Nowitzki über seine Werder-Leidenschaft

Basketball-Legende Dirk Nowitzki erklärt, wie er Fan von Werder Bremen wurde

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Basketball-Legende Dirk Nowitzki erzählt, wie er einst Fan von Werder Bremen wurde.

Von Frank Hellmann. Basketball-Star Dirk Nowitzki verrät beim Leadership-Festival seine Vorliebe für Werder Bremen. Geschäftsführer Frank Baumann kennt das Sportidol aus Würzburger Tagen.

Die überragende Bedeutung von Dirk Nowitzki für den deutschen Sport ist nicht allein aus 2,13 Meter Körpergröße abzuleiten. Beim 2. Leadership-Festival der DFB-Akademie trat die Basketball-Ikone auf, um über Vorbildwirkung zu sprechen. Von der DeichStube auf seine eigenen Verbindungen für den Fußball angesprochen, gab der 41-Jährige nach dem offiziellen Bühnengespräch den Journalisten eine bemerkenswerte Antwort.

„Mein Fußballinteresse hat in den 80er-Jahren angefangen, als ich mit meinem Vater geschaut habe. Werder Bremen ist dann Europapokalsieger der Pokalsieger geworden. Uli Borowka, Rune Bratseth, Frank Neubarth. Und Pannen-Olli (Oliver Reck, Anm. d. Red.) - die habe ich alle parat (lacht).“ Dazu könne er sich gut erinnern, „wie wir Weltmeister 1990 geworden sind, als Lothar Matthäus nicht schießen wollte und Brehme ihn unten links reinschiebt. Das sind tolle Erinnerungen. Bei mir selbst ging nicht viel, außer in der Schulmannschaft. Aber auch da war ich relativ talentfrei. Deshalb war es besser, sich anderweitig zu probieren.“

Werder Bremen: Frank Baumann von Dirk Nowitzkis Aussagen überrascht

Das Faible für die Grün-Weißen hörte in den Räumlichkeiten vom Kunstverein Familie Montez unter der Honsellbrücke in Frankfurt auch Frank Baumann. Werders Geschäftsführer hatte die zweitägige Reise zur DFB-Veranstaltung für den interessanten Meinungsaustauch zum „Querdenken“ (DFB-Direktor Oliver Bierhoff) mit knapp 120 Entscheidern aus den Fußball-Lizenzligen seit Längerem geplant und zeigte sich von Nowitzkis Aussagen gegenüber der DeichStube überrascht. „Das fand ich sehr interessant. Dirk kommt wie ich aus Würzburg und dann besteht natürlich eine Verbindung: Ich war damals häufiger in der Halle, als er noch in der Basketball-Bundesliga gespielt hat.“ Baumann ist drei Jahre älter als Nowitzki.

Der Superstar der Dallas Mavericks, nach seinem Rücktritt im April mit Ehrungen in den USA überhäuft, sprach am Montag mit bemerkenswerter Offenheit über seinen Werdegang, aus dem sich einige Ansätze für die Talentförderung auch im Fußball ergaben. Aus seiner Sicht würden Leistungssportler heute zu früh sozialisiert. Er habe erst mit zwölf Jahren mit Basketball angefangen, nachdem er sich auch im Handball, Fechten oder Tennis ausprobiert hatte.

Werder Bremen: Frank Baumann erinnert sich an Dirk Nowitzki als Tennis-Talent

Das Durchsetzungsvermögen habe er sich im Handball, die Beweglichkeit im Fechten und die Beinarbeit im Tennis geholt. „Er war einer der besten Tennis-Jugendspieler unserer Region“, erinnert sich Baumann. Dirk Nowitzki sprach seine besondere Entwicklung seinem Mentor Holger Geschwindner zu, der ihn ungewöhnliche Wege beigebracht habe. „Wandern, Rudern, Musikinstrumente – das kam nicht überall an. Aber wir haben außerhalb der Schachtel gedacht.“

Nowitzki sagte bei seiner Beziehung zum Geld: „Ich bin nicht in die NBA gegangen, um Millionen zu verdienen. Ich wollte All-Star werden, wollte einen Titel gewinnen, MVP werden. Natürlich habe ich sehr, sehr viel Geld verdient in meiner Karriere, so dass ich den Rest meines Lebens keinen Job mehr annehmen muss, den ich nicht möchte.“ Baumann gab an diesem Punkt zu bedenken, dass Nowitzki ruhig hätte erwähnen können, dass er teilweise sogar auf mehr Gehalt verzichtete, weil er wegen der Gehaltsobergrenze („salary cap“) lieber seine eigene Mannschaft stärken wollte. Ein in der Bundesliga kaum denkbares Szenario.

Dirk Nowitzki ist Fan des SV Werder Bremen stört sich an den sozialen Medien

Die mittlerweile mit zwei Stiftungen engagierte Ikone redete vor dem Auditorium auch über die negativen Entwicklungen im Profisport. Den dreifachen Familienvater stört extrem, welche Macht die sozialen Medien nicht nur bei Kindern, sondern selbst bei den Sportstars erobert hätten.

Sein Bestreben sei es in der Kabine der Dallas Mavericks stets gewesen, alle Teammitglieder im persönlichen Gespräch mitzunehmen. Er habe Späße gemacht oder Trashtalk gesucht. „Mittlerweile kommt man in die Umkleide und alle 15 Spieler schauen erstmal die eigenen Highlights auf Instagram. Das ist schon bitter, wo wir da hingekommen sind.“ Das digitale Zeitalter sei für die Erhaltung der zwischenmenschlichen Beziehungen definitiv mehr Fluch als Segen. Das Smartphone bezeichnete Dirk Nowitzki sogar als „Störfaktor“.

Quelle: DeichStube

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