Werder hat zwar jede Menge Spaß, will aber nicht überdrehen

Erst der Klassenerhalt, dann das Vergnügen

+
Jetzt nur nicht nachlassen: Innenverteidiger Assani Lukimya attackiert Leverkusens Karim Bellarabi – und Werders Ersatzspieler schauen gebannt zu.

Bremen - Der Coach gönnte sich ein gutes Abendessen mit der Familie – und was haben die Spieler nach Werders perfektem Rückrundenstart mit drei Siegen aus drei Spielen gemacht? Nichts! „Wir brauchen noch keine Party“, meinte Assani Lukimya am Tag nach dem bemerkenswerten 2:1-Heimsieg gegen Bayer Leverkusen und stellte klar: „Wir brauchen 36 Punkte für den Klassenerhalt, besser noch 38. Wenn wir die haben, dann können wir über andere Dinge sprechen.“

Jetzt bloß nicht durchdrehen, lautet das Motto beim SV Werder. Doch das ist gar nicht so einfach. Denn die Lage könnte kaum besser sein. Mit 22 Zählern aus seinen elf Spielen hat Trainer Viktor Skripnik die Mannschaft vom 18. auf den achten Platz katapultiert. Werder hat 26 Punkte auf dem Konto und ist damit einem Europa-League-Platz näher (Leverkusen/32) als dem ersten Abstiegsrang (Dortmund/19).

Natürlich gab es auch nach dem jüngsten Erfolg wieder die Frage: Wie hat Skripnik das nur gemacht? Eine gute Antwort darauf gab gestern Lukimya. Ausgerechnet Lukimya muss es heißen. Denn der Innenverteidiger hat unter Skripnik seinen Stammplatz verloren. Trotzdem lobte der 29-Jährige ausdrücklich das Trainerteam. „Sie haben einen Riesenanteil an der Entwicklung. Sie sind immer positiv, sie reden uns stark.“ Und was war vorher unter Robin Dutt? „Da waren wir sehr verkrampft. Wir haben ein bisschen das Fußballspielen verlernt. Jetzt wissen wir wieder, was wir können und sind einfach geil darauf, Woche für Woche unsere Leistung zu bringen.“ Auch der Teamgeist habe sich verändert. Der sei zwar nie schlecht gewesen. „Im Training und in der Kabine konnten wir alle sehr gut miteinander, aber wir haben das nicht auf den Platz gebracht. Jetzt ist jeder für jeden da“, behauptete Lukimya.

Das gelte ganz besonders auch für die Ersatzspieler – wie Lukimya einer ist: „Wir haben doch ein gemeinsames Ziel. Ob du spielst oder nicht – niemand will absteigen.“ Also lässt er sich nicht hängen. Obwohl ihm erst kurz vor dem Rückrundenstart ein Riese vor die Nase gesetzt wurde: Jannik Vestergaard. Der 1,99-Meter-Mann aus Hoffenheim rutschte sofort in die Startelf und Lukimya raus. „Das war nicht einfach für mich. Er hat eine sehr gute Leistung gebracht, was soll man dann sagen?“ Entscheidend sei, „dass der Trainer weiter auf mich baut“. Wie gegen Leverkusen, als Alejandro Galvez kurz nach der Pause verletzt ausfiel und Lukimya die Abwehrlücke schließen musste. Nach kleinen Anfangsschwierigkeiten gelang ihm das gut, und so stellte er nun zufrieden fest: „Der Konkurrenzkampf macht uns alle besser.“

Der nächste Gegner kann also kommen – und er ist tabellarisch gesehen sogar noch ein größeres Kaliber als Leverkusen. Der FC Augsburg reist am Samstag als Tabellenvierter an. Eine Woche darauf wartet der Bundesliga-Dritte, der FC Schalke, auf Werder. Und dann kommt der Zweite ins Weserstadion, der VfL Wolfsburg. Absolute Hammer-Wochen. Auch deshalb sind die Bremer etwas vorsichtig. „Das ist ein ganz schwieriges Programm, deshalb war es so wichtig, dass wir schon so viele Punkte geholt haben“, meinte Vestergaard. Aber Angst vor Augsburg und Co. hat natürlich kein Bremer. Dafür sorgt Skripnik – und das Bremer Publikum, betonte Lukimya: „Wir stehen doch immer mit zwölf Mann auf dem Platz.“

kni

Mehr zum Thema:

Top 10: Die zehn verrücktesten Hotel-Geschichten

Top 10: Die zehn verrücktesten Hotel-Geschichten

90. Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Heesen

90. Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Heesen

Kulturfest des Waldorfkindergartens Scheeßel

Kulturfest des Waldorfkindergartens Scheeßel

Wie werde ich Kirchenmaler/in?

Wie werde ich Kirchenmaler/in?

Meistgelesene Artikel

Pizarro nach Mexiko?

Pizarro nach Mexiko?

Noch keine konkrete Anfrage für Kleinheisler

Noch keine konkrete Anfrage für Kleinheisler

Baumann bestätigt Gnabry-Angebot

Baumann bestätigt Gnabry-Angebot

„Ich bin nicht der Typ, der im Urlaub Party machen muss“

„Ich bin nicht der Typ, der im Urlaub Party machen muss“

Kommentare