Wann dürfen wieder Zuschauer ins Weserstadion?

Fan-Rückkehr: Werder im Nachteil, aber DFL sieht keine Wettbewerbsverzerrung

Der SV Werder Bremen muss im Weserstadion wohl weiterhin vor leeren Rängen spielen.
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Der SV Werder Bremen muss im Weserstadion wohl weiterhin vor leeren Rängen spielen.

Frankfurt – In Leipzig könnte der Start der Fußball-Bundesliga vor über 8.000 Fans erfolgen, der SV Werder Bremen muss dagegen im Weserstadion wohl weiterhin vor leeren Rängen spielen und ohne Unterstützung auskommen.

So unterschiedlich ist das in der Coronakrise mit den speziellen Regeln in den einzelnen Bundesländern. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) sieht darin angeblich kein Fairness-Problem, wie Geschäftsführer Christian Seifert nach der DFL-Mitgliederversammlung am Donnerstag in Frankfurt verkündete.

„Ich würde das scharfe Schwert der Wettbewerbsverzerrung mal stecken lassen, aber das hat heute auch keiner gezogen“, sagte Seifert und fügte noch an: „Das trifft für mich auch nicht den Kern.“ Selbst mit einigen Zuschauern werde wegen der Corona-Pandemie unter sehr besonderen Voraussetzungen gespielt. „Ich finde es viel zu hoch geschossen, von Wettbewerbsverzerrung zu sprechen“, sagte Seifert.

Werder Bremen: Land erlaubt maximal 400 Zuschauer bei Freiluftveranstaltungen

In Leipzig hatten die zuständigen Behörden am Dienstag grünes Licht für die Zulassung von bis zu 8.500 Zuschauern bei Heimspielen von Bundesligist RB Leipzig gegeben. In Berlin sieht die Corona-Verordnung bis zu 5.000 Fans vor. In anderen Bundesländern werden dagegen keine oder nur wenige Hundert Zuschauer zugelassen – wie auch bei Werder Bremen, wo maximal 400 Personen bei Freiluftveranstaltungen zugelassen sind.

„Natürlich ist es ein Unterschied, ob ich ein Heimspiel mit Zuschauern austragen kann oder ohne. Denn ein Heimvorteil kommt ja daher, dass man das Publikum im Rücken hat. Auch deshalb wäre es sicherlich nicht gut, wenn man in der Bundesliga keine einheitlichen Bedingungen hätte“, meinte Werder-Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald gegenüber „buten un binnen“, betonte aber zugleich: „Dass Leipzig mit Zuschauern spielt, ist ein Schritt in die richtige Richtung zu mehr Normalität unter Corona-Bedingungen. Wir haben mit Hochdruck an einem Hygienekonzept gearbeitet – wir sind bereit.“ Doch bislang gibt es noch kein grünes Licht von den Behörden in Bremen und danach sieht es aktuell auch nicht aus. (kni)

Unterdessen bleibt es bei fünf Wechseln in der Bundesliga - Werder Bremen ist das zu teuer!

Zur letzten Meldung vom 02. September 2020:

Fan-Rückkehr: In Leipzig erlaubt, bei Werder Bremen wohl nicht

Bremen – Es ist der Wunsch von Werder Bremen und allen Vereinen in der Bundesliga, und für RB Leipzig scheint er nun tatsächlich in Erfüllung zu gehen: Für das erste Saisonspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 am 20. September kann der Club nach heutigem Stand wieder mit Fans im eigenen Stadion planen.

Wie am Dienstag bekannt wurde, hat die örtliche Gesundheitsbehörde die Erlaubnis dafür erteilt, dass 8500 Zuschauer die Partie live vor Ort verfolgen können, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Es ist eine Nachricht, die in der Bundesliga für mächtig Aufsehen gesorgt hat, und natürlich auch bei Werder Bremen mit sehr großem Interesse zur Kenntnis genommen wurde – nährt sich aus ihr doch die Hoffnung, womöglich bald auch im Weserstadion wieder vor Fans spielen zu können.

Wenn Werder Bremen grünes Licht für eine Fan-Rückkehr bekäme, würden weniger Fans kommen als in Leipzig

Dementsprechend hat der Verein die Entscheidung der Leipziger Behörde wenig überraschend wohlwollend zur Kenntnis genommen. „Die Entscheidung basiert auf Grundlage der sächsischen Verordnung, die bei geringen Infektionszahlen solche Veranstaltungen mit einem guten Hygiene-Konzept möglich macht“, teilte der Verein gestern Abend auf Anfrage der DeichStube mit. Und weiter: „Es ist ein sinnvoller Schritt, um das Leben mit Corona zu organisieren.“

Und sicherlich ein Schritt, den sich Werder für sich und seine Fans auch wünschen würde. Nur sind die Voraussetzungen in Bremen andere als in Sachsen. Nochmal die Clubmitteilung: „Werder Bremen bleibt dabei, nur in enger Abstimmung mit den Bremer Behörden die Rückkehr von Zuschauern ins wohninvest Weserstadion zu planen. Und solange gilt, dass wir uns an die geltenden Verordnungen halten, die in Bremen momentan nur maximal 400 Menschen für eine Freiluftveranstaltung zulässt.“ Heißt: Selbst wenn Werder grünes Licht für eine Fan-Rückkehr bekommen sollte – sie würde deutlich kleiner ausfallen als bei RB.

Werder Bremen: Ob wieder vor Zuschauern gespielt werden kann, hängt vom Infektionsgeschehen ab

Wie alle Bundesligisten hatten auch die Leipziger ein Hygienekonzept in Abstimmung mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) erarbeitet, das die Rückkehr der Fans trotz anhaltender Corona-Pandemie möglich machen soll. Dieses Konzept, das die Leipziger Behördern letztlich überzeugt hat, umfasst zwei zentrale Maßnahmen. Es besteht zum einen eine Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beim Betreten des Stadions. Zum anderen soll das Anreiseaufkommen so minimal wie möglich gehalten werden. 

