Quintett macht den Werder-Quickcheck

„Werder hat Wort gehalten“ - So bewerten die DeichBlick-Kolumnisten die Saison

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Der Kolumnisten-Kreis der DeichStube: Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Thomas Schaaf, Nils Petersen, Klaus Allofs.

Bremen – Sie sind die Männer mit dem Expertenwissen! Die gesamte Saison haben Klaus Allofs, Thomas Schaaf, Nils Petersen, Sebastian Prödl und Rolf „Rollo“ Fuhrmann exklusiv für die DeichStube das Geschehen bei Werder Bremen beleuchtet, analysiert und kommentiert. 

Und um das Ganze abzurunden, macht die DeichStube mit dem Experten-Quintett noch den Quickcheck: Welche Schulnote bekommt Werder Bremen für die Saison? Wer ist der Spieler der Saison? Wie kann Max Kruse ersetzt werden? Wo sollte sich Werder verbessern? Und muss das Ziel wieder Europa heißen? Es sind fünf Fragen an fünf Experten. Auf geht’s!

Klaus Allofs

Welche Schulnote geben Sie der Werder-Saison?

Eine „2“, vor allem wegen der mündlichen Beteiligung (lacht). Damit meine ich: Werder hat Wort gehalten und das mutig formulierte Ziel wirklich bis zum Ende direkt vor Augen gehabt. Wir dürfen nicht vergessen: Es war die erste Saison seit langem, die mit so einem klaren, positiven Ziel angegangen worden ist.

Wer ist der Spieler der Saison?

Natürlich Claudio Pizarro – und das nicht aus romantischen Gründen. Obwohl er längst nicht alle Spiele mitgemacht hat, hatte Claudio eine unheimliche Präsenz auf dem Platz und im ganzen Club. Max Kruse und Maximilian Eggestein haben mir auch sehr gut gefallen.

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Wie kann Max Kruse ersetzt werden?

Man sollte gar nicht erst versuchen, Max zu ersetzen, weil das fast unmöglich ist. Man muss einen Spieler finden, der spielstark und torgefährlich ist – und darüberhinaus dem Spiel noch etwas Besonderes gibt. Ich nenne da gerne immer das Beispiel Ailton. Als er 2004 Werder verlassen hat, haben wir Miroslav Klose geholt – und der hat der Mannschaft noch einmal eine ganz andere Qualität gegeben.

In welchen Bereichen sollte sich Werder verbessern?

Wenn man den nächsten Schritt machen will, muss man sich in allen Bereichen verbessern. Außer auf der Torhüterposition, dort ist Werder mit Jiri Pavlenka schon für den internationalen Wettbewerb gerüstet. Werder ist auch ansonsten gut aufgestellt, aber die anderen Clubs haben schon viel gemacht. Werder hat Niclas Füllkrug geholt, der eine sehr gute Entwicklung hinter sich hat. Die wichtigste Frage ist für mich: Wann steht Philipp Bargfrede wieder zur Verfügung? Dauert das noch sehr lange, muss man sich für die Sechser-Position etwas überlegen.

Muss das Ziel wieder Europa lauten?

Ja! Die Spieler haben gespürt, dass Europa möglich ist, dass dieses Ziel keine Utopie war. Den Fans geht es genauso. Da kann man jetzt nicht wieder zurückrudern. Außerdem gehört es zur DNA des Clubs, international zu denken. Ich meine damit nicht nur die Europa League, sondern irgendwann auch wieder die Champions League. Das wird sehr schwierig, aber auf Dauer gibt es keinen anderen Weg.

Nils Petersen

Welche Schulnote geben Sie der Werder-Saison?

Ich habe nicht mit dieser Konstanz der Bremer Mannschaft gerechnet, und diese Punkteausbeute gab es schon seit einigen Jahren nicht mehr. Wegen des Vergleichs zu den Vorjahren gibt es daher eine glatte „2“ für Werder.

Wer ist der Spieler der Saison?

In der Bundesliga Luka Jovic von Eintracht Frankfurt. Bei Werder hat mir Jiri Pavlenka am besten gefallen.

Wie kann Max Kruse ersetzt werden?

Eins zu eins ist das nicht möglich. Das muss sich innerhalb des Teams schon auf mehrere Schultern verteilen. Und den Respekt des Gegners, so wie er vor Kruse gegeben ist, muss sich ein neuer Spieler erstmal erarbeiten.

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In welchen Bereichen sollte sich Werder verbessern?

Werder muss beweisen, dass es auch ohne Max geht. Jetzt müssen andere Spieler Führungsqualitäten zeigen.

Muss das Ziel wieder Europa lauten?

