DeichBlick-Kolumne: Klaus Allofs schreibt für die DeichStube

„Bei Pizarro sehe ich nur eine Gefahr“

Klaus Allofs ist neu im Kolumnisten-Kreis der DeichStube.

Von Klaus Allofs. Die Euphorie rund um Werder ist wirklich bemerkenswert. Das habe ich gerade hautnah beim „Tag der Fans“ erlebt, wir Meister von 1993 durften ja dabei sein. Man spürt deutlich die Hoffnung, wieder bessere Zeiten erleben zu können.

Der Optimismus ist auch durchaus berechtigt. Die Mannschaft ist trotz des Weggangs von Thomas Delaney besser geworden. Es wurden clevere Transfers getätigt. Frank Baumann macht das wirklich gut. Man muss in dieser Position entscheidungsfreudig sein – und man muss auch unternehmerischen Mut haben. Deswegen ist man noch lange kein Hasardeur.

Grundsätzlich kann Werder kein Club sein, der dauerhaft nur gegen den Abstieg spielt. Natürlich ist das mit den Möglichkeiten in Bremen nicht einfach. Aber das war es nie. Mit dieser Mannschaft, aber auch mit den Leuten drumherum und dem Umfeld hat Werder wirklich die Chance, in die Phalanx der großen Vereine einzudringen. Ich finde es auch gut, dass die Messlatte nicht zu tief gelegt wird, sondern von Europa gesprochen wird. Natürlich birgt das die Gefahr, enttäuscht zu werden. Aber dann muss man es den Menschen eben erklären. Und ich glaube, gerade die Fans in Bremen würden es verstehen, wenn nicht sofort alles passt. Das ist der große Trumpf in dieser Stadt.

Claudio Pizarro kann ein Startelf-Kandidat sein

Beim Testspiel gegen den FC Villarreal konnte man schon sehen, dass es noch ein paar Baustellen gibt. Die Defensive wackelt noch ein bisschen. Die ist aber die Basis für eine erfolgreiche Saison. Allerdings habe ich schon vor dem Spiel gesagt: Wenn du einen schönen Nachmittag haben willst, dann darfst du nicht den FC Villarreal einladen. Das ist schon eine starke Mannschaft, die von der Öffentlichkeit gerne unterschätzt wird.

Die 2:3-Niederlage ist keine Katastrophe. Offensiv hat es Werder schon ganz gut gemacht, da ist jede Menge Potenzial. Natürlich auch dank Max Kruse. Mit ihm auf dem Platz muss man sicher mehr mit als gegen den Ball spielen, das ist seine große Stärke. Dieser Fußball macht den Zuschauern natürlich mehr Spaß, ob er auch erfolgreich sein wird, muss sich zeigen.

Da kann auch ein Claudio Pizarro mithelfen. Ganz ehrlich: Was ich in den 20 Minuten nach seiner Einwechslung von ihm gesehen habe, das war wie immer. Alle Aktionen hatten Hand und Fuß – und dann bereitet er auch noch das Tor vor. Wenn er fit bleibt, kann er nicht nur ein guter Joker sein, sondern auch ein Kandidat für die Startelf.

DFB-Pokal der schnellste Weg ins internationale Geschäft

Ich sehe nur eine kleine Gefahr: Wenn es mal nicht so läuft, dann werden die Zuschauer wahrscheinlich schon früh Pizarro als Einwechselspieler fordern. Das könnte einen Trainer unnötig unter Druck setzen. Aber da vertraue ich auch Claudio, dass er die richtigen Signale sendet. Menschlich ist Claudio einfach für jede Mannschaft, für jeden Verein ein Gewinn. Genauso gut finde ich, dass Thomas Schaaf wieder bei Werder ist. Ich bin gespannt, wie er sich einbringen wird.

Nun ist die Sommerpause endlich vorbei. Mit dem Pokal geht es los – und da muss ich an mein erstes Pflichtspiel für Werder denken. 1990 war das. Da haben wir uns in überragender Manier mit 2:1 bei der SpVgg Weiden durchgesetzt – und am Ende sind wir Pokalsieger geworden. Diese erste Runde ist immer unangenehm. Wenn man die Sache aber seriös angeht, sollte es eigentlich klappen. Und der Pokal ist nun mal der schnellste Weg ins internationale Geschäft.

Aber mal ganz abgesehen davon: Ich freue mich zwar immer, wenn wir Ex-Profis in Bremen für die Erfolge in der Vergangenheit gefeiert werden, aber es dürfen dort in Zukunft gerne auch mal wieder aktuelle Spieler in der ersten Reihe stehen und für Titel bejubelt werden.

Klaus Allofs

Zur Person: Die Fußball-Vita des Klaus Allofs (61) ist lang und bunt. Er wurde Meister in Frankreich (1989 mit Olympique Marseille) und Deutschland (1993 mit Werder), gewann mit dem SV Werder den Europapokal der Pokalsieger (1992) und mit der deutschen Nationalmannschaft den EM-Titel (1980). Ähnlich erfolgreich war der Weltklasse-Torjäger später auch als Manager. Allofs war der Architekt des Bremer Doubles 2004, feierte den DFB-Pokalsieg 2009. 2012 wechselte Allofs nach 13 Jahren in der Bremer Clubführung zum VfL Wolfsburg, wo er Ende 2016 entlassen wurde.

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Fotostrecke: Tag der Fans 2018

Tag der Fans 2018
Tag der Fans 2018 © gumzmedia
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Werder-Anhänger am Tag der Fans.
Tag der Fans 2018 © gumzmedia
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Werder-Anhänger am Tag der Fans.
Tag der Fans 2018 © gumzmedia
Werder-Anhänger am Tag der Fans.
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Werder-Anhänger am Tag der Fans.
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Werder-Anhänger am Tag der Fans.
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Werder-Anhänger am Tag der Fans.
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Am Tag der Fans wurde hinter der Westkurve des Weserstadions der Alfred-Ries-Platz eingeweiht.
Am Tag der Fans wurde hinter der Westkurve des Weserstadions der Alfred-Ries-Platz eingeweiht. © gumzmedia
Am Tag der Fans wurde hinter der Westkurve des Weserstadions der Alfred-Ries-Platz eingeweiht.
Am Tag der Fans wurde hinter der Westkurve des Weserstadions der Alfred-Ries-Platz eingeweiht. © gumzmedia
Am Tag der Fans wurde hinter der Westkurve des Weserstadions der Alfred-Ries-Platz eingeweiht.
Am Tag der Fans wurde hinter der Westkurve des Weserstadions der Alfred-Ries-Platz eingeweiht. © gumzmedia
Werder-Anhänger am Tag der Fans.
Tag der Fans 2018 © gumzmedia
Tag der Fans 2018
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Tag der Fans 2018
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Jan Delay im Weserstadion am Tag der Fans
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Otto Rehhagel im Weserstadion am Tag der Fans
Otto Rehhagel im Weserstadion am Tag der Fans © gumzmedia
Otto Rehhagel im Weserstadion am Tag der Fans
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Die 93er-Meister Dietmar Beiersdorfer (l.) und Wyton Rufer beim Tag der Fans
Die 93er-Meister Dietmar Beiersdorfer (l.) und Wyton Rufer beim Tag der Fans © gumzmedia
Geschäftsführer-Talk beim Tag der Fans
Geschäftsführer-Talk beim Tag der Fans © gumzmedia
Tag der Fans 2018
Tag der Fans 2018 © gumzmedia
Tag der Fans 2018
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Tag der Fans 2018
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Tag der Fans 2018
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Tag der Fans 2018
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Quelle: DeichStube

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