Deshalb werden die Eintrittskarten auch nur unter den Dauerkarten-Inhabern verlost, deren Wohnort in Sachsen liegt. Ob in Leipzig am Ende aber tatsächlich wieder vor Fans gespielt werden kann, hängt jederzeit vom regionalen Infektionsgeschehen ab. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100 000 Einwohner in einer Woche) lag in der Stadt gestern bei 3,2. Wenn der Wert im Wohnort des Besuchers am Montag vor dem Spiel unter 20 bleibt, wird er zur Verlosung der Tickets zugelassen. Zum Vergleich: Bremen hatte am Dienstag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 13,6.

Werder Bremen: „Das Konzept von RB Leipzig hat offenbar überzeugt“

Klar ist: Sollte es bei Werder Bremen oder auch an anderen Bundesliga-Standorten beim Fanverbot oder nur einer minimalen Fan-Rückkehr bleiben – was angesichts der regional stark unterschiedlichen Entwicklung der Infektionszahlen sehr wahrscheinlich ist – so würde das eine Verzerrung des Wettbewerbs zur Folge haben. Die Clubs, die vor ihren Fans spielen dürfen, hätten plötzlich wieder einen echten Heimvorteil und würden zudem Zuschauereinnahmen generieren. Jene Vereine, deren Zuschauer weiter draußen bleiben müssen, gingen leer aus. Werder äußert sich zu diesem Punkt überraschend handzahm: „Es ist aufgrund der föderalen Strukturen in Deutschland und aufgrund des unterschiedlichen Infektionsgeschehens schwierig, einheitliche Rahmenbedingungen für Großveranstaltungen herzustellen. Wir haben für jeden Club Verständnis, der für sich die bestmöglichen Bedingungen unter Rücksichtnahme auf die jeweiligen Bestimmungen herstellt.“ 

Dabei gibt es in der Branche durchaus Stimmen, die sich eine einheitliche Regelung der DFL wünschen, zu der es aber sehr wahrscheinlich nicht kommen wird. Nachdem die Erlaubnis für RB Leipzig gestern öffentlich geworden war, teilte der Dachverband mit: „Der Bund-Länder-Beschluss vom vergangenen Donnerstag hat Großveranstaltungen, bei denen Kontaktverfolgung und Einhaltung der Hygieneregelungen möglich sind, keine grundsätzliche Absage erteilt. Vor diesem Hintergrund ist es folgerichtig, dass Clubs ihre Konzepte direkt mit den zuständigen staatlichen Stellen auf lokaler Ebene abstimmen. Das Konzept von RB Leipzig hat offenbar überzeugt.“ (dco/sid)

Zur letzten Meldung vom 28. August 2020:

Wann dürfen Fans ins Weserstadion? Werder-Präsident Hess-Grunewald: „Fußball wieder als Vorreiter“

Es war der große Wunsch der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und damit auch der des SV Werder Bremen: In der neuen Saison sollte schnellstmöglich wieder vor Zuschauern in den Stadien gespielt werden.

Diesem Vorhaben hat die Bundesregierung am Donnerstag eine Absage erteilt: Bis mindestens zum 31. Oktober wird es aufgrund der aktuell wieder steigenden Coronavirus-Fallzahlen keine Spiele vor Fans geben. Was danach passiert, ist offen. Bei Werder Bremen haben sie am Freitag mit Verständnis auf die Entscheidung der Politik reagiert, die Großveranstaltungen, bei denen die Einhaltung von Hygiene-Regeln sowie die Kontaktverfolgung nicht möglich sind, sogar bis zum Jahresende verboten hatte.

Der Profisport und damit auch die Bundesliga fallen nicht darunter, was die Vereinsbosse hoffen lässt, ab November wieder vor Fans spielen zu können. „Die Entscheidung der Ministerpräsidenten, Großveranstaltungen mit Zuschauern, bei denen Infektionsketten nicht nachvollzogen werden können, weiter zu unterbinden, ist nachvollziehbar“, wird Vereinspräsident Hubertus Hess-Grunewald in einer Mitteilung des SV Werder Bremen zitiert. Dass der Profifußball davon nicht betroffen ist, hält der 59-Jährige für richtig. Er betont: „Wir ordnen natürlich der Gesundheit der Menschen alles unter, wir sehen aber auch, dass der Profifußball wieder die Chance hat, mit guten Konzepten erneut eine Vorreiterrolle für viele Veranstalter zu spielen.“

Rückkehr von Fans ins Weserstadion? Das sagt der Werder Bremen-Präsident

Eine Arbeitsgruppe, angesiedelt in den Chefetagen der Staatskanzleien, soll nun bis Ende Oktober einen Vorschlag erarbeiten, wie der einheitliche Umgang mit Zuschauern bei Sportveranstaltungen aussehen kann. Die DFL signalisierte am Freitag ihre Bereitschaft, „umgehend mit den zuständigen politischen Stellen verbindliche Gespräche hinsichtlich eines bundeseinheitlichen Verfahrens zur Rückkehr von Fans in die Stadien zu führen“. Hess-Grunewald erinnerte daran, dass das bisherige Hygiene-Konzept der DFL, durch das der Spielbetrieb in der Vorsaison fortgesetzt werden konnte, funktioniert habe und „eine Vorbildwirkung für viele Veranstaltungen in anderen Sportarten, im Breitensport und insgesamt in der Eventbranche besaß“. Für den Präsidenten des SV Werder Bremen ist aber klar ist, dass es „auch dieses Mal keinen Alleingang des Fußballs geben darf. Wir werden alle Maßnahmen sehr eng mit den örtlichen Behörden und den politischen Vertretern abstimmen.“ (dco)

Letzte Meldung vom 28. August 2020:

Werder Bremen und Co. bald wieder vor Publikum? Profifußball erkennt positive Signale

Auf dem Papier gibt es zwar keinen Stichtag, für einige Bosse der Fußball-Bundesligisten steht aber fest: Ab November werden Werder Bremen und die anderen Vereine wieder vor Zuschauern spielen. Die Neuinfektionen dürfen bis dahin allerdings nicht in die Höhe schießen.