Ja, man will sich doch in der Tabelle immer verbessern. Gelingt das, ist Europa automatisch der Fall.

Thomas Schaaf

Welche Schulnote geben Sie der Werder-Saison?

Bei Schulnoten bin ich ganz schlecht (lacht). Es war eine gute Saison, in der mutig nach vorne gespielt wurde. Es ist zwar schade, dass es mit Europa nicht geklappt hat, aber alle Beteiligten haben dafür gesorgt, dass wir uns schon auf die neue Saison freuen können.

Wer ist der Spieler der Saison?

Auch da tue ich mich schwer, einen einzelnen Spieler hervorzuheben, weil sich wirklich alle Spieler voll eingebracht haben – von Torwart Jiri Pavlenka, der wieder tolle Leistungen gebracht hat, bis hin zu einem alten Hasen wie Claudio Pizarro, der seine Aufgabe eindeutig mehr als erfüllt hat.

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Wie kann Max Kruse ersetzt werden?

Gar nicht, weil es keinen zweiten Max Kruse gibt. Max hat zum Beispiel dafür gesorgt, dass der Ball gesichert, nach vorne transportiert und schließlich aufs Tor gebracht wurde. Diese Elemente findet man auch bei anderen Spieler. Und vielleicht bringen sie noch andere Elemente mit. So ein Wechsel ist auch immer die Chance für Spieler, die etwas im Schatten standen, sich nun mehr hervorzutun.

In welchen Bereichen sollte sich Werder verbessern?

Überall, weil man sich doch immer verbessern will. Das muss der Anspruch sein. Oftmals ist es aber auch schon herausfordernd genug, die gezeigte Leistung bestätigen zu können.

Muss das Ziel wieder Europa lauten?

Da muss man abwarten, bis der Kader für die neue Saison endgültig feststeht. Klar, wenn man so eine Saison gespielt hat wie die vergangene, dann ereilt einen schon ein wenig der Fluch der guten Taten. Man steigert selbst die Ansprüche, wird noch hungriger auf Europa. Das ist auch gut so. Aber es könnte auch schon ein großer Erfolg sein, so eine Saison mit vielen guten Ergebnissen und tollen Höhepunkten zu wiederholen.

Rollo Fuhrmann

Welche Schulnote geben Sie der Werder-Saison?

Eine „2-“! Eigentlich war es eine klasse Saison der Bremer, großes Lob an die Mannschaft und den Trainer. Mit etwas mehr Glück und Fortune wäre es eine „2+“ geworden!

Wer ist der Spieler der Saison?

Max Kruse mit leichten Abstrichen – wie auch Milot Rashica, Jiri Pavlenka, Maximilian Eggestein und Davy Klaassen.

Wie kann Max Kruse ersetzt werden?

Weiß ich nicht so recht. Ich bin kein Scout. Da vertraue ich Frank Baumann und Florian Kohfeldt.

In welchen Bereichen sollte sich Werder verbessern?

Der Kader muss breiter werden, die Defensive stabiler. Und für Kruse wird ein Ersatz gebraucht.

Muss das Ziel wieder Europa lauten?

Ja, auf jeden Fall!

Sebastian Prödl

Welche Schulnote geben Sie der Werder-Saison?

Eine „2“. Man hat eine Weiterentwicklung gesehen, die Mannschaft hat große Ambitionen gezeigt. Für eine „1“ waren die Leistungen aber noch nicht konstant genug.

Wer ist der Spieler der Saison?

Maxi Eggestein. Weil er Führungsaufgaben übernommen, Tore erzielt und viele Kilometer abgespult hat. Zudem ist er unter Jogi Löw zum Nationalspieler geworden.

Wie kann Max Kruse ersetzt werden?

Im aktuellen System ist Max schwer zu ersetzen. Er ist ein kompletter Spieler, der Schwachstellen sofort erkennt und ausnutzt. Ein Intuitivspieler wie Kruse ist nicht leicht zu scouten, aber ich denke, dass Werder vorbereitet ist.

In welchen Bereichen sollte sich Werder verbessern?

Werder hat in dieser Saison ein gutes Gesamtbild abgegeben, aber ich würde in die Breite des Kaders investieren, um den Konkurrenzkampf noch mehr anzustacheln. Nicht nur in der Offensive, sondern besonders in der Defensive. Es sollten die Fühler nach einem defensiven Mittelfeldspieler ausgestreckt werden, und eine Innenverteidiger-Alternative würde auch guttun.

Muss das Ziel wieder Europa lauten?

Ich bin immer ein Anhänger davon, dass man sich die Ziele gar nicht hoch genug stecken kann. Aber es wird ein enger Kampf.

Quelle: DeichStube

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