Kommentar zu Clemens Fritz

Ein guter Kapitän in schwierigen Zeiten

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Ein Kommentar von Carsten Sander. Clemens Fritz hat klare Verhältnisse geschaffen: Am Saisonende ist Schluss! Punkt! Aus. Fertig! Werder Bremen verliert damit seinen Kapitän und eine der letzten Leitfiguren im Team.

Carsten Sander.

Das trifft die Bremer, aber überraschend kommt die Entscheidung natürlich nicht. Schon vor dieser Saison wollte Fritz aufhören, ließ sich aber noch zu einem weiteren Jahr Abstiegskampf überreden. Jetzt hat er früh für Fakten gesorgt, und Werder kann die knifflige Aufgabe angehen, den Verlust irgendwie zu kompensieren. Um die bisherige Amtszeit von Clemens Fritz als Kapitän des SV Werder Bremen treffend zu beschreiben, reichen die in den Geschichtsbüchern nachzulesenden Daten nicht aus. Spielführer ist der smarte Mittelfeldspieler seit 2011, eine wichtige Trophäe hat er als Kapitän jedoch nie in Empfang nehmen dürfen, stattdessen bestimmte der Abstiegskampf seine Amtszeit – und tut es immer noch. Es sind die unruhigen Zeiten, in denen Clemens Fritz als Anführer gefragt ist. Er erfüllt die Aufgabe, indem er intern einfühlsam lenkt und nach außen eloquent moderiert. Ob er ein guter Kapitän ist? Ja, ist er – auch wenn sich das nicht im Briefkopf des Vereins niedergeschlagen hat.

Clemens Fritz ist auch ein Sympathieträger, ein Orientierungspunkt für junge Spieler, ganz nebenbei auch ein Frauenschwarm – und in den meisten Spielen trotz seines Alters noch ein Leistungsträger auf dem Platz. Aber mit 35 Jahren ist die Zeit gekommen, aufzuhören. Das hat der Ex-Nationalspieler und EM-Teilnehmer von 2008 richtig erkannt. Er hat alles gegeben für Werder und hat sich seine Zeile in der Liste bedeutender Werder-Spieler verdient.

Auch wenn man in einigen Jahren vielleicht nicht gleich als erstes auf Clemens Fritz kommen wird, wenn man die Säulen der Champions-League-Ära aufzählen soll, gehörte er doch – damals noch als Rechtsverteidiger – ab 2006 dazu. Wenn aber irgendwann in ferner Zukunft die Frage gestellt werden sollte, wer eigentlich den Laden zusammengehalten hat, als ein Star nach dem anderen aus Bremen verschwand und es Werder Bremen immer schlechter ging, dann wird die Antwort lauten: Clemens Fritz. Er hat sich nie vor der Verantwortung gedrückt. Allein dafür wird man ihm im Sommer ein lautes Danke nachrufen müssen.

Es ist ihm zu wünschen, dass seine Zeit als Fußballer nicht mit dem Abstieg endet. Das wäre bei seiner Vita ein mehr als tragisches Ende.

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