Keine 24 Stunden nach dem vermeintlichen Rückschlag gingen die Fußball-Bosse schon wieder in die Offensive. Als „klares Signal“ für ein baldiges Comeback der Zuschauer wertete Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke den Corona-Gipfel, sein Kollege Alexander Wehrle vom 1. FC Köln war ebenfalls „sehr zuversichtlich“. Im November, so die einhellige Interpretation, werden die Stadiontore der Bundesliga - also auch die des Weserstadions von Werder Bremen - wieder geöffnet.

Werder Bremen und Co.: Bundesliga ab November vor Zuschauern?

Dabei hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten bei der Konferenz am Donnerstag überhaupt keinen Stichtag dafür festgelegt. Sie nahmen die Bundesliga und alle weiteren bundesweiten Sportveranstaltungen lediglich vom Beschluss aus, dass bis zum Jahresende Großveranstaltungen untersagt bleiben. Das Glas, wenn man so will, war dennoch halbvoll. Mindestens.

„Meiner Meinung nach sind die Beschlüsse ein Zeichen der Politik, dass man ab Anfang November wieder mit Zuschauern spielen möchte“, sagte Watzke der „WAZ“. Sollte sich diese Wunschvorstellung tatsächlich erfüllen, könnte es wohl keinen besseren Zeitpunkt geben: Am 7. November treffen nämlich der BVB und Triple-Gewinner FC Bayern München aufeinander. Welch ein Fest, wenn dann wieder Tausende Fans im Stadion wären. Oder Zehntausende. Oder vielleicht doch nur ein paar Hundert?

Werder Bremen und die Bundesliga: Umgang mit Zuschauern beschäftigt die Politik

Auch diese Frage muss vonseiten der Politik beantwortet werden, genauer gesagt laut Beschluss von einer „Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien, die bis Ende Oktober einen Vorschlag zum einheitlichen Umgang mit Zuschauern“ ausarbeiten soll. Für Watzke übrigens auch ein Zeichen, „dass man sich sehr ernsthaft mit dieser Frage beschäftigen möchte“.

Fakt ist, dass die Entscheidung, die ja eigentlich eine Nicht-Entscheidung ist, viel Spielraum in alle Richtungen lässt. Wenn man es gut mit der Bundesliga meint, könnten sogar Zuschauer zu einem früheren Zeitpunkt zwischen die Zeilen der Politiker interpretiert werden - die von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und den Clubs erarbeiteten Pläne sehen schließlich Kontaktverfolgung und Hygieneregelungen vor.

DFL sieht „keine grundsätzliche Absage“ der Politik für Zuschauer-Rückkehr

In einer am Freitag veröffentlichen Mitteilung schreibt die DFL: „Die DFL ist selbstverständlich bereit, umgehend mit den zuständigen politischen Stellen verbindliche Gespräche hinsichtlich eines bundeseinheitlichen Verfahrens zur Rückkehr von Fans in die Stadien zu führen. Dabei sollten auf Basis von Fakten verantwortungsvolle Stufen-Lösungen je nach Pandemie-Lage vereinbart werden, um im November mit der Umsetzung zu starten, sofern das Infektionsgeschehen dies erlaubt.“

Und weiter: „Unabhängig davon erteilt der Bund-Länder-Beschluss vom gestrigen Tage Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygiene-Regeln möglich sind, offensichtlich keine grundsätzliche Absage. Ob vor diesem Hintergrund Spiele der Bundesliga und 2. Bundesliga als Großveranstaltungen mit – und wenn ja, mit wie vielen – Stadionbesuchern stattfinden können, wäre auf lokaler Ebene zu klären.“ 

Werder Bremen und Co.: Hoffnungsschimmer für Profifußball - Politik-Lob für Konzepte

Köln-Geschäftsführer Wehrle betonte: „Unsere Konzepte sind als tragfähig eingestuft worden. Ich hätte mir gewünscht, dass bereits zum Saisonstart Zuschauer zugelassen werden“. Volle Ränge am 18. September erachteten die Politiker angesichts der aktuellen Infektionslage allerdings als nicht vertretbar. „Das wäre das falsche Signal“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.

Der CSU-Chef war es auch, der im Gegensatz zu Merkel für einen expliziten Hoffnungsschimmer im Lager des Profifußballs sorgte. Söder sprach von „schrittweisen Möglichkeiten noch vor Weihnachten“, freilich unter der Voraussetzung eines zulässigen Infektionsgeschehens und eines guten Konzepts. Letzteres würde bereits vorliegen, Söder lobte die DFL und die Vereine dahingehend ausdrücklich für die Konzepte, die zur so wichtigen Kontaktverfolgung unter anderem personalisierte Tickets vorsehen. (sid)

Zur letzten Meldung vom 27. August 2020:

Merkel-Vorschlag für die Bundesliga: SV Werder Bremen und Co. drohen Geisterspiele bis Jahresende

Bremen/Berlin - Dem SV Werder Bremen und der Bundesliga drohen bis zum Jahresende noch Spiele vor leeren Zuschauerrängen. Auf Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sollen größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern bis mindestens 31. Dezember 2020 verboten bleiben.

