Di Santo per Traumtor zum Matchwinner / Werder bietet „Topgehalt für Topspieler“

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Franco Di Santo sah bei seinem Torjubel erst etwas missmutig aus, dann aber war es Freude pur.

Freiburg/Bremen - Hinterher musste man sich fragen, was für Werder letztlich wichtiger sein wird – das Tor von Franco Di Santo oder dessen anschließender Jubel. Mit einem Treffer der Marke Weltklasse hatte der Argentinier die Bremer zum 1:0 (1:0)-Sieg beim Bundesliga-Vorletzten SC Freiburg geschossen und anschließend so herzlich mit den Trainern, Mitspielern und Reservisten gefeiert, dass sich eine Deutung der Szene geradezu aufdrängte: Di Santo ist mittlerweile durch und durch ein Bremer, eine vorzeitige Vertragsverlängerung folglich keine Utopie.

Zu weit gedacht? Trainer Viktor Skripnik freute sich erstmal über die demonstrierte Verbundenheit. „Er läuft zu uns zur Bank und zeigt: ,Komm, wir sind alle eine Mannschaft.‘ Das war noch besser als das Tor“, meinte der 45-Jährige, der für Di Santo die erste Anlaufstelle nach dem Schuss in den Winkel gewesen war. Dann kamen alle dazu – die Co-Trainer, die Ersatzspieler, Sportdirektor Rouven Schröder, der große Rest. Es war ein großer Haufen Glück, der sich vor der Bremer Bank auftürmte. Mit Di Santo als Kern des Ganzen.

Seine Aktion in der 36. Minute entschied eine Partie, die für beide Teams wegweisend war. Werder schaut nunmehr mit dem beruhigenden Vorsprung von zehn Punkten auf den Relegationsplatz (Paderborn) und von elf Punkten auf einen direkten Abstiegsplatz. Dort hockt der SC Freiburg und hat größere Sorgen denn je. Alles wegen eines Kunstschusses. Di Santo stand halblinks am Freiburger Strafraum und genoss große Freiheiten, als Levin Öztunali ihn mit einem langen Ball bediente. Niemand griff an, also nahm der 25-Jährige Maß. „Ich habe versucht, den Ball ins lange Eck zu platzieren, dann ging er genau in den Winkel – ein großes Tor“, meinte der Schütze. Skripnik nannte den Treffer „Weltklasse“.

Vor allem war es ein Nachweis der besonderen Klasse des Südamerikaners, mit dem Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin den 2016 auslaufenden Vertrag lieber heute als morgen verlängern würde. Die Gespräche laufen, aber Tore wie das in Freiburg rufen natürlich Konkurrenten auf den Plan. Angebote für den Torjäger werden kommen. Doch Eichin macht das nicht nervös. Er setzt auf sein gutes Verhältnis zu Di Santo, auf Werders Aufschwung und auch die selbst in der Konsolidierungsphase nicht zu unterschätzenden finanziellen Möglichkeiten des Clubs. „Für Topspieler wie Franco sind wir auch bereit und in der Lage, Topgehälter zu bezahlen“, betont der Sportchef und berichtet von guten Gesprächen: „Alle Parteien wissen, Francos Weg bei uns ist gut, und es zeigt sich gerade, dass der Weg noch besser werden kann. Ich bin guter Hoffnung, dass wir eine vernünftige Lösung finden werden.“

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Zwölf Tore hat Di Santo in nur 17 Saisoneinsätzen erzielt – es ist die Quote eines Top-Stürmers. Und obwohl es ihn möglicherweise seinen besten Spieler kosten kann, wäre Viktor Skripnik fast schon beleidigt, wenn sich kein großer Club für den ehemaligen Chelsea-Profi interessieren würde: „Wenn Anfragen kommen, zeigt das, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Aber bitte – Skripnik möchte nicht falsch verstanden werden: „Ich möchte Franco nicht verkaufen. Ich wäre überglücklich, wenn wir ihn halten können.“

Ob es gelingt? Di Santo lässt sich nicht in die Karten gucken. Der Torjubel in Freiburg hat jedoch mehr als deutlich gemacht, dass es ihn nicht mit Macht wegtreibt. Es sei denn, die argentinische Nationalmannschaft lockt. Di Santo hofft noch auf eine Nominierung für die Tests Ende März gegen El Salvador und Ecuador. Seine Bewerbung für einen Platz im Kader hat er losgeschickt – mit der Erwartung eines Echos: „Jedes Tor hilft, um ins Nationalteam zu kommen – dieses vielleicht sogar ganz besonders.“

csa/kni

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