Ehemaliger Trainer von Werder Bremen

Dixie Dörner fordert Transfers: „Verlust von Kruse muss aufgefangen werden“

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Dixie Dörner traut Werder Bremen zu, wieder eine führende Rolle in der Bundesliga einzunehmen - wenn sie noch erfahrene Spieler verpflichten.

Von Hans-Günter Klemm. Auf dem Platz war er ein Ästhet. „Beckenbauer des Ostens“ nannten sie ihn, den Edeltechniker aus Sachsen, der auch Libero spielte wie das Pendant aus dem Westen. Hans-Jürgen Dörner, überall nur „Dixie“ gerufen, stand für die schöne Seite des Fußballs. Auch als Trainer und Funktionär ist er sich und seinen Idealen treu geblieben.

Werder Bremen braucht noch ein oder zwei erfahrene Spieler“, sagt der in Dresden lebende Pensionär, der freudig den Aufschwung des Clubs registriert hat, für den er Ende des letzten Jahrhunderts eineinhalb Jahre arbeiten durfte, „Individualisten, die das gewisse Etwas ausmachen. Dann ist die Qualifikation für den Europacup möglich.“

Dixie Dörner denkt dabei an solche Ausnahmespieler, wie zu Zeiten von Schaaf und Allofs in den grün-weißen Trikots brilliert haben. Er denkt konkret an Spielmachertypen, wie sie damals in Johan Micoud und Diego an der Weser gastiert haben. Auch weil ein Anführer wie Max Kruse den Verein verlassen wird, wie Dörner schildert. „Kruse hat eine herausragende Rolle gespielt und die Mannschaft geführt. Schade, dass so ein Spieler nun die sich im Aufbau befindende Truppe verlässt. Es ist ein großer Verlust, der aufgefangen werden muss.“

Dixie Dörner: Werder Bremen wird in Zukunft eine führende Rolle in der Bundesliga spielen

Dass Werder Bremen in den kommenden Jahren wieder eine führende Rolle in der Liga spielen wird, ist für den Rekordnationalspieler aus der ehemaligen DDR, mit exakt 100 Einsätzen Mitglied im legendären „Hunderterclub“, eine ausgemachte Sache. Werder habe die Zeichen der Zeit erkannt. 

Die Zeiten des Schlafwagenfußballs seien zum Glück vorbei, es sei wieder Tempo und Aggressivität gefragt, kurzum: Die Offensive sei Trumpf. Und Werder setze mit Trainer Florian Kohfeldt auf diesen Trend. „Sie sind auf dem richtigen Weg, haben eine tolle Entwicklung gemacht und werden auf absehbare Zeit hin ein gute Rolle spielen. Ich traue der Mannschaft zu, dass sie sich wieder für den Europacup qualifiziert – wenn nicht in der nächsten Spielzeit, so doch in den Jahren darauf.“

Dörner: „Werder Bremen fehlte leider noch die Konstanz für Europa“

Dörner bedauert, dass es noch nicht funktioniert hat mit der Rückkehr auf die internationale Ebene. Seine Analyse: „Es fehlte leider noch die Konstanz. Nach einer Serie von überzeugenden Partien gab es immer mal wieder einen Rückschlag und eine Phase schwächerer Darbietungen.“ Doch die grobe Richtung stimme, so der Coach, der von 1996 bis 1997 die Profis von Werder Bremen betreut hat. Dörner blieb bei seinem Engagement in Bremen als Nachfolger von Otto Rehhagel und Ad de Mos jedoch glücklos und wurde von Wolfgang Sidka abgelöst.

„Eine spannende Zeit“, meint der heute 68-Jährige rückblickend, der die Philosophie des Vereins kennen- und schätzen gelernt hat. Werder bringe es immer wieder fertig, Talente und Spieler mit nicht ganz so großen Namen zu fördern. Aktuell denkt Dörner an die Eggestein-Brüder sowie an Milot Rashica. „Es ist mutig, auf solche Spieler zu setzen. Und es wird zumeist belohnt.“

Ehemaliger Trainer von Werder Bremen heute Mitglied im Aufsichtsrat von Dynamo Dresden

Mit dem Fußballgeschäft bleibt der in Görlitz geborene frühere Weltklassespieler weiter verbunden. Als Mitglied des Aufsichtsrats von Dynamo Dresden steht er mit Rat und Tat bereit, wenn sie beim Zweitligisten darum bitten. Zudem arbeitet er in der vereinseigenen Fußballschule mit. 

Aus dem aktiven Geschäft hat er sich indes zurückgezogen. „Seit zehn Jahren bin ich total raus“, sagt Dörner, der bis 2009 den Radebeuler BC 08 betreut hat und danach bei der SG Einheit Dresden-Mitte seine Trainerkarriere auslaufen ließ. Intensiv verfolgt er die Entwicklung Dynamo Dresdens und die Zweite Liga vor Ort im Stadion, die höchste Spielklasse nur noch vor dem Fernseher. Zu den Favoriten beim Studium der Sky-Bilder zählt dabei auch sein Ex-Club Werder: „Es macht Spaß, das Team spielen zu sehen.“

Quelle: DeichStube

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