Ein neuer Keeper wird nicht mehr kommen

Die Talente sollen Feuer machen

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Keeper Michael Zetterer (links) ist nach über zwei Monaten Verletzungspause wieder voll belastbar – und das nutzt Torwarttrainer Christian Vander gleich aus, um den 20-Jährigen ein bisschen zu „quälen“.

Bremen - So ganz ungefährlich ist die Situation nicht. Rückkehrer Felix Wiedwald hat seinen Rückstand mittlerweile aufgeholt und ist ganz klar die neue Nummer eins – erst mal beruhigend für Werder. Aber dahinter gibt es gleich mehrere Fragezeichen. Wann kann Raphael Wolf nach seiner Hüft-OP wieder voll mittrainieren? Wie fit ist Michael Zetterer nach seinem Kahnbeinbruch? Genügen die Talente Raif Husic, Eric Oelschlägel und Tom Pachulski schon höheren Ansprüchen? Und was ist überhaupt, wenn Stammtorwart Wiedwald ausfällt?

Präzise Antworten darauf können die Bremer kurz vor dem Saisonstart nicht liefern. Fest steht aber, dass sie ein gewisses Risiko auf der Torhüterposition in Kauf nehmen und dort – trotz der Unwägbarkeiten – nicht mehr tätig werden wollen. „Wir haben 100-prozentiges Vertrauen in unsere Keeper. Es ist keine Verpflichtung geplant“, sagte Sportdirektor Rouven Schröder gestern.

Christian Vander, der die Schlussmänner als Bremer Torwarttrainer am besten einschätzen kann, sieht es ähnlich: „Wir sind da gut aufgestellt und zufrieden mit den Jungs und der derzeitigen Konstellation.“ Der 34-Jährige glaubt auch, dass in Kürze wieder alle Keeper fit sind – auch Wolf, der eigentlich schon im Trainingslager im Zillertal zurückkehren sollte. Aber der 27-Jährige, der in der Rückrunde als Nummer eins von Leihkeeper Koens Casteels (inzwischen VfL Wolfsburg) verdrängt worden war, hatte nach der Operation noch Probleme und musste sein Comeback verschieben. Noch immer ist er nicht zurück im Kreis der Kollegen. „Wir werden aber versuchen, ihn in der nächsten Woche wieder ins Mannschaftstraining zu integrieren“, kündigt Vander an. Momentan ist das aber nicht mehr als ein Plan.

Dass Wolf länger fehlt als erwartet und der von den Verantwortlichen angekündigte Konkurrenzkampf mit Wiedwald erst gar nicht zustande kam, wurmt Vander. Er hätte sich gewünscht, „dass ,Rapha‘ das Ganze gleich am ersten Tag anheizt. Das war Pech für ihn.“ Nun bekommt Wiedwald laut Vander „erst mal unser vollstes Vertrauen“. Zu sicher sollte sich der 25-Jährige aber nicht fühlen, betont der Torwarttrainer: „Denn ,Rapha‘ ist heiß. Wir hoffen, dass er Felix bald ordentlich Feuer machen kann.“

Bis es soweit ist, sollen andere versuchen, diesen Job zu übernehmen – vor allem der eigentlich als Nummer drei vorgesehene Zetterer. Der 20-Jährige, der wegen seiner Mitte Mai erlittenen Verletzung die U20-Weltmeisterschaft in Neuseeland und einen Großteil der Vorbereitung verpasst hatte, machte am Mittwoch erstmals nach dem Kahnbeinbruch richtig mit. Und er hinterließ bei Vander einen guten Eindruck: „Der ,Zetti‘ ist fit und erstaunlich schnell wieder drin.“ In der kommenden Woche soll Zetterer in einem U23-Test nun Spielpraxis sammeln. Beim Pflichtspielauftakt wird er dann, so sieht es derzeit aus, Wiedwalds Ersatzmann sein – auch wenn Vander sich mit Blick auf einen Reservekeeper noch nicht festlegen mag: „Es gibt bisher keine feste Hierarchie, die Karten werden neu gemischt.“

Von den Nachwuchskeepern Oelschlägel (19), Husic (19) und Pachulski (18) hat sich bisher vor allem Oelschlägel hervorgetan. „Er ist für mich die Überraschung der Vorbereitung und hat seine Chance genutzt“, urteilt Vander: „Tom und er haben es klasse gemacht, die Trainingsqualität sehr hoch gehalten.“ Beide waren – anders als Husic, der bei der U19-EM weilte – in den Profi-Trainingslagern in Neuruppin und Zell am Ziller dabei. Spielen sollen die Zwei nun aber erst mal in den U-Mannschaften. Pachulski in der U19, Oelschlägel morgen (14 Uhr) in der U23 gegen Energie Cottbus.

mr/kni

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