Fritz moniert Einstellung der Kollegen

Deutliche Kritik vom Kapitän

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Werder-Kapitän Clemens Fritz

Bremen - Das Training war erst wenige Minuten beendet, da stand Clemens Fritz schon vor den wartenden Journalisten – und das mit einer ziemlich klaren Botschaft: So nicht, Kollegen! Er sagte das zwar nicht wortwörtlich so, aber der Kapitän machte mehr als deutlich, dass ihm der Start in die Trainingswoche so gar nicht gepasst hatte: „Man muss immer den Willen sehen, jedes Spiel – auch im Training – gewinnen zu wollen. Das hat mir heute bei einigen gefehlt.“

Schon das 0:5-Debakel von München hatte dem 35-Jährigen ziemlich zugesetzt. „Das war mutlos“, schimpfte Fritz, der selbst wegen einer provozierten Gelbsperre gefehlt hatte. Es sei zwar schön einfach, von außen schlau über so eine Partie zu reden, doch für Fritz steht trotzdem fest: „Wenn du so spielst, gewinnst du gegen gar keinen. Das muss uns bewusst sein.“

Das sind mehr als deutliche Worte vom Kapitän. Und er hat sie ganz bewusst gewählt, um sein Team auch mal über die Medien aufzuwecken. „Wenn wir nur die Daumen drücken, dass die unter uns nichts mehr gewinnen, dann wird das nichts. Wir müssen das selbst in die Hand nehmen“, forderte der Mittelfeldspieler und warnte eindringlich: „Wir sind alles andere als durch.“

Werder hat nur drei Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz. Ob es am Wochenende mehr werden, ist fraglich: Schließlich kommt der FSV Mainz 05, der Tabellensechste, ins Weserstadion. Also ein ähnliches Kaliber wie vor zwei Wochen Bayer Leverkusen. „Da hatten wir einen guten Spirit“, erinnerte sich Fritz gerne an den 4:1-Coup bei Bayer und den anschließenden 4:1-Heimsieg gegen Hannover: „Diesen Spirit dürfen wir uns durch das Bayern-Spiel nicht kaputt machen lassen. Jeder muss auf dem Trainingsplatz hart arbeiten. Wir haben nichts, worauf wir uns ausruhen dürfen. Wir dürfen kein Prozent nachlassen. Das muss jedem bewusst sein.“

Werder-Training am Dienstag

Es war ein Plädoyer für Einsatz und Leidenschaft, das Fritz in seinem letzten Profi-Jahr auch noch mit einer persönlichen Note garnierte: „Der Klassenerhalt ist alles, was für mich zählt. Dafür werde ich weiter alles geben. Wir müssen einfach wieder eine Siegermentalität haben.“ J kni/mr

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