Ehemaliger Torwart von Werder Bremen

Burdenski über Pavlenka-Kritik: „Wenn man was finden will, findet man was“

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Der Werder Keeper und sein Ur-Ahn: Jiri Pavlenka (re.) und Dieter Burdenski.

Bremen – Der Freund freut sich, der Torwart-Ur-Ahn ist erleichtert: Dass Werder-Keeper Jiri Pavlenka beim 3:2-Sieg beim VfL Wolfsburg eine überzeugende Leistung bot, hat bei seinem Landsmann Theo Gebre Selassie und bei Torwartlegende Dieter Burdenski für positive Reaktionen gesorgt.

„Ich glaube, die weniger gute Phase ist jetzt vorbei, und es geht über in eine positive“, sagt Dieter Burdenski, Ehrenspielführer des SV Werder Bremen, im Podcast „DeichFums“. Dass Jiri Pavlenka zuletzt für Fehler kritisiert wurde, sei völlig okay. Dass ihm teilweise aber auch Fehler angedichtet wurden, wo keine waren, „sollte man nicht machen“, meint der 69-Jährige: „Wenn ich jemanden in die Eier treten will, dann finde ich die Stelle.“ Beispiel: Pavlenkas kleiner Fauxpas, als er in Wolfsburg einen Ball fallen ließ, ein Abseitspfiff verhinderte, dass Gefahr aufkam. „Es ist nichts passiert, also ist alles in Ordnung. Aber wenn man was finden will, findet man auch was“, so Burdenski.

Theo Gebre Selassie ist vor allem froh, dass Pavlenka in Wolfsburg wieder sein Können gezeigt hat. „Es gibt immer Phasen mit Fehlern, das ist nur menschlich. Wichtig ist aber, wie man da wieder rauskommt. Pavlas hat gezeigt, dass er wieder da ist“, sagt der Tscheche über den Tschechen: „Ich bin glücklich für ihn.“ (csa/tst)

Zur letzten Meldung vom 2. Dezember 2019

Co-Matchwinner für Werder Bremen: Der alte Pavlenka ist zurück

Wolfsburg – Die letzte Parade war so etwas wie die Kirsche auf der Sahne. Die Krönung. Die letzte Zutat, die fehlte, um die eigene Leistung perfekt zu machen. Wout Weghorst hatte geköpft, und Jiri Pavlenka machte sich lang, ganz lang. Der Keeper des SV Werder fischte den Ball vor der Linie weg, verhinderte so in der Nachspielzeit des Spiels beim VfL Wolfsburg den 3:3-Ausgleich.

Glanzparade, Glücksmoment. Denn wenig später war Schluss, Werder Bremen hatte gewonnen, und Jiri Pavlenka konnte sich nach schweren Wochen endlich mal wieder als Matchwinner fühlen. Zwar im Doppel mit dem zweifachen Torschützen Milot Rashica, aber der Anteil des Torhüters am ersten Sieg nach acht Spielen war unbestreitbar groß.

„Ganz klar die Note 1“, verpasste der Kollege Philipp Bargfrede dem Tschechen, der in der Sieglosserie seine eigene Form verloren hatte und in die Kritik geraten war. Wegen grober Fehler und kleiner Fehler. Doch Wolfsburg war endlich das Match, in dem alles passte für Pavlenka – auch in dem Augenblick, als er einen leichten Ball fallen ließ und so Gefahr heraufbeschwor (31.). Ein Abseitspfiff rettete ihn.

Jiri Pavlenkas „herausragende Reaktionen“ retten den SV Werder Bremen mehrfach

Ansonsten aber rettete Pavlenka den SV Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg. Mit Paraden gegen Joao Victor (17.), Guilavogui (44.), William (73.) und schließlich gegen Weghorst. Es waren Szenen, die Coach Florian Kohfeldt als „herausragende Reaktionen“ adelte, die in seiner Einordnung aber hinter einer anderen Aktion zurückstanden. Kohfeldt war vor allem eine riskante Pavlenka-Tat im Gedächtnis geblieben. Eine Flanke, die der Schlussmann beim Herausstürzen gerade noch erreichte. 

„Das war ganz wichtig und ein Moment, in dem Pavlas nicht darüber nachgedacht hat, was wohl passiert, wenn er den Ball nicht erwischt. Dann sagen alle wieder: Boah, der Pavlenka! Aber er wusste: Wenn ich da nicht hingehe, ist er sowieso drin. Und so will ich das haben, dass niemand darüber nachdenkt, ob er möglicherweise schlecht aussieht, sondern nur darüber, was richtig ist für die Mannschaft.“

Werder Bremen: Jiri Pavlenka „überglücklich“ über den Sieg gegen Wolfsburg

Er müsse „nichts Überirdisches“ leisten, hatte Kohfeldt seinem Keeper als Botschaft mit ins Spiel gegeben, nur einfach das machen, was er kann. Die Umsetzung folgte dann in der VW-Arena, und Pavlenka selbst war die Erleichterung darüber sehr anzumerken. „Ich bin glücklich, dass ich heute ein paar Bälle gehalten habe und der Mannschaft helfen konnte“, sagte der 27-Jährige. Zwar hatte er auch im 13. Ligaspiel nicht zu Null gespielt, aber das war in den ersten Minuten nach dem Abpfiff in Wolfsburg völlig egal. „Wir sind einfach nur überglücklich, dass wir die drei Punkte haben“, meinte Pavlenka.

