Werder guckt schon wieder nach vorne

Europa bleibt in den Bremer Köpfen

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Werder Bremen feiert mit den Fans das Ende einer insgesamt guten Saison - auch wenn es mit Europa nicht geklappt hat.

Bremen - Sie hatten die Euro-Norm nicht erfüllt, aber deswegen trugen die Werder-Profis nach dem Saisonende keine Trauer. Warum auch? Sie hatten am letzten Spieltag RB Leipzig mit 2:1-besiegt und das Weserstadion noch einmal in ein Tollhaus verwandelt.

Nur ein Sieg fehlte zu Platz sieben und damit nach Europa. „Obwohl es das ganz große Fußballmärchen für uns nicht gegeben hat, war es nochmal ein Tag, der für uns für ganz viel gestanden hat, was diese Saison für uns ausgemacht hat. Insgesamt war es eine gelungene Saison“, urteilte Trainer Florian Kohfeldt.

Es hätte eine Menge passieren müssen. Unwahrscheinlich war es, nicht mehr ernsthaft zu erwarten – und am Ende, da hat es eben nicht geklappt. So einfach, so hart ist das manchmal. Der eigene Sieg gegen eine Leipziger B-Elf reichte nicht, weil der VfL Wolfsburg ebenfalls seinen Job erledigt und einen 8:1-Kantersieg gegen Augsburg herausgeschossen hatte. In der Abschlusstabelle zog Werder immerhin noch an Hoffenheim (2:4-Pleite in Mainz) vorbei und belegt mit 53 Punkten Platz acht. Eine starke Ausbeute, die die Bremer einerseits stolz machte. Andererseits aber auch hadern ließ.

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Moisander: „Ziel für das nächste Jahr: Europa“

„Wenn uns jemand vor der Saison gesagt hätte, dass wir 53 Punkte holen, dann hätten wir das sofort unterschrieben“, sagte Maximilian Eggestein. Und so richtig schien der 22-Jährige kurz nach dem Abpfiff noch nicht begreifen zu können, dass Werders Ausbeute nicht ausreichte. Niklas Moisander ging es da nicht anders.

„Ich bin stolz auf diese Mannschaft und auf diese Saison. Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht“, sagte der Finne – und richtete den Blick bereits über die nun bevorstehende Sommerpause hinaus: „Wir haben unser Bestes gegeben, um Europa zu erreichen. Leider hat es nicht geklappt, aber jetzt wissen wir immerhin schon, was unser Ziel für das nächste Jahr ist: Europa.“ Der 32-Jährige klang bei diesen Sätzen weder enttäuscht noch trotzig – er klang vielmehr überzeugt und entschlossen.

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Und in der Tat: So richtigen Grund zur Unzufriedenheit gab es für Werder nach dem Saisonfinale nicht. Immerhin hatte die Mannschaft während der Spielzeit immer wieder bewiesen, dass das ambitionierte Ziel, das im Sommer von einigen Experten noch belächelt worden war, absolut nicht vermessen, nicht unrealistisch war. „Wir können zufrieden sein mit dieser Saison“, sagte Sportchef Frank Baumann, „denn wir haben bis zum Schluss um unser Ziel gefightet.“

Das hatte Werder. Auch während des letzten Aktes gegen Leipzig, das wegen des bevorstehenden DFB-Pokalfinales gegen die Bayern etliche Stammspieler schonte. Es war noch einmal großes Gefühlskino im Weserstadion, noch einmal die volle Ladung Werder-Euphorie und -Harmonie. Los ging es damit schon vor dem Spiel. Als plötzlich Claudio Pizarro auf den großen Videoleinwänden auftauchte und unter tosendem Jubel der Fans verkündete, dass er seinen Vertrag um eine weitere Saison verlängert hat. Spätestens in diesem Moment schien der Tag für Werder gar nicht mehr schlecht werden zu können – und Pizarro war ja noch lange nicht fertig.

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Fan-Banner: „Das war erst der Anfang“

Zum Sportlichen, kurz und knapp, denn das ist schnell erzählt. Milot Rashica brachte Werder per Foulelfmeter in Führung (35.), Nordi Mukiele glich für Leipzig spät aus (85.). In der Zwischenzeit hatten die Gäste in Person von Bruma einen Handelfmeter über das Tor geschossen (54.). Dann kam Pizarros großer Moment, wieder einmal. Drei Kontakte, ein kurzer Blick nach oben, ein wuchtiger Schuss mit links – 2:1, das Stadion ein Tollhaus (86.). Obwohl allen längst klar war, dass es mit Europa nicht klappt.

„53 Punkte sind schon ein Brett“, sagte Trainer Kohfeldt nach dem Spiel: „Wir haben bewiesen, dass wir auf diesem Niveau spielen können.“ Kurz vor Abpfiff hatten die Fans in der Ostkurve ein Banner entrollt. „Das war erst der Anfang. Der SVW ist wieder da“, stand darauf geschrieben. Konnte man nach dieser Saison so stehen lassen.

Quelle: DeichStube

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