Das steht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in einer Beschlussvorlage des Bundes für die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag. Dieses Zuschauer-Verbot würde neben den Profi-Fußballclubs um Werder Bremen auch die Spitzenvereine im Handball, Basketball und Eishockey sowie weitere stark von Zuschauer-Einnahmen abhängige Sportarten empfindlich treffen.

Werder Bremen: Keine Fans im Weserstadion im Jahr 2020? 

Ausnahmen könne es dem Vorschlag zufolge in Regionen mit sehr geringen Infektionszahlen geben. Dann müsse aber sichergestellt sein, dass die Fans ausschließlich aus dieser Region oder aus umliegenden Regionen mit entsprechenden Entwicklungen kommen, heißt es in der Vorlage.

Die Deutsche Fußball-Liga hatte am Mittwoch im Zusammenspiel mit dem Deutschen Fußball-Bund ein überarbeitetes Hygienekonzept vorgestellt und den Vereinen der Bundesliga und 2. Bundesliga zugesendet. Der SV Werder Bremen und die 35 anderen Clubs der DFL sollen den Leitfaden auf ihrer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 3. September in den Statuten verankern. Darin sind auch personalisierte Tickets für Zuschauer vorgesehen. Ob dies aber in der Umsetzung der von der Bundesregierung nun vorgeschlagenen Richtlinien zu einer Zulassung einer größeren Zahl von Fans in den Stadien führen kann, erscheint fraglich. (dpa)

Zur letzten Meldung vom 11. August 2020:

DFL akzeptiert vorläufige Politik-Absage an Fan-Rückkehr in Stadien für Werder und Co.

Die Deutsche Fußball-Liga hat die vorläufige Absage der Politik an eine Stadion-Rückkehr der Fans für Werder Bremen und Co. zum Bundesliga-Saisonstart klaglos akzeptiert.

„Die DFL hat immer betont, dass die Eindämmung des Coronavirus höchste Priorität haben muss. Sie respektiert daher selbstverständlich die Position der Gesundheitsminister aus Bund und Ländern in der gegenwärtigen Situation“, teilte die Dachorganisation des deutschen Profifußballs am Dienstag mit. „Seitens der DFL gab und gibt es keine Forderungen in Bezug auf den Zeitpunkt der Zulassung oder die Anzahl von Stadionzuschauern.“ 

Absage aus der Politik: Werder Bremen und Co. müssen vorerst auf eine Rückkehr der Fans verzichten

Die Gesundheitsminister der Länder hatten sich bei ihrer Konferenz am Montag einhellig darauf verständigt, dass eine Öffnung der Stadien für die Fans bis zum 31. Oktober angesichts der momentanen Corona-Situation nicht zu befürworten sei. Die DFL hatte zuvor ein Konzept für eine Teilzulassung von Zuschauern für Werder Bremen und Co. schon zum Beginn der Spielzeit 2020/21 am dritten September-Wochenende erarbeitet. Dieses sieht zunächst eine Rückkehr einer reduzierten Zahl von Fans ohne Stehplätze, ohne Alkohol und ohne Gästeanhänger vor.

Ungeachtet des Rückschlags will die Liga die Planungen für Spiele vor Zuschauern für Werder Bremen und Co. weiter vorantreiben. „Es sollte in allen Lebensbereichen das Ziel sein, mit gezielten Konzepten, schrittweise und immer der jeweiligen Lage angemessen eine Rückkehr in Richtung Normalität anzustreben“, hieß es in der Mitteilung. „Die DFL sowie die Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga werden sich dementsprechend weiter bestmöglich auf eine Rückkehr von Stadionbesuchern vorbereiten.“ (dpa)

Zur letzten Meldung vom 10. August 2020:

Werder und Co. müssen sich gedulden - Vorerst Absage für Fan-Rückkehr in Stadien 

Werder Bremen und Co. haben bei ihren Bemühungen für eine Rückkehr der Fans in die Stadien vorerst eine Absage aus der Politik erhalten. „Tausende Zuschauer in den Stadien - das passt nicht zum aktuellen Infektionsgeschehen“, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter mit. „Jetzt heißt es, keine vermeidbaren Risiken einzugehen. Das Konzept der DFL ist in der Theorie gut. Entscheidend ist in der Pandemie aber die Praxis im Alltag.“

Und auch von der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) warteten Werder Bremen und Co. am Montag beim Sommer-Reizthema vergeblich auf positive Signale, zum Auftakt der Spielzeit 2020/21 Mitte September wieder vor Fans zu spielen. Das habe aus Sicht der Gesundheitsminister der Länder keine Priorität. Darin bestehe Einigkeit hieß es aus Teilnehmerkreisen.

Werder Bremen und Co. hoffen auf Fan-Rückkehr zum Bundesliga Start - Politik skeptisch

Angesichts der wieder gestiegenen Corona-Fallzahlen herrscht Skepsis in der Politik, wie es Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ausdrückte. „Ich habe mich sehr für den Start von Geisterspielen eingesetzt, das läuft auch hervorragend. Aber bei vollen Stadion zum Bundesliga-Start bin ich außerordentlich skeptisch. Ich kann es mir derzeit nicht vorstellen“, sagte der CSU-Chef in Nürnberg und betonte: „Es hätte auch eine verheerende Signalwirkung an die Öffentlichkeit. Sowohl was Kapazitäten im Medizinischen betrifft als auch gegenüber kulturellen Veranstaltungen.“

Immerhin Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer würde dem Zuschauerkonzept der Deutschen Fußball Liga schon bald eine Chance geben. „Ich bin der Meinung, man muss ihnen jetzt die Chance geben, diese Sache zu erproben", sagte der CDU-Politiker am Montag im ARD-Mittagsmagazin mit Blick auf das DFL-Konzept. Es sei wichtig, „dass wir jetzt auch an diesem Punkt einen Schritt nach vorn gehen“.