Die etwa 3000 Bremer Fans waren es auch. Zumal sie endlich wieder den alten Pavlenka gesehen hatten. Kohfeldt wies indes darauf hin, dass dieser alte Pavlenka „nie weg war: Ich war immer sicher, dass wir in ihm einen ganz sicheren Rückhalt und einen Top-Torhüter der Bundesliga im Tor haben.“ Am Sonntag gab es da nichts zu widersprechen. Und das, meinte der Coach, „kann jetzt gerne so weitergehen“. (csa)

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Ein Kommentar zum Sieg von Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg: Mutig, mutiger, Florian Kohfeldt. Werder-Doppelpacker Milot Rashica nutzt Torjubel für eine große Geste. Nachlegen statt Nachlassen: Warum für Werder Bremen gegen den SC Paderborn nur ein Heimsieg zählt – der Vorbericht der DeichStube.

Zur letzten Meldung vom 1. Dezember 2019:

Das erwartet Kohfeldt nun von Pavlenka

Für die Ergebniskrise des SV Werder Bremen gibt es viele Gründe. Einer trägt den Namen Jiri Pavlenka. Der Keeper spielt wahrlich keine schlechte Saison, aber eben auch keine so gute wie davor, als er so manchen Punkt sicherte. Dazu gesellen sich einige ungewohnte Fehler.

Also wird hier und da in der Öffentlichkeit schon über den Tschechen diskutiert - bei Werder Bremen dagegen nicht, wie Trainer Florian Kohfeldt vor dem Auswärtsspiel am Sonntag beimVfL Wolfsburg (18 Uhr) noch einmal unmissverständlich klarstellt. Und er erklärt auch seine Erwartungshaltung an Jiri Pavlenka.

Verfolgt das Spiel von Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg im Live-Ticker der DeichStube!

Werder Bremen: Jiri Pavlenka ist niemand, der vor seinen Fehlern davonläuft

„Jiri soll jetzt nicht das Maß verlieren. Er muss uns jetzt kein Spiel gewinnen“, sagt Kohfeldt. Freilich hätte er nichts dagegen, wenn Pavlenka mal wieder als Krake gefeiert wird und Werder drei Punkte sichert. Dem Coach geht es darum, dass sich sein Torwart nun nicht selbst zu sehr unter Druck setzt. 

Denn Pavlenka ist niemand, der vor seinen Fehlern davonläuft, er setzt sich mit ihnen nach den Spielen intensiv auseinander. „Jiri mag es überhaupt nicht, wenn man etwas schönredet. Wenn er kein gutes Spiel macht, muss man ihm nicht mit einem Wird-schon-wieder kommen. Er will ein ehrliches Feedback“, berichtet Kohfeldt und bezeichnet Pavlenka als „sehr selbstkritisch“.

Werder Bremen: Veränderungen im Tor? „Diese Frage stellt sich nicht mal im Ansatz“

Natürlich wurmt es den Keeper, dass es für ihn in dieser Saison noch nicht optimal läuft, dass er noch kein Spiel ohne Gegentor erlebt hat - nicht einmal im DFB-Pokal. Aber diese Null lässt sich nicht erzwingen, sie kommt einfach. „Jiri soll weiter klar bleiben in seinen Entscheidungen auf dem Platz. Er weiß, dass wir das Vertrauen in ihn haben“, betont Kohfeldt und gibt einen kleinen Einblick in seinen Umgang mit den Profis: „Alle Kommunikation mit den Spielern richte ich danach aus, dass sie erfolgsversprechend ist. Mit Sicherheit ist Jiri keiner, der von morgens bis abends angebrüllt werden will, damit er gut Leistungen bringt. Er ist schon jemand, mit dem man ganz normal redet.“

Kohfeldt setzt auf konstruktive Kommunikation. Und von schnellen Veränderungen im Tor hält er gar nichts, und schon mal gar nicht im Fall Pavlenka: „Diese Frage stellt sich bei mir nicht mal im Ansatz.“ (kni)

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Sebastian Langkamp darf wohl bleiben - Nuri Sahin auch? Das ist die voraussichtliche Aufstellung von Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg am Sonntag.

Quelle: DeichStube

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