DeichBlick-Kolumne: Rolf „Rollo“ Fuhrmann schreibt für die DeichStube

„Verliebt in den neuen Bremer Fußball“

Der Kolumnisten-Kreis der DeichStube: Andreas Herzog, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Thomas Schaaf und Nils Petersen.

Von Rolf Fuhrmann. Hach! Es macht wieder richtig Spaß, Werder zu gucken. Natürlich insbesondere dann, wenn die Mannschaft auch noch erfolgreich ist. Ohne Punkte geht gar nichts. Nach dem Saisonauftakt haben wohl viele – wie ich auch – nicht so recht an ein Bremer Verbleiben in der Bundesliga geglaubt.

Der Tiefpunkt war die 0:3-Niederlage zu Hause gegen Augsburg – das letzte Spiel für Trainer Alexander Nouri. Verunsicherung und die Frage: Was nun? Antwort: Wieder ein Coach aus den eigenen Reihen. Was würde Florian Kohfeldt überhaupt leisten und anders machen können? Das Ergebnis ist bekannt.

Die spielerisch beste Mannschaft nach Bayern

Zuletzt ging es nun wieder gegen Augsburg, dieses Mal natürlich auswärts – und spätestens da wurde am Samstag klar: Fast alles ist jetzt anders. Werder war eine spielerisch gerade in der ersten Halbzeit dominierende Elf mit Power, Herz und Toren. Kohfeldt hat es geschafft, binnen fünf Monaten eine Mannschaft zu formen, die nicht nur defensiv gut steht, sondern auch zahlreiche Akzente nach vorne setzt.

Die Art und Weise, wie Tore herausgespielt werden, ist mehr als beeindruckend. Vor Wochenfrist war Sky-Experte Didi Hamann schon voll des Lobes und bezeichnete die Bremer gleich nach den Bayern als spielerisch beste Mannschaft der Bundesliga. Einige mögen da noch ihre Zweifel gehabt haben. Mittlerweile sage ich: Hamann hat Recht.

Mit dem Abstieg nichts mehr zu tun

Ein hervorragender Jiri Pavlenka im Tor, eine stabilisierte Abwehr, und eine Offensive mit Fortune sorgen für Punkte und Spaß. Max Kruse, der derzeit beste deutsche Scorer, zieht die Fäden, und gleich 16 Bremer Spieler haben sich in dieser Saison schon in die Torschützenliste eingetragen. Werder hat also viel Abschluss-Qualität in der Breite und auch starke Alternativen auf der Bank. Mal Ishak Belfodil, mal Florian Kainz, mal Maxi Eggestein, mal Thomas Delaney oder wie gegen Köln auch Milot Rashica mit seinem ersten Tor: So etwas hat derzeit kein anderer Erstligist zu bieten.

Wenn es momentan etwas zu kritisieren gibt, dann, dass noch zu viele Großchancen ausgelassen werden. Mit dem Abstieg dürfte dieses Team, auch wenn Trainer Kohfeldt noch immer eindringlich warnt, aber nichts mehr zu tun haben. Man muss aber am Osterdeich ja nun auch nicht gleich von Europa träumen, zumal Ostern die starke Eintracht aus Frankfurt an die Weser kommt.

Lennart Thy mit dem größten Sieg

Auch wenn es komisch klingt: Ich habe mich etwas verliebt in den neuen Bremer Fußball. Kein „Die Null muss stehen“-Gekicke, keine verzweifelte, desolate Abwehr, kein blindes Gebolze mehr. So muss Fußball! Schöne Spiele – schöne Siege.

Das größte Lob in diesen Tagen gebührt allerdings Lennart Thy (ausgeliehen von Werder an VVV Venlo) – und das, obwohl er gar nicht gespielt hat. Er könnte mit seiner Stammzellenspende ein Leben retten und bekam vom Verein dafür frei. Eine große Geste und viel wichtiger als Fußball. Standing Ovations für Lennart Thy bei allen Vereinen der Niederlande. So sehen große Siege aus! Danke dafür.

Rolf „Rollo“ Fuhrmann

Zur Person: Rolf „Rollo“ Fuhrmann (68) hat 25 Jahre lang für Sky (früher Premiere) über die Bundesliga berichtet. Seit dieser Saison ist Schluss, der Kult-Reporter ist in Rente gegangen. Für die DeichStube schreibt Fuhrmann nun regelmäßig über Werder und das aktuelle Bundesliga-Geschehen.

Ihr wollt Rollo Fuhrmann live sehen? Dann macht mit bei unserem Stubenquiz!

Weitere Kolumen aus der DeichStube

Nils Petersen: „Chapeau, Per, für deine Worte“

Andreas Herzog: „Für Junuzovic ist es jetzt schwierig“

Thomas Schaaf: „Wir alle müssen uns gegen diese Leute wehren“

Schon gesehen?

Quelle: DeichStube

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