Glück im Unglück

Trotz Riss des Lungenfells vor zwei Jahren: Werder-Stürmer Selke zählt nicht zur Corona-Risikogruppe

Obwohl sich Davie Selke vor zwei Jahren einen Riss des Lungenfells zugezogen hat, zählt der Stürmer des SV Werder Bremen nicht zur Risikogruppe der Coronavirus-Lungenkrankheit Covid-19.
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Obwohl sich Davie Selke vor zwei Jahren einen Riss des Lungenfells zugezogen hat, zählt der Stürmer des SV Werder Bremen nicht zur Risikogruppe der Coronavirus-Lungenkrankheit Covid-19.

Bremen – Es war auf den ersten Blick ein gewöhnlicher Zweikampf, doch für Davie Selke hatte er dramatische Folgen: Im Sommer 2018 zog sich der Stürmer des SV Werder Bremen, der damals noch in Diensten von Hertha BSC stand, im Training einen Riss des Lungenfells zu, woraus ein sogenannter Pneumothorax, eine schwere Verletzung resultierte.

Davie Selke fiel damals zwei Monate lang aus. Er bekam in dieser Zeit zunächst einen Schlauch in die Lunge gelegt, wurde später noch operiert – muss sich heute allerdings, in Zeiten der Coronavirus-Pandemie, keine Sorgen wegen der Verletzung mehr machen: Zur Risikogruppe jener Menschen, die eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen schweren Verlauf der Lungenkrankheit Covid-19 aufweisen, gehört er nach Angaben des SV Werder Bremen nicht.

Selke hatte damals in Berlin nach dem Training zunächst ein Stechen in der Lunge gespürt. „Ich habe gemerkt, dass sich in meinem Körper etwas frei bewegt. Wie das Wabern einer gefüllten Wärmflasche. Das war meine Lunge“, hatte er nach Genesung in einem Interview mit der „Sport Bild“ erzählt. Nachdem im Krankenhaus Röntgenaufnahmen gemacht worden waren, habe ihm der Hertha-Mannschaftsarzt deutlich gesagt: Das ist eine sehr ernstzunehmende Verletzung. Davie Selke: „Man merkt, wie schnell alles vorbei sein kann. Ich habe meinen wichtigsten Leuten geschrieben, dass alles okay ist. Aber ich wusste nicht so recht, ob es das auch ist.“

Werder Bremen und das Coronavirus: Davie Selkes Lunge hat bei Unfall keinen strukturellen Schaden davongetragen

Bei einem Pneumothorax gelangt Luft in den sogenannten Pleuraspalt, was die Ausdehnung eines oder sogar beider Lungenflügel behindert. Das Atmen wird erschwert. Selke musste es damals nach der OP lange ruhig angehen lassen. „Ich bin im Wald spazieren gegangen. Am Anfang eine Stunde. Und danach war ich so kaputt, dass ich mich den ganzen Tag davon erholen musste“, hatte er der „Sport Bild“ erzählt. Auch musste der Stürmer darauf achten, Dinge zu vermeiden, die Druck auf die Lunge ausüben – Flugreisen oder Tauchgänge waren beispielsweise tabu.

Nach knapp acht Wochen stieg Davie  Selke damals wieder ins Training ein. Seine Verletzung war vollständig auskuriert, die Lunge hatte keinen strukturellen Schaden davongetragen, weshalb der Profi heute, knapp zwei Jahre nach dem verhängnisvollen Zweikampf im Training, nicht zur Coronavirus-Risikogruppe gezählt wird. (dco)

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