Erneute Heimniederlage

Zu Hause zu schlecht: Werder Bremens unheimliche Heimschwäche hält an

Einst, vor gar nicht allzu langer Zeit, war Werder Bremen im Weserstadion eine Macht. Doch diese Tage gehören der Vergangenheit an, denn seit anderthalb Jahren zeigt Werder eine eklatante Heimschwäche.
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Einst, vor gar nicht allzu langer Zeit, war Werder Bremen im Weserstadion eine Macht. Doch diese Tage gehören der Vergangenheit an, denn seit anderthalb Jahren zeigt Werder eine eklatante Heimschwäche.

Bremen - Es gab mal eine Zeit, so lange ist das noch gar nicht her, da wurde eigens ein Slogan dafür erdacht, um auszudrücken, wofür das Weserstadion steht. Für bedingungslose Unterstützung von den Rängen. Für zumeist offensiv ansehnlichen Fußball auf dem Rasen. Und, gerade bei eingeschaltetem Flutlicht, für diese ganz besondere Energie, die sogar Wunder möglich machen kann. Der Slogan lautete: „This is Osterdeich“.

2016 beschwor er im tiefsten Abstiegskampf die Heimstärke des SV Werder Bremen und trug die Mannschaft tatsächlich zum Klassenerhalt. Geblieben ist davon knapp fünf Jahre später: so gut wie nichts. Werder ist zu einer der schwächsten Heimmannschaften der Bundesliga geworden, was sich allein mit dem Fehlen der Fans nicht erklären lässt.

Nach dem jüngsten 0:2 gegen Union Berlin gestand Trainer Florian Kohfeldt, dass auch er sich die Heim-Misere nicht richtig erklären kann: „Wir haben jetzt alles probiert, haben die Ansprache vor dem Spiel aus dem Hotel in die Kabine verlegt, haben sogar das Licht verändert, aber trotzdem ist es für die Mannschaft irgendwie schwieriger, in Heimspiele reinzufinden als es auswärts der Fall ist.“ Eine Feststellung, die sich mit Zahlen untermauern lässt.

Werder Bremen im Weserstadion: Von der Festung zum Kartenhaus

In der vergangenen Saison belegte Werder Bremen in der Heimtabelle der Bundesliga nach 17 Spielen den vorletzten Platz. Gerade einmal neun Punkte (verteilt auf zwei Siege und drei Unentschieden) sprangen in der einstigen „Festung Weserstadion“ heraus. Weniger holte nur der SC Paderborn zu Hause (8), der am Ende als Schlusslicht der Gesamttabelle abstieg. Wegen der Corona-Pandemie hatten die Bremer ihre letzten sechs Heimspiele ohne Zuschauer absolvieren müssen (ein Sieg, ein Unentschieden, vier Niederlagen), aber auch mit Fans auf den Tribünen war es in den elf Partien zuvor nicht besser gelaufen: ein Sieg, zwei Unentschieden, acht Niederlagen. Dieser Trend setzt sich in der laufenden Saison fort.
 
In bisher sieben Spielen im Weserstadion gab es nur einen einzigen Sieg - das 1:0 gegen Arminia Bielefeld am zweiten Spieltag. Demgegenüber stehen zwei Unentschieden (gegen Hoffenheim und Köln) sowie vier Pleiten (gegen Hertha BSC, Stuttgart, Dortmund und zuletzt Union Berlin).

Florian Kohfeldt über Heimschwäche bei Werder Bremen: „Uns fehlt zu Hause eine Menge“

„Uns fehlt hier zu Hause eine Menge“, hielt Kohfeldt nach der Niederlage gegen Union fest und dürfte damit sowohl die Abwesenheit der Zuschauer als auch die grundsätzlichen Auftritte seiner Mannschaft gemeint haben. In der Vergangenheit, als es im eigenen Stadion noch rund lief, hatte der Trainer wiederholt darauf hingewiesen, dass er und seine Spieler bei Heimspielen „das Gefühl hatten, unser zu Hause zu verteidigen“. In der Saison 2018/19 hatte das noch bestens funktioniert: Werder Bremen gewann acht seiner Heimspiele und verlor nur drei. Kohfeldt brach damals sogar einen Uralt-Rekord von Trainer-Legende Otto Rehhagel, weil er nach Amtsantritt in 16 Heimspielen am Stück ungeschlagen blieb. „This is Osterdeich“ in Reinkultur. 

Nach der Niederlage am Samstag musste der Trainer nun konstatieren: „Union hat es top gemacht, aber sie hätten gar nicht mal so gut sein müssen, denn wir haben nichts dagegengesetzt.“ Und das im eigenen Zuhause, im Weserstadion. „This is Offenbarungseid“. (dco)

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