Eilers für Öztunali – aber was wird aus den ausgeliehenen Aycicek und Hajrovic?

Es wird voll in Werders Offensive

20 Mal hat Justin Eilers in der laufenden Saison schon für Dynamo Dresden gejubelt. Künftig will er im Werder-Trikot fröhlich sein.

Bremen - Mut? Nein, Mut habe es nicht gebraucht, um Justin Eilers zu verpflichten, sagt Thomas Eichin. Die Überzeugung habe gereicht. Und davon hat der Werder-Geschäftsführer im konkreten Fall jede Menge. „Der ist super, der passt zu uns“, sagt Eichin über Eilers.

Der hat zwar gerade Dynamo Dresden mit 20 Toren zum Aufstieg in die zweite Liga verholfen. Dort hat er selber jedoch noch nie gespielt, geschweige denn in Liga eins. Die Regionalligen West und Nord sowie Liga drei waren bislang sein Zuhause. Und mit 27 Jahren hat er die Altersstufe, in der Fußballer für gewöhnlich große Entwicklungssprünge vollziehen, auch schon hinter sich gelassen. Nicht zu Unrecht sieht Eilers in Werder deshalb „die letzte Chance“, sich in Liga eins zu etablieren. Diese will er „mit aller Macht nutzen“.

Thomas Eichin setzt genau auf diesen Willen und sieht in dem Rechtsaußen das Potenzial für die deutsche Eliteliga. Logisch, sonst hätte er ihn nicht (ablösefrei) geholt. „Einer, der Tore schießen kann“, sei der gebürtige Braunschweiger. Zudem einer, der „vom Preis-Leistungsverhältnis perfekt zu uns passt“, so Eichin. Günstig und hoffentlich auch gut – anders geht es nicht bei Werder.

Justin Eilers, dessen Hackentreffer zum 1:0 gegen Hansa Rostock gerade zum Tor des Monats März gekürt wurde, erbt in Bremen sicherlich die Planstelle von Levin Öztunali, der am Saisonende nach zwei Leihjahren in Bremen zu Bayer Leverkusen zurückkehrt. Doch hinter der Eilers-Verpflichtung verbirgt sich wohl noch mehr. Denn ihn zu holen, bedeutet auch das Aus für mindestens einen aus der Riege Izet Hajrovic (bis Saisonende an SD Eibar verliehen), Levent Aycicek (bis Saisonende bei 1860 München) oder Melvyn Lorenzen. Eichin mag das Thema nicht, mauert folglich. „Es ist noch keine Entscheidung bei irgendeinem Spieler gefallen“, erklärt er, sagt aber auch, dass es natürlich „noch Bewegung“ im Kader geben wird.

Muss ja auch. Schließlich hat Werder in Lennart Thy (FC St. Pauli) noch einen weiteren Offensivakteur für die kommende Saison verpflichtet. Es wird also voll im Angriff. Die nötige Bewegung könnte allerdings auch in der ersten und nicht nur in der zweiten Reihe entstehen. Unklar ist schließlich noch, wie es mit Torjäger-Oldie Claudio Pizarro weitergeht. Oder ob und wann Dauerpatient Aron Johannsson zurückkehrt. Selbst ein Verkauf von Anthony Ujah, zuletzt bei chinesischen Clubs begehrt, kann nicht ausgeschlossen werden. Doch auf einen Abgang/Ausfall aus diesem Trio müsste Werder sowieso mit einem weiteren Transfer reagieren. Mit gestandenen Zweit- und Drittligaspielern wäre es – den Klassenerhalt vorausgesetzt – dann nicht getan. - csa

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