Von Massentests vor dem Stadionbesuch hält Kretschmer allerdings nichts, weil es nicht praktikabel sei. Man könne nicht so viele Menschen vorher testen, sagte er. „Das Prinzip muss sein, so wie am Arbeitsplatz, so wie beim Einkaufen muss eine Sportveranstaltung so organisiert sein, dass man sich nicht anstecken kann“, forderte er. Söder hingegen hat große Bedenken, nachdem die Zahlen zum Ende der vergangenen Woche erstmals seit Anfang Mai wieder über der Schwelle von 1000 Fällen pro Tag gelegen hatten. Für den 53-Jährigen wäre es daher das falsche Signal und „auch nicht klug, wenn wir Schulstart haben, wenn wir beginnenden Herbst haben, zu überlegen, dass wir dann zusätzlich 20000, 25000 Leute in den Stadien haben“.

Söder würde das Thema daher gerne in der letzten August-Woche in Abstimmung mit dem Bund auf einer Ministerpräsidentenkonferenz erörtern. „Ich kann mir vielleicht im Laufe der Saison, aber nicht zum Bundesliga-Start volle Stadien vorstellen“, betonte er.

Werder Bremen: Bundesliga-Start wohl ohne Fans

Die Bundesliga mit Werder Bremen, die 2. Bundesliga und die 3. Liga starten am dritten September-Wochenende in die neue Saison. Eine Woche zuvor steht die 1. Runde im DFB-Pokal an. Das DFL-Konzept sieht zunächst eine Rückkehr einer reduzierten Zahl von Fans ohne Stehplätze, ohne Alkohol und ohne Gästefans vor. Tickets sollen nur personalisiert vergeben werden. Damit soll das Infektionsrisiko in der Pandemie verringert werden. Nach Ansicht von Söder sind dies theoretisch gute Ansätze, die in der Praxis aber schwer umzusetzen sind.

Wie der CSU-Politiker warnte auch der Ärzteverband Marburger Bund vor einer Fan-Rückkehr in die Bundesliga-Stadien. „Die Gefahr von Massenansteckungen wäre real. Wenn wir Pech haben, sitzt ein Superspreader unter den Fans, und das Virus breitet sich wie ein Lauffeuer aus“, sagte die Vorsitzende des Marburger Bundes, Susanne Johna, der „Neuen Osnabrücker Zeitung". “Die Bestrebungen der Liga sind mehr als nachvollziehbar. Aber dass ihr Konzept Ansteckungen verhindert, halte ich für unrealistisch.“ Sie könne sich nicht vorstellen, dass Fans auf ihren Sitzen hocken blieben, wenn ihre Mannschaft ein Tor schieße. „Da liegt man sich in den Armen und denkt nicht an Corona. Alles andere wäre geradezu unmenschlich.“ (dpa)

Letzte Meldung vom 5. August 2020:

Werder Bremen hofft auf Zuschauer, Mäurer ist skeptisch

Der SV Werder Bremen hofft, beim ersten Heimspiel der neuen Saison, die Mitte September beginnt, wieder vor Zuschauern spielen zu können. Doch die Bremer Politik blickt kritisch auf die Pläne der Deutschen Fußball Liga (DFL) zur Fan-Rückkehr in die Bundesliga-Stadien während der Coronavirus-Pandemie.

„Ich stehe dem Vorschlag der DFL, Bundesliga-Begegnungen wieder vor Zuschauern zu veranstalten, sehr skeptisch gegenüber“, sagte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) dem „Weser-Kurier“: „Niemand kann im Augenblick absehen, wo wir im September stehen werden und mit welchen Herausforderungen wir umzugehen haben werden.“

Silke Stroth, Staatsrätin im Bremer Gesundheitsamt, hat ebenfalls große Zweifel an der Umsetzung der DFL-Pläne. „Für uns sind Zuschauer bei Spielen der Bundesliga aktuell nur sehr schwer vorstellbar“, sagte sie der Zeitung. Sorgen bereiten ihr die wieder leicht ansteigenden Infektionszahlen und das Ende der Sommerferien mit den Reiserückkehrern. „Das alles zusammen schafft eine Situation, die aktuell noch sehr schwer einzuschätzen ist“, sagte Stroth.

Werder Bremen hofft auf 15.000 Zuschauer im Weserstadion

Werder Bremen hatte sich dagegen zuversichtlich gezeigt. „So wie wir mit den beteiligten Behörden im Moment sprechen, habe ich schon eine große Hoffnung, dass wir zum ersten Heimspiel der Saison zumindest Teile der Tribünen wieder mit Zuschauern befüllen können“, sagte Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald, der auf rund 15.000 Anhänger in der 42.100 Besucher fassenden Arena hofft. „Wenn wir überzeugende Konzepte vorlegen, bin ich sicher, dass auch Ulrich Mäurer seine Bedenken zurückstellen wird.“

Die 36 Vereine der DFL hatten sich am Dienstag auf ein einheitliches Vorgehen zur möglichen Rückkehr zumindest einiger Zuschauer in die Stadion geeinigt. (dpa/kni)

Zur letzten Meldung vom 03. August 2020:

Zuschauer-Rückkehr: Werder plant mit 1000 Fans in der Ostkurve

Bremen – Wohl dem, der mal international gespielt hat: Der SV Werder Bremen dürfte nun davon profitieren, dass die Stehplätze im Weserstadion schnell zu Sitzplätzen umfunktioniert werden können, wie es der europäische Fußball-Verband Uefa bei seinen Spielen fordert.

