Werder-Sportchef kritisiert den nachsichtigen Umgang der Schiedsrichter mit dem FC Bayern

Eichins Feldzug für die Gerechtigkeit

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Thomas Eichin nimmt die Schiedsrichter und Bayern-Coach Pep Guardiola aufs Korn.

Bremen - Der Mann hat Mut: Thomas Eichin hat mit nur einem Zeitungsbeitrag gleich zwei neue Konfliktfelder geschaffen. Der Werder-Geschäftsführer kritisierte die deutschen Schiedsrichter für eine Pro-Bayern-Haltung und nahm sogleich auch die Münchner aufs Korn. Deren Trainer Pep Guardiola könne an der Seitenlinie „machen, was er will“. Werder-Coach Viktor Skripnik werde dagegen bei einem seiner vergleichsweise seltenen Proteste mit der Tribüne gedroht. Zuletzt zu beobachten in Freiburg, als der laut Eichin eigentlich ganz ruhige Skripnik beinahe verbannt worden wäre. Guardiola würde so etwas nicht passieren.

Jaja, die Bayern. Immer vorne. Aber auch immer bevorzugt? Eichin ist in letzter Zeit einiges aufgefallen, was ihm nicht passt. Und er hält damit vor dem Duell der Bremer mit dem Rekordmeister am Samstag nicht hinter dem Berg. Bewusst natürlich. „Ich will, dass unsere Spieler und auch die Schiedsrichter ihren Respekt ablegen“, bekräftigte er gestern. Seine Provokation solle aber „kein Hieb“ gegen Bayern sein.

Doch in München kamen diese Worte gar nicht gut an. Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge brummte gestern: „Er hätte lieber schweigen sollen. Das ist kein Fairplay und eigentlich überflüssig.“ Und Sportvorstand Matthias Sammer giftete in Richtung des einstigen Eishockey-Managers Eichin: „Der hat zwischendurch mal einen Puck an den Kopf bekommen, und das sind die Spätfolgen.“ Bayern jedenfalls hätten „diese Aussagen nochmal richtig wach gemacht.“

Eichin hatte im „Weser-Kurier“ bemängelt, dass das Verhältnis Schiedsrichter zu Bayern-Profi zu kuschelig ist. Beispielsweise hätte Franck Ribery in dieser Saison „schon fünf Mal runtergemusst“ vom Platz. Rot sah der Franzose aber nie. Dafür werde den Bayern-Gegnern oft zu schnell Gelb gezeigt – eine energische Zweikampfführung sei so quasi unmöglich, bemängelt der Bremer Sportchef: „Ich habe das Gefühl, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Du kannst gegen Bayern nur gewinnen, wenn du Zweikämpfe führen darfst.“ Es müsse, so Eichin, erlaubt sein, Ribery und Arjen Robben „zu bearbeiten – dabei geht’s mir nicht um mutwillige Treterei“.

Ob die Botschaften ankommen bei den Schiedsrichtern der Nation? Oder bewirkt Eichin mit seinem Vorstoß möglicherweise sogar das Gegenteil – und Bremer Aktionen werden umso kritischer bewertet?

csa

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