Werder-Tests gegen KSC und Brügge

Delaney – ein Scorerpunkt beim Debüt

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Erstmals für Werder am Ball: Thomas Delaney (r.) gab beim 1:1 gegen Zweitligist Karlsruher SC die Vorlage zum Bremer Ausgleich.

Alhaurin/Marbella - Von Björn Knips. 1:1 hier, 1:1 dort – mit zwei Unentschieden unterschiedlicher Prägung hat Werder Bremen am Montag den Schlussstrich unter das Trainingslager in Alhaurin el Grande gezogen.

Während das Resultat gegen den Zweitligisten Karlsruher SC am Nachmittag noch etwas dünn war, konnte das gleiche Ergebnis am frühen Abend gegen Champions-League-Teilnehmer FC Brügge schon als Achtunsgerfolg gewertet werden. Am Dienstagvormittag wird die Mannschaft noch eine leichte Einheit in Alhaurin el Grande absolvieren, um 14 Uhr geht es dann zurück nach Bremen.

Werder Bremen - Karlsruher SC 1:1

Im Mittelpunkt des ersten der beiden Tests stand Thomas Delaney. Der Däne feierte gegen den Karlsruher SC seine Premiere im Werder-Trikot – und die wurde von Coach Alexander Nouri beinahe schon überschwänglich bewertet. „Dass Thomas Qualität mitbringt, wissen wir aus den Trainingseinheiten. Heute haben wir aber auch seine Mentalität gesehen – eine Siegermentalität“, sagte der Coach. Wobei: Zum Sieg hat es nicht gereicht, doch immerhin lieferte Delaney mit einer scharfen Freistoßflanke die Vorlage zum 1:1 durch Aron Johannssons Kopfball (82.). Zuvor hatte Delaney gezeigt, dass er es gewohnt ist, ein Spiel zu lenken und an sich zu ziehen. „Er wollte das Spiel unbedingt gewinnen. Seine Art wird uns guttun“, meinte Nouri.

Immer wieder forderte der 25-jährige Däne im zentralen Mittelfeld den Ball, ließ sich dafür oft fallen und verteilte das Spielgerät mal mit langen, mal mit kurzen Pässen. Das sah ordentlich aus und wurde von Delaney als „ganz ordentlicher Anfang“ gewertet: „Ich bin ganz zufrieden mit meiner eigenen Leistung. Ich muss vielleicht noch etwas mehr die Spielweisen meiner Mitspieler kennenlernen, wissen wer mit welchem Fuß spielt und andere kleine Details.“

Allerdings war die Feinabstimmung ein grundsätzliches Bremer Problem. Werder, Tabellen-15. der ersten Liga, hatte gegen den Karlsruher SC, Tabellen-15. der zweiten Liga, mehr Probleme als erhofft und geriet durch den erst 17 Jahre alten Valentino Vujinovic in Rückstand (34.). Die Dreierkette, die Werder-Coach Alexander Nouri zu Beginn aufgeboten hatte, wirkte in diesem Moment alles andere als stabil. Nouri entschuldigte das und manch andere Unzulänglichkeit mit dem Zeitpunkt in der Vorbereitung: „Die Abstimmung stand noch gar nicht im Vordergrund, sondern die körperliche Fitness der Spieler. Jeder sollte sich unter Wettkampfbedingungen überprüfen.“

Nach der Pause galt das auch für Serge Gnabry. Nach einer Knieprellung und nur einem Trainingstag mit der Mannschaft kam er für 45 Minuten zum Einsatz und sorgte sofort für Belebung in der Bremer Offensive. In der Defensive stellte Nouri nach der Pause auf Viererkette um, kehrte aber nach 76 Minuten wieder zur Dreierkette zurück. Das Hin und Her war bezeichnend für die Tage in Alhaurin el Grande, wo Werder in den Übungseinheiten ständig die Systeme gewechselt hatte. Begründung Alexander Nouri: „Die Bundesliga hat gezeigt, dass wir flexibel sein müssen.“

Werder entgeht Blamage im ersten Testspiel

Rund lief es für Werder aber weder in der einen noch in der anderen Formation. Gegen den erstmals von Mirko Slomka gecoachten KSC waren die Bremer zwar überlegen, aber nicht zwingend genug. Aron Johannsson vergab bis zum Ausgleich drei gute Möglichkeiten (inklusive Pfostentreffer). Auf der Gegenseite gewährte Werder dem Karlsruher David Kinsombi zwei Top-Chancen. In der Nachspielzeit hatte Johannes Eggestein noch den Bremer Siegtreffer auf dem Fuß, verzog jedoch knapp. Fazit Kapitän Clemens Fritz: „Eigentlich hatte ich mir mehr erhofft, wir hätten uns noch deutlich besser bewegen und noch mehr Torchancen erarbeiten können.“

Werder: Zetterer - Verlaat, Sane (76. Kainz), Garcia - Fritz, Delaney - Bauer, Schmidt (46. Gnabry), Zander - Johannsson, Pizarro (83. J. Eggestein).

Werder-Premiere mit reichlich Verspätung: Sommer-Neuzugang Justin Eilers feierte gegen den FC Brügge ebenfalls seine Premiere im Werder-Dress.

Werder Bremen - FC Brügge 1:1

Im zweiten Teil des Testspiel-Doppelpacks wartete ein Gegner mit einem ganz anderen Kaliber. Kein Zweitligist, sondern ein Champions-League-Teilnehmer und der aktuelle belgische Tabellenführer fühlte Werder auf den Zahn. Nouri schickte jene Spieler aufs Feld, die gegen Karlsruhe zugeguckt hatten – also auch Justin Eilers, der nach seiner Verpflichtung im Sommer mit einer Leistenverletzung ausgefallen war und nun endlich zu seinem ersten Einsatz im Werder-Trikot kam.

In den Fokus geriet zunächst jedoch Keeper Jaroslav Drobny, der zweimal mit starken Paraden den Rückstand verhinderte (17./19.). Die Bremer wurden nur durch einen Distanzschuss von Maxi Eggestein gefährlich (14.).

Nachdem Brügge zur Pause fast das komplette Team getauscht hatte, wurde Werder (diesmal im 4-4-2 agierend) stärker. Max Kruse hatte die große Chance zum 1:0, vergab aber (68.). Nach dem schönsten Spielzug der Partie gelang dann aber doch die Führung. Nach einem Zuckerpass des eingewechselten Florian Kainz legte Theodor Gebre Selassie für Johannes Eggestein quer. Der 18-Jährige vollendete mühelos (81.). „Endlich habe ich mal wieder im Trikot der Profis getroffen“, freute sich der Stürmer: „Das fühlt sich gut an.“

Obwohl nur noch neun Minuten zu spielen waren, brachte das Nouri-Team den Vorsprung nicht über die Zeit. Dem Niederländer Lex Immers gelang nur vier Minuten nach der Bremer Führung das 1:1. Egal, meinte Nouri, der das sagte, was Trainer in der Vorbereitung fast immer sagen: „Das Ergebnis ist nur zweitrangig. Mit den Tests bin ich zufrieden.“

Werder: Drobny (46. Wiedwald) - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, U. Garcia - Bartels, M. Eggestein, Junuzovic (22. Schmidt), Eilers (46. Kainz) - Manneh (46. J. Eggestein), Kruse

Eggesteins Tor reicht nicht

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