Werder-Bremen - Entscheidung des Aufsichtsrats.

Ein gefährlicherVertrauensentzug

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Mediengruppe Kreiszeitung

Werder-Bremen - Von Björn Knips. Es geht um die Sicherheit des SV Werder Bremen. Für die eine Seite um die kurzfristige, für die andere um die langfristige. Beide stehen sich im Weg.

Die Geschäftsführung, speziell die sportliche, schaut auf die nächste Saison und hebt mit Blick auf die investierende Konkurrenz mahnend den Zeigefinger. Das böse Wort Abstieg wird zwar öffentlich nicht genannt, aber wenn davon gesprochen wird, dass eine Wiederholung von Platz zwölf ein Erfolg wäre, sagt das schon alles. Und Thomas Eichin versucht nicht ohne Grund, einen gestandenen Spieler wie Bryan Ruiz nach Bremen zu locken. Denn diese Mannschaft, die in Aaron Hunt einen erfahrenen Leistungsträger verloren hat, braucht Qualität. Klar, sie kann es auch ohne Ruiz schaffen, sicherer wäre es aber mit einem WM-Star – und als Zugabe lockt die Phantasie, dass genau dieser eine Spieler die Mannschaft mitreißt und nach oben bringt. Johan Micoud lässt grüßen.

Der Aufsichtsrat schaut hingegen über die Saison hinaus. Und fürchtet die Schuldenfalle mit dem Schreckensszenario des Untergangs. Werder hat am 30. Juni das dritte Geschäftsjahr in Folge mit einem dicken Minus beendet. Nach 13,9 und 7,9 Millionen Euro sollen es diesmal acht Millionen Miese sein. Werders Eigenkapital ist fast weg. Etwa acht Millionen Euro sind noch übrig. Der Aufsichtsrat will an dieses Polster nicht ran. Die Geschäftsfführung offenbar schon.

Wer richtig liegt, ist kaum zu beurteilen. Etwas anderes dagegen schon: Der Aufsichtsrat hat der Geschäftsführung mit seiner Entscheidung Vertrauen entzogen. Die Kontrolleure glauben nicht daran, dass die Vorschläge von Eichin und Co. wirklich funktionieren und setzen lieber auf die alte Werder-Linie.

Zur Erinnerung: 2011 hatte der Aufsichtsrat schon einmal einen Geschäftsführer ausgebremst und den Sokratis-Transfer blockiert. Auch wenn Klaus Allofs den Spieler später doch noch bekam, das Tischtuch war zerschnitten. Auch deshalb flüchtete Allofs ein Jahr später nach Wolfsburg.

Und was macht Eichin? Der Sportchef behauptet, den vorgegebenen Weg sogar mit großem Spaß weiterzugehen. Aber zu sicher sollte sich Werder dabei nicht fühlen.

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