In der Coronavirus-Pandemie sollen auch in der Bundesliga nur Sitzplätze erlaubt sein, um endlich wieder vor Zuschauern spielen zu dürfen und dafür die Abstände einzuhalten. Für die Ostkurve würde das trotzdem einen großen Zuschauer-Schwund bedeuten: Statt 7.000 Fans würden dort nur noch 1.000 Platz finden. Insgesamt hofft Werder Bremen zum Saisonstart Mitte September auf eine Kapazität von 15.000 Zuschauern, normalerweise ist das Weserstadion mit 42,100 Besuchern ausverkauft.

Bislang ist das alles aber nur ein Wunsch des Fußballs, die Politik muss noch grünes Licht geben, dann sind zudem die Gesundheits- und Ordnungsämter vor Ort am Zug. Die 36 Bundesligisten haben dafür in der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) die Vorarbeit geleistet und ein Konzept verabschiedet: keine Stehplätze und kein Alkohol-Verkauf bis Ende Oktober, Verzicht auf Gästefans bis Jahresende sowie Sammlung sämtlicher Kontaktdaten der Ticketkäufer. Werder-Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald, der die Grün-Weißen bei der Versammlung vertrat, spricht von „einem kleinen Schritt Richtung Normalität“.

Werder Bremen: Verzicht auf Gäste-Fans tut weh, aber...

Werder Bremen stehe im Austausch mit der Innenbehörde, dem Gesundheitsamt, der Feuerwehr und der Polizei, um ein eigenes Konzept für das Weserstadion zu erarbeiten. Spezialisten würden gerade berechnen, wie viele Zuschauer tatsächlich ins Stadion dürfen. „Wenn erst mal alle sitzen, ist das mit dem Abstand kein Problem“, sagt Hess-Grunewald. Schwieriger würde es beim Einlass, auf den Weg zu den Plätzen und auch beim Toilettengang – speziell in der Halbzeit. Deswegen sei es durchaus möglich, dass die Zahl von 15.000 Zuschauern noch sinke. Gleiches gelte für den Fall, dass sich das Infektionsgeschehen in Bremen und umzu verschärfe, dann würden möglicherweise andere Abstandsregeln gelten.

Eine Chance, dabei zu sein, werden in jedem Fall nur Dauerkarten-Besitzer haben. Weil dadurch die Kontaktdaten leichter ermittelt werden können. Und die sind zwingend erforderlich, um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können. Werder Bremen möchte die Tickets dann verlosen, aber alle sollen nach und nach zum Zug kommen. Die Ultras in der Ostkurve wird das nur zum Teil betreffen. Einige Gruppierungen lehnen das Dauerkarten-System laut Hess-Grunewald ab, andere haben sich dagegen gut eingedeckt. Natürlich wünsche er sich auch lieber ein volles Stadion, gerade der Verzicht auf Gäste-Fans schmerze („Das ist ein Stück Fan-Kultur“), aber nun gehe es nach den Geisterspielen vor allem darum, überhaupt wieder vor Publikum zu spielen: „Und so, wie wir mit den beteiligten Behörden im Moment sprechen, habe ich schon eine große Hoffnung, dass wir zum ersten Heimspiel der Saison zumindest Teile der Tribünen wieder mit Zuschauern befüllen können.“ (kni)

Zur letzten Meldung vom 4. August 2020:

Fan-Rückkehr bei Werder und Co.: Keine Stehplätze, kein Alkohol und keine Gäste-Fans 

Die 36 Profi-Vereine der Deutschen Fußball Liga, darunter auch der SV Werder Bremen, haben am Dienstag ein einheitliches Vorgehen zur möglichen Rückkehr einiger Fans in die Stadien beschlossen. Dieses umfasst ein Alkoholverbot, die vorübergehende Streichung der Kartenkontingente für Auswärtsfans und Stehplätze sowie die Einführung personalisierter Tickets zur Nachverfolgung von Infektionsketten.

Keine Gästefans, keine Stehplätze, kein Alkohol: Die 36 Vereine der Deutschen Fußball-Liga, darunter der SV Werder Bremen, haben sich auf ein einheitliches Vorgehen zur möglichen Rückkehr zumindest einiger Zuschauer in die Stadion geeinigt. 

Die Mitgliederversammlung der DFL beschloss am Dienstag auf Antrag des DFL-Präsidiums vorübergehende Änderungen in der Spielordnung. Ein vierter zentraler Punkt ist die zeitweise Einführung personalisierter Online-Tickets, mit denen während der Corona-Pandemie bei Werder Bremen und Co. die Nachverfolgung von Infektionsketten möglich sein sollen. 

Werder Bremen: Politik bezweifelt, dass Bundesliga-Spiele mit 25.000 Zuschauern möglich sind

„Priorität in Deutschland haben nicht volle Stadien, sondern die gesundheitliche Situation“, sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert während einer Pressekonferenz. „Aktuell spielt Corona eben noch mit und eine sehr bedeutende Rolle.“ Die endgültige Entscheidung, ob tatsächlich schon zum oder bald nach dem Saisonstart der Bundesliga und 2. Bundesliga am dritten September-Wochenende Zuschauer zugelassen sind, obliegt den Behörden. 

Die erste DFB-Pokalrunde ist schon vom 11. bis 14. September terminiert. Zuletzt hatte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angesichts ansteigender Zahlen von Neuinfektion Zweifel geäußert. Er hält Bundesligaspiele mit 25.000 Zuschauern „für sehr schwer vorstellbar“. Diskutiert wird auch über Partien mit deutlich weniger Fans auf den Rängen.

