EXpertise von Ivan Klasnic

Appell an Fans und Medien: „Gebt Viktor Zeit!“

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Ivan Klasnic (Archivbild)

Mit verhunzten Saisonstarts kennt Ivan Klasnic sich aus. 2003 war es das Aus im UI-Cup bei Superfund Pasching, das Werder Bremen zur Gurkentruppe machte. Drei Jahre später erlebte er das Pokalaus in Pirmasens in Runde eins. Und jedes Mal lag de Welt zunächst in Trümmern, jedes Mal kam Werder aber auch zurück.

Am Ende der Saison, die mit dem Pasching-Debakel begann, stand sogar das Double. Von einer Wiederholung zu träumen, wäre zwar blanker Wahnsinn, aber Ex-Torjäger Klasnic rät dennoch zum moderaten Umgang mit dem aktuellen Saisonstart, der sich mit der 1:2-Pokalpleite bei den Sportfreunden Lotte und dem 0:6 bei Bayern München so desaströs darstellt. „In Lotte zu verlieren, darf nicht passieren. Aber es passiert“, sagt er. Außerdem: „In München kann man verlieren, an schlechten Tagen auch hoch.“ Doch darin eine Krise zu sehen und selbige mit der Trainerfrage zu verknüpfen, geht Ivan Klasnic viel zu schnell.

Er legt sich sogar mächtig für Coach Viktor Skripnik, den ehemaligen Teamkollegen, ins Zeug. Sein Appell an Medien und Fans: „Lasst Viktor mal in Ruhe arbeiten, gebt ihm Zeit! Das 0:6 in München war hart, aber mein Gott, es war das erste Spiel. Lasst Viktor und die Mannschaft noch ein, zwei Monate machen, dann könnt ihr immer noch entscheiden, ob er ein guter Trainer ist oder nicht. Die Saison ist doch noch ganz frisch.“ Und was bisher passiert ist, sei doch „kein Weltuntergang“, meint der Ex-Stürmer: „Wenn Werder nach der Länderspielpause gegen Augsburg gewinnt, denkt niemand mehr an das 0:6.“

Aber was, wenn es gegen Augsburg die nächste Pleite setzt? Schmeißt Skripnik dann eventuell sogar von sich aus hin? „Ich glaube nicht, dass er daran denkt“, sagt Klasnic: „Viktor ist ein Kämpfer. Der gibt nicht auf.“ Klar ist Klasnic allerdings auch, dass Skripnik jetzt die richtigen Entscheidungen treffen muss. Als ehemaliger Torjäger blickt der 36-Jährige vor allem auf die Offensive. Dass dort Claudio Pizarro und Max Kruse verletzt fehlen und Aron Johannsson noch längst nicht auf Betriebstemperatur ist, bedeutet für Klasnic vor allem eins: Johannes Eggestein muss jetzt seine Chance kriegen. „Das ist mein Tipp: Eggestein sollte spielen. Warum nicht? Er hat nichts zu verlieren. Entweder es klappt, und er bombt ein, oder es klappt nicht.“

Zur Person: Ivan Klasnic spielte von 2001 bis 2008 für Werder Bremen. In diesem Zeitraum bestritt er 151 Bundesliga-Spiele, erzielte 49 Tore und wurde Double-Gewinner 2004. Nach einer Nierentransplantation im Jahr 2007 stand er vor dem Karriereende, spielte bis 2013 aber noch für den FC Nantes, die Bolton Wanderers und Mainz 05.
csa

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