Drei Stürmer-Tore beim 4:0 

Der Sturm bläst die Krise weg

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NICHT zu bremsen: Marko Arnautovic (Mitte) machte ein tolles Spiel.

Bremen - Von Carsten Sander. Wiedergutmachung dank der Wiederauferstehung der Angreifer: Mit einem 4:0 (2:0)-Sieg über Borussia Mönchengladbach hat Werder Bremen gestern Abend die Scham der Pleite beim FC Augsburg ausradiert und dabei drei Stürmertore bejubelt.

Nils Petersen (37.), Marko Arnautovic (45.) und der nur zwei Minuten zuvor für den starken Eljero Elia eingewechselte Niclas Füllkrug (76.) machten die Sache klar. Zlatko Junuzovic sorgte für den Schlusspunkt (86.). Und es galt: Mission erfüllt – mit einem stürmischen Spiel nach stürmischen Tagen.

Bilder vom Spiel gegen Gladbach

Werder Bremen gegen Borussia Mönchengladbach

Viel hatte sich sich ändern müssen nach diesem schrecklichen 1:3 zwei Wochen zuvor in Augsburg. 15 Tage hatte Werder in einem alarmierenden Vorstadium einer Krise zugebracht. Und es war klar, dass die Mannschaft gegen die Borussia ein anderes, besseres Gesicht zeigen müsste. In der Startaufstellung fanden sich zwar keine neuen, aber andere Gesichter als in Augsburg. Theodor Gebre Selassie rückte für den verletzten Clemens Fritz ins Team, Nils Petersen bekam den Vorzug vor Joseph Akpala und Assani Lukimya ersetzte Innenverteidiger Sebastian Prödl. Der Österreicher hatte einen Belastungstest wenige Stunden vor Anpfiff nicht bestanden. Die Beckenverletzung, zugezogen am Dienstag im WM-Qualifikationsspiel gegen Kasachstan, ließ seinen Einsatz nicht zu.

Dass Trainer Thomas Schaaf Petersen das Vertrauen schenkte, wird er spätestens in Minute 37 nicht mehr bereut haben. Denn nachdem Kevin De Bruyne, dessen Angst vor Pfiffen der Fans sich als unberechtigt erwies, Ersatz-Kapitän Aaron Hunt von der Funktion des Eckenschützen erlöst hatte, schraubte sich Petersen am langen Pfosten in die Höhe und drückte den Ball als Aufsetzer über die Linie. Die Rettungstat von Thorben Marx kam deutlich zu spät. Die Proteste der Gladbacher waren zwecklos. Für Petersen war es Saisontor Nummer zwei und eine Erlösung. Fünf Spieltage waren vergangen, ohne dass die Bayern-Leihgabe getroffen hatte. „Ich brauche das zweite Tor, dann platzt hoffentlich der Knoten“, hatte der 21-Jährige vor kurzem gesagt.

Er blieb nicht der einzige Patient, der gestern einen großen Schritt Richtung Genesung macht. Arnautovic ging es, weil komplett torlos, noch schlechter als Petersen. Aber als Hunt kurz vor dem Pausenpfiff einen perfekten Pass in die Gasse spielte, war es endlich so weit für den Österreicher. Ein Sprint, ein feiner Lupfer über ter Stegen, ein Jubelschrei. Es war vollbracht.

Füllkrug sofort da

Und Werder ging mit einer 2:0-Führung in die Pause, die nicht unverdient war. Gladbach wurde überwiegend in der Rolle des Reagierenden gezwungen, hatte beim Stand von 0:0 aber die Top-Chance zur Führung. Havard Nordveidt stand nach einem Eckball völlig allein gelassen im Rücken der Bremer Abwehr, zog ab, traf jedoch nur das Lattenkreuz (28.).

Riesenglück für Werder. Doch das hatte sich das Team durch ein deutlich engagierteres Auftreten als in Augsburg sogar verdient. Der Mannschaft war das Bemühen, den negativen Eindruck zu revidieren, deutlich anzusehen. Ein Manko blieb trotzdem: Bei Gladbacher Angriffen bekam Werder erst in der Viererkette Zugriff auf die Gegenspieler, im Mittelfeld wurde in dieser Hinsicht immer noch zu wenig gearbeitet. Aber immerhin blieb der Strafraum – mit Ausnahme der Nordveidt-Möglichkeit – Sperrzone für die Borussia.

Das blieb auch so, als die Partie nach der Pause einen anderen Charakter bekam. Werder begann zunächst wieder schwungvoll und mit Druck, setzte dann aber mehr und mehr auf Konter. Einige waren im Ansatz gefährlich, viele nur gefällig und einer perfekt. Arnautovic bediente nach einem eleganten Trick Füllkrug, der sein zweites Bundesliga-Tor erzielte.

Und Mönchengladbach? Dem Team von Trainer Lucien Favre war überhaupt nichts eingefallen, um die vor Anpfiff als angeschlagen geltenden Bremer in Bedrängnis zu bringen. Die Borussia, die nun weiß, dass der 2:0-Erfolg vor zwei Wochen gegen Eintracht Frankfurt noch nicht das Ende der Sorgen war. Wie viel Werder aus dem Sieg gestern an Stärke und Selbstvertrauen saugen kann, wird sich am Samstag zeigen. Dann geht es zum Tabellen-17. Greuther Fürth. Es ist – die Vorzeichen betreffend – quasi das nächste Augsburg für die Bremer.

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