Werder Bremen: Bundesliga ohne Gäste-Fans, Alkohol, Stehplätze und mit personalisierten Tickets

Die DFL hatte Mitte Juli einen Leitfaden an Werder Bremen und die 35 anderen Profi-Clubs verschickt, damit diese in Absprache mit den Gesundheitsämtern individuelle Sicherheits- und Hygienekonzepte für ihren Standort erstellen können. Einheitlich geregelt werden nun der Umgang mit den Eintrittskarten sowie das Alkoholverbot. Dieses gilt wie die „vorübergehende Durchführung von Spielen ohne Stehplätze“ zunächst bis zum 31. Oktober. 

Die Maßnahmen, ohne Gästefans zu spielen, sowie zur Nachverfolgung von Infektionswegen gelten bis Jahresende. Die genaue Ausgestaltung der Nachverfolgung liege in der Verantwortung der Clubs, sagte Seifert, der zudem betonte, dass keinerlei Grundsatzentscheidungen für die langfristige Zukunft des Profi-Fußballs in Deutschlands getroffen worden sei.

Werder Bremen: Fans dürfen wegen Coronavirus-Pandemie nur mit personalisierten Tickets in Stadien

Das Fan-Bündnis „Unsere Kurve“ hatte die Pläne der DFL schon im Vorfeld kritisiert. „Bei aller Sehnsucht, die ich selber als regelmäßiger Stadiongänger habe, wir leben in einer Pandemie. Und die Vernunft sollte immer den Gesundheitsschutz nach vorne stellen“, sagte Vorstandsmitglied Jost Peter am Dienstag im Inforadio vom rbb und betonte: „Wenn die Fallzahlen steigen und sich daraus ergibt, dass das Fußballspiel nicht zu besuchen ist, dann habe ich das zu akzeptieren.“

Im Falle einer Zulassung von Zuschauern brauche es klare Regeln, wenn es Tickets zunächst nur in personalisierter Online-Form geben sollte, forderte Peter. So sollten die „abgegebenen Daten (nur) zum Gesundheitsschutz genutzt werden und nicht für andere Zwecke“, wie etwa einer Überwachung der Fans. Diese Verpflichtung müsse von den Vereinen offen ausgesprochen werden, sagte Peter. (dpa/mwi)

Zur letzten Meldung vom 18. Juli 2020:

Werder hofft auf Comeback der Fans: So viele Zuschauer dürften wieder ins Weserstadion

Werder Bremen hofft auf die baldige Rückkehr der Fans ins Weserstadion. Aber wie viele Zuschauer dürften in Coronavirus-Zeiten überhaupt kommen? Es gibt Richtwerte.

Die Faustformel zur Eingrenzung der „Corona-Kapazität“ in den Bundesliga-Stadien kommt von der Deutschen Fußball-Liga. In seinem Leitfaden zur Rückkehr von Zuschauern in die Fußball-Arenen schlägt der Liga-Verband vor, die Sitzplätze zu 50 Prozent zu vergeben, Stehplätze aber nur zu 12,5 Prozent. Dies gelte als exemplarisches Beispiel, wird aber in den Gesprächen der Clubs mit den lokalen Genehmigungsbehörden ein zu verhandelnder Richtwert sein. Für Werder Bremen hieße das, dass 15.750 Sitzplätze und 1.325 Stehplätze pro Heimspiel unter den Dauerkarten-Besitzern verlost werden könnten. In Summe sind das 17.075 Zuschauer – was einer Stadionauslastung von rund 40 Prozent entsprechen würde.

Zum Vergleich: In Dortmund könnten 30.056 Fans zuschauen, in München 29.829. In der Alten Försterei von Union Berlin würde dagegen nur 4.108 Fans Einlass gewährt. Wenn überhaupt. Denn dass wieder Zuschauer in die Stadien strömen dürfen, wird ganz wesentlich vom lokalen Infektionsgeschehen in den Bundesliga-Städten abhängen. Die DFL hat hierfür in ihrem Leitfaden eine Grenze gesetzt.

Werder Bremen: Rückkehr der Fans? Wie hält die man Zuschauer im Stadion auf Distanz?

Ein Okay würde es demnach nur geben, wenn sich das lokale Infektionsgeschehen bei einem Wert von weniger als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche bewegen würde. Zur Orientierung: In Bremen lag dieser Wert am Freitag bei 19, in Hamburg bei 6, in Berlin aber bei 123 und in Nordrhein-Westfalen gar bei 1.026 (Quelle: Robert Koch-Institut).

Werder Bremen arbeitet bereits an einem Konzept, wie alle nötigen Hygiene-Maßnahmen umgesetzt werden können. Dabei ist die Verteilung der Zuschauer auf den Tribünen eher ein kleines Problem. Die Fans beim Betreten und Verlassen des Stadion auf Distanz zu halten, wird zu einer größeren Herausforderung. Die DFL empfiehlt hierzu, die Tickets mit unterschiedlichen Einlasszeiten zu versehen. Der deutsche Profi-Fußball hofft, nach den Geisterspielen im Frühjahr in der neuen Saison wieder vor Fans spielen zu können. Idealerweise schon zum Start der neuen Spielzeit am dritten September-Wochenende. (csa)

Zur letzten Meldung vom 16. Juli 2020:

Bald wieder Fans im Weserstadion? Werder Bremen arbeitet mit Hochdruck an Konzept

Bremen – Werder Bremen arbeitet mit Hochdruck an einem Konzept, damit Fans bald wieder ins Weserstadion dürfen. Aber es gibt in Coronavirus-Zeiten viele Hürden. Das ist der Stand.

0:2 verloren, wieder ein Gegentor nach einem Standard und der Abwärtstrend in der Bundesliga nach der fünften Niederlage am Stück nun aber so richtig in Fahrt – nein, dieser kühle 22. Februar 2020 war definitiv kein guter Tag für Werder Bremen. Und dennoch: Im Verein denken sie heute gerne und auch ein bisschen wehmütig an das Heimspiel gegen Borussia Dortmund zurück – weil es das bis dato letzte vor vollen Rängen war. 42.100 Zuschauer.

