Live-Streams, all das transportiert eine gute Nachricht nach der anderen: Tor Werder Bremen, Tor Union Berlin, Tor Werder – die vorläufige Rettung, spätestens ab Mitte der zweiten Halbzeit ist sie ein Selbstläufer. Kamerateams fangen erste Jubelbilder ein, Pizarro-Sprechchöre, Ujah-Huldigungen. „Jetzt wollen wir den HSV!“ Dann ist Schluss, dann wird’s allmählich voll auf der Franz-Böhmert-Straße. „Wie die Meisterschaft!“, ruft ein Mann im schwarzen Event-Trikot. Und tatsächlich: Für einen kurzen Moment fühlt sich das Erreichen der Relegation nach den alten, ruhmreichen Momenten an.

Der Kölner Bus fährt vor, um nach und nach die Kölner Spieler einzusammeln. Jeder noch so unbekannte Ersatzmann und Betreuer wird dabei lautstark abgefeiert! Tenor: Danke für dieses 6:1 mit der überschaubaren Gegenwehr! Es hat dafür gesorgt, dass auch in Bremen an diesem 27. Juni gilt: „Et hätt noch immer jot jejange!“ Als Anthony Modeste in den Bus will, wird es besonders laut: „Modeste, Modeste, Anthony Modeste!“, singen die Fans des SV Werder Bremen. Und zwar so lange und inbrünstig, dass der Effzeh-Stürmer kurz nach dem Einsteigen nochmal in der Tür auftaucht, winkt, sich aufs Logo klopft.

Werder Bremen: Hat die Versammlung der Fans am Weserstadion Konsequenzen?

Wenig später taucht ein Mannschaftswagen der Polizei auf, die Lautsprecher auf dem Dach knarzen kurz, dann: „Glückwunsch zum Erreichen des Relegationsplatzes, aber bitte halten Sie die Abstandsregeln ein.“ Viele Fans sind zwar darum bemüht, aber möglich ist es nicht. Dafür ist es schlicht zu voll, die Emotionen bei vielen zu frisch. Aber klar ist: Eine größere Menschenmenge vor dem Stadion? Das ist genau das, was Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) immer verhindern wollte. 

Weshalb er damit gedroht hat, in Bremen keine Geisterspiele zuzulassen. Nun ist es passiert. Ob es Folgen haben wird fürWerder Bremen in der Relegation? Noch unklar. Die erste Einschätzung der Polizei kam am Samstagabend vergleichsweise mild daher: „In der Regel verhielten sich die Angesprochenen einsichtig und kooperativ. Nach derzeitigen Erkenntnissen kam es bisher zu keinerlei größeren Zwischenfällen“, heißt es in einer Pressemitteilung. (dco)

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Die Werder Bremen-Aufstellung in der Relegation gegen den 1. FC Heidenheim: Das ist die Startelf!


Quelle: DeichStube

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