Im Weserstadion Gesänge, Gepfeife, Geraune, Geschrei. Alles ganz normal. Und alles inzwischen – Corona lässt grüßen – kaum mehr vorstellbar, entfernte Erinnerungen. In der neuen Saison soll sich das ändern. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) und damit auch Werder Bremen streben eine Rückkehr der Fans in die Stadien an. Am Osterdeich arbeiten sie gerade mit Hochdruck an einem entsprechenden Konzept. Ob es sich realisieren lässt, steht allerdings noch völlig in den Sternen. Eine Bestandsaufnahme.

Werder Bremen arbeitet an Konzept für Fan-Rückkehr ins Weserstadion

Die Nummern sind mittlerweile bestens bekannt und vermutlich längst fest eingespeichert – mit der Bremer Gesundheitsbehörde steht Werder schließlich schon seit Monaten in engem Kontakt. Zunächst, in den letzten April- und ersten Mai-Wochen, ging es dabei um ganz Grundsätzliches: Um das viel zitierte Hygienekonzept der DFL, das den Spielbetrieb in der Bundesliga wieder möglich machen sollte und genau dafür am Ende ja auch gesorgt hat. „Seit dem gibt es einen regelmäßigen Austausch. Vor den Spieltagen haben wir als Gesundheitsressort an den Sicherheitsbesprechungen teilgenommen und waren auch in die Auswertung der einzelnen Spieltage eingebunden“, erklärt Lukas Fuhrmann, der Pressesprecher der Behörde, in deren Räumen an der Contrescarpe, mitten in den Bremer Wallanlagen, erst kürzlich wieder ein Anruf von Werder Bremen einging. Ab jetzt geht es um die Fans.

Werder teilte der Behörde seinen Wunsch mit, in der kommenden Saison möglichst wieder vor Publikum spielen zu wollen. Viel mehr erstmal noch nicht. Fuhrmann: „Werder erarbeitet dazu nun zuerst ein Konzept, über welches dann gemeinsam gesprochen wird.“

Werder Bremen hofft auf 10.000 bis 20.000 Fans im Weserstadion

Nach Informationen der DeichStube hofft der Verein darauf, zwischen 10.000 und 20.000 Fans zu seinen Heimspielen empfangen zu können – unter Einhaltung strikter Hygieneregeln, versteht sich. Diese beinhalten unter anderem, dass die Fans im Weserstadion mindestens 1,5 Meter Abstand voneinander halten müssen. Nur jede zweite Sitzschale dürfte besetzt sein. Bei Borussia Dortmund haben sie während des letzten Geister-Heimspiels gegen Hoffenheim bereits spezielle Technik ausprobiert. So sollten 3D-Sensoren den Abstand innerhalb eines Tribünenblocks messen. Zudem kamen Wärmebildkameras zum Einsatz, die vor dem Eintritt ins Stadion kontaktlos die Körpertemperatur der Fans feststellten. Ob solche Hilfsmittel künftig auch in Bremen eine Rolle spielen, steht noch nicht fest. Das Werder-Konzept beinhaltet hier noch keine abschließende Lösung.

Der Bremer Liga-Rivale (und Retter im Abstiegskampf) Union Berlin hatte vor einigen Tagen mit der Idee für Schlagzeilen gesorgt, seinen Fans Coronavirus-Tests zu bezahlen, um an der Alten Försterei wieder vor ausverkauftem Haus spielen zu können. Jeder der 22.000 Zuschauer, so das Konzept der Köpenicker, müsse einen negativen Befund beim Einlass vorzeigen, der nicht älter als einen Tag sein darf. Bei Werder Bremen halten sie das für schwer bis gar nicht umsetzbar. „Wir wollen keine falschen Erwartungen wecken, indem wir sagen, wir können hier am Freitagabend 42.000 Leute testen lassen, haben dann am Samstagmittag die Ergebnisse und können die auch noch am Einlass kontrollieren“, sagte Vereinspräsident Hubertus Hess-Grunewald gegenüber Radio Bremen.

Werder Bremen: Fan-Rückkehr wäre Riesen-Aufwand - und immer noch kritisch

Eine weitere Schwierigkeit: Der Verein muss – so wie derzeit jeder Friseur und jedes Restaurant – gewährleisten, dass die Nachverfolgung seiner Gäste für den Fall der Fälle gesichert ist. Das ließe sich über am Eingang auszufüllende Fragebogen regeln, klar. Es wäre bei womöglich 20.000 Menschen allerdings mit einem riesengroßen organisatorischen Aufwand verbunden. Auch das muss im Konzept berücksichtigt werden. Den Leitfaden zur Erstellung des Papiers, den die DFL in dieser Woche als Unterstützung an alle Erst- und Zweitligisten verschickt hat, will Werder einarbeiten.

Und selbst wenn das Konzept am Ende steht, bleibt für den Verein ein Problem: Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen sind laut Rechtsverordnung im Land Bremen bis zum 31. Oktober verboten. Die Saison startet bereits am 18. September. Bei Werder Bremen hoffen sie schon jetzt vorsichtig auf eine Ausnahmeregelung, die – Stand heute – aber eher unwahrscheinlich ist. Behörden-Sprecher Fuhrmann betont zwar, dass „bei uns der Eindruck entstanden ist, dass Werder das Thema sehr ernst nimmt, intensiv Konzepte erarbeitet, die wirklich plausibel und sinnvoll sind“, sagt aber eben auch: „Wir sehen Spiele mit Zuschauern kritisch, der Infektionsschutz bleibt nämlich weiterhin unsere erste Prämisse.“ Ein volles Weserstadion könne sich die Gesundheitsbehörde aktuell nicht vorstellen